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Mark Benecke – Der Herr der Maden im Interview

am 11 November 2015 von Wildwechsel

Mark Benecke – Der Herr der Maden im Interview
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Mark Benecke - Der Herr der Maden im Interview

Von wegen trockene Wissenschaft: Dr. Mark Benecke machte die Kriminalbiologie unterhaltsam. Foto: Markus Bachmann

Dr. Mark Benecke ist der bekannteste Kriminalbiologe Deutschlands. Durch zahlreiche Auftritte in Sendungen wie „Autopsie“ oder „Medical Detectives“ wurde seine Disziplin auch über Fachkreise hinaus bekannt. Seine Arbeit ist nicht gerade gewöhnlich.

Anhand von Madenbefall einer Leiche stellt Dr. Mark Benecke zum Beispiel den genauen Todeszeitpunkt fest. Er war auch derjenige, der im Moskauer Geheimarchiv den vermeintlichen Schädel von Adolf Hitler auf seine Echtheit untersuchen durfte. Seine Internetseite ist eine Quelle an Informationen zum Thema Kriminalbiologie und über ihn als Person. Auch unzählige Interviews kann man dort nachlesen, ebenso wie die E-Mails, die Benecke bekommt und die von skurril über eklig bis lustig reichen. Im Interview berichtet der Herr Doktor über seine Arbeit, seine Popularität und Tattoos.

Das ist megafette Knochenarbeit!

 

Dr. Mark Benecke im Ww-Interview

 

Mark Beneke Benecke als Autor – Spektakuläre Kriminalfälle verständlich erklärt (erschienen bei Bastei Lübbe)

1. In den gesammelten Interviews auf ihrer Webseite kann man nachlesen, dass ihnen schon fast jede Frage gestellt wurde. Welche würden Sie denn gerne mal beantworten?
Ich finde auch, dass eigentlich schon so jede Frage gestellt wurde. Ich lasse mich aber gerne überraschen. Fragen mag ich. Deshalb arbeite ich so gerne an Kriminalfällen  ;)

2. Was glauben Sie, woher Ihre Popularität kommt?
Ist mir ein Rätsel. Ich glaube auch nicht, dass ich sehr populär bin…eher freundlich. Und ich versuche, jede Frage ernst zu nehmen, zu recherchieren und dann irgendwas hilfreiches beizutragen, siehe FAQ auf benecke.com. Viele Menschen sagen sich vielleicht eher „Watt soll der Quatsch?“ und hören den Fragestellern nicht richtig zu.

3. Wie sehr genießen sie das und was sind negative Seiten dieser Popularität?
Bis jetzt ist mir nix aufgefallen. Die sehr nette Bäckerei-Mitarbeiterin Frau Heikamp der Bäckerei Brockmann auf der Severinstrasse schneidet für mich immer Artikel aus, wenn ich in der örtlichen Zeitung bin, zählt das?

4. Sie haben sich in den letzten Jahren äußerlich ziemlich gewandelt, haben deutlich sichtbare Tattoos. Kann man da von einer „Metamorphose“ sprechen? Und wollten Sie das schon immer und mussten erst an die Karriere denken?
Nö, der Rest des Körpers war einfach voll, so dass irgendwann Hals und Hände dran glauben mussten  ;). Mein erstes Tattoo habe ich mit 18 machen lassen, aber erstens kostet das Ganze ja was und zweitens solltens ja auch coole Motive und coole TätowiererInnen sein, also hab ich immer höösch jemacht (kölsch: immer mit der Ruhe an die Sache herangegangen). Ich glaub‘ auch nicht so sehr an Metamophosen, das ist eher was für Kerbtiere. Ich wachse lieber langsam, wie `ne Eiche.

5. Erleben Sie auch negative Reaktionen darauf?
Auf meine Tattoos? Bisher nicht. eher im Gegenteil: Mein Schwiegeropa in Polen hat erstmals ausführlich von seinem Tattoo geredet, als er meins gesehen hat. Und die ganzen tätowierten PolizistInnen (sehr, sehr, sehr viele sind tätowiert) finden‘s meines Wissens nach auch jut.

6. Sind ihre Kollegen manchmal neidisch auf ihren Ruhm?
Das weiß ich nicht. Normalerweise arbeiten wir nett und gut zusammen. Falls mich jemand nicht mag, dann brüllt er es offenbar nicht in die Welt. Neidisch braucht auf mich keiner sein – ich bin selbständig, und das ist megafette Knochenarbeit. Das wissen meine KollegInnen mit fester Anstellung sehr gut, sonst wären sie ja auch Freiberufler  ;)

7. Können Sie sich die Fälle, an denen Sie arbeiten, aussuchen oder wie läuft das ab?
In völlig bescheuerten Fällen, in denen entweder keiner mehr zuhört oder keiner mehr zuhören darf, komme ich dazu. Mittlerweile fühle ich mich schon fast wie Sherlock Holmes, bei dem ja auch nur diejenigen klingeln, die was besonders Kniffeliges am Start haben. Ich habe so unfassbare Scheiße gesehen, dass ich – nicht aus Altruismus, sondern weil es mir Spass macht – es wie Galadriel machen möchte, als sie sich was Gutes für Frodo überlegt und ihm ein zunächst total sinnlos erscheinendes Licht schenkt: „May it be a light for you, in dark places, when all other lights go out.“

» [ www.benecke.com ]

» Das Interview führten wir 2011


» So hast den Wildwechsel vielleicht noch nie gelesen!

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Online-Redaktion des Printmagazin Wildwechsel. Wildwechsel erscheint seit 1986 (Ausgabe Kassel/Marburg seit 1994). Auf Wildwechsel.de veröffntlichen wir ausgewählte Artikel der Printausgaben sowie Artikel die speziell für den Online-Auftritt geschrieben wurden.

  • Website: https://www.wildwechsel.de

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