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Lisa Dreykluft stellt ihre 3-Kanal-Videoinstallation im Kasseler Kunstverein vor | (c) Lisa Dreykluft
Lisa Dreykluft stellt ihre 3-Kanal-Videoinstallation im Kasseler Kunstverein aus. | (c) Lisa Dreykluft

(Kassel) Als dritte Ausstellung der Ausstellungsreihe » – = + Ideen für ein Umdenken« ist vom 12. – 27.09.. die Doppelausstellung Lisa Dreykluft / Holger Jenss im Kasseler Kunstverein zu sehen.

Lisa Dreykluft studierte Bildende Kunst an der Kunsthochschule Kassel und der Bath School of Art and Design, Vereinigtes Königreich. Im Kasseler Kunstverein zeigt sie die Arbeit INVOCATION OF DEAD ASSETS (2020) 3-Kanalvideoinstallation, Objekte aus Styropor und Latex, Publikation, Druck auf Fahnenstoff

Die Arbeit Invocation of Dead Assets beschäftigt sich mit gefundenem Videomaterial: In einer bestimmten Nische von YouTube zirkuliert eine rätselhafte Art von Videos. Diese zeigen Geister, Hexen, Dämonen, extraterrestrische und paranormale Begegnungen.

Eine Reihe von Merkmalen deutet darauf hin, dass die Aufnahmen spontan oder zufällig entstanden sind: Das Bild ist verwackelt, die Auflösung gering und die Tonqualität eher schlecht. Aufgenommen wurden die Clips mit Handykameras, Camcordern, Dashcams oder Überwachungskameras. Dabei verlieren sich die übernatürlichen Subjekte teils als winzig kleine Pixelflecken im Sichtfeld des CCTV.

Tatsächlich scheint die Unkenntlichkeit eines der wichtigsten Indizien für die ‚Echtheit‘ der Bilder zu sein. Je weniger zu sehen ist, desto näher liegt die Vermutung, dass dort etwas Unheimliches vor sich geht.

Found-Footage-Ästhetik im Kasseler Kunstverein

Etwas, das sich nur schwer mit der Handykamera einfangen lässt. Dass die geisterhaften Aufnahmen faszinieren, beruht auf der Möglichkeit ihrer Authentizität. Die Beiläufigkeit, die Unschärfe, die Bildqualität der Consumer Technologie, die austauschbaren Orte – all diese Elemente tragen bei zur Behauptung, die Videos seien dokumentarischer Art.

Im Rahmen der zugehörigen Publikation beschreibt Lisa Dreykluft dieses Phänomen der Unkenntlichkeit und untersucht die gefundenen Videos in Bezug auf das Filmgenre Found-Footage-Horror, Berichte von Geistererscheinungen im Kontext neuer Technologien, Ideen von Heimsuchung und Anrufung sowie die Figur der Hexe. Sie formuliert außerdem eine Theorie über den Ursprung der paranormalen Wesen im sogenannten „toten Kapital“, das so bezeichnet wird, weil es keine Rendite abwirft.

Holger Jenss studierte Theater- Film- und Medienwissenschaft an der Uni Wien und Visuelle Kommunikation an der Kunsthochschule Kassel.

Er arbeitet mit den Medien Fotografie, Film und Sound. Schwerpunkte seiner Forschung und Arbeit liegen auf der Auseinandersetzung mit normativen Bildwelten, sowie auf der Frage, wie subkulturelle und Mainstream Kontexte sich durch visuelle Codes und deren Übertragungen konstruieren, und auf postkolonialen Perspektiven im Hinblick auf Fotografie und Popkultur.
Er zeigt seine Arbeiten in Ausstellungen und Filmscreenings.

Kasseler Kunstverein: Kulturelle Spurensuche mit Holger Jenss

In der Arbeit „Recent Items“, dem zweiten Teil der Doppelausstellung im Kasseler Kunstverein befragt Holger Jenss anhand eines persönlichen Archivs eigene jugendliche Vorstellungen einer Kultur und Gesellschaft und untersucht die Konstruktion und Aneignung subkultureller Codes und Bildsprachen.

Den Bildfundus eines lange zurückliegenden USA-Aufenthaltes sowie weitere biographische Elemente nutzend, reflektiert er in diesem Zusammenhang bei seiner Ausstellung im Kasseler Kulturverein auch das eigene Verhalten in Bezug auf kulturelle Identifikation und ein deutsches (Selbst-)Verständnis.

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Von Pressemeldung

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