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Bjørn Melhus (DE) / WEIT WEIT WEG (1995) Videostill, © Bjørn Melhus
Bjørn Melhus (DE) / WEIT WEIT WEG (1995) Videostill, © Bjørn Melhus

(Kassel) Am Welttag der Suizidprävention, dem 10. September 2021, hat das Museum für Sepulkralkultur in Kassel eine Sonderausstellung zum Thema Suizid eröffnet. Noch bis zum 27. Februar 2022 läuft die Ausstellung mit dem Namen »Suizid – Let’s talk about it!«, die Informationen, Anregungen, Herausforderungen und Chancen präsentieren soll, die einen gesellschaftlichen und persönlichen Umgang mit dem Suizid reflektieren.

Suizid und Suizidalität sind allgegenwärtig und doch tabuisiert. Sie stellen Symptome psychosozialer Problemlagen dar. Dabei stellen die Allgegenwärtigkeit einerseits und Stigmatisierung sowie Tabuisierung andererseits eine große Widersprüchlichkeit in der öffentlichen Auseinandersetzung mit dem Suizid dar.

Dieser Widerspruch macht sich auch in unserem Museum bemerkbar, in dem Hinweise, Dokumente und Gegenstände in eindeutiger Verbindung mit dem Suizid kaum vorhanden oder bekannt sind.

Die Ziele der Sonderausstellung sind daher deutlich und drängend: Sie dient der Enttabuisierung und Entstigmatisierung des Suizids und der Erfahrungen und Umstände, die ihn auslösen. Neben der Ausstellung wird es auch ein umfassendes Begleitprogramm und eine Buchpublikation geben.

Ausstellung im Museum für Sepulkralkultur will enttabuisieren

Ein halbes Jahr lang werden das Museum und auch die Partner dieses Gesamtprojektes Ort einer intensiven Auseinandersetzung mit den Gründen für das Unbehagen gegenüber einem selbstgewählten Lebensende sein.

Einem Lebensende, das durch eigenes Handeln oder Unterlassen aktiv angestrebt wird und dessen Wahrnehmung zum Teil noch immer historisch gewachsenen Urteilssprüchen folgt und Betroffene mit Fragen und Ängsten konfrontiert.

Vor allem ist es das erklärte Ziel des Projektes, über die Auseinandersetzung mit dem Suizid und das Sprechen über ihn sowie über psychosoziale Problemlagen einen wirksamen Beitrag zur Suizidprävention zu leisten.

Mithilfe lokaler, nationaler und internationaler Kooperationen werden innovative künstlerische, kulturelle und wissenschaftliche Beiträge dieses Anliegen stützen. Gemeinplätze und Vorurteile mit ihren positiven oder negativen Konnotationen sollen aufgezeigt und diskutiert werden – historische sowie heutige.

Und es wird auch nach einer Utopie gefragt: Wie könnte eine Gesellschaft beschaffen sein, aus der niemand wegen seiner Leiden den selbst herbeigeführten Tod wählen müsste und möchte?

Seit Planungsbeginn ist der führende Suizidologe (Wikipedia-Artikel zum Thema Suizidologie) und Leiter des Nationalen Suizidpräventionsprogramms (NaSPro), Prof. Dr. Reinhard Lindner, Institut für Sozialwesen, Universität Kassel, als wissenschaftlicher Leiter Teil des Projektteams.

Weitere Events in Kassel:


Mittwoch 26. Januar 2022
Corona-Impfung

10:00 Uhr Kassel, City Point
Typ: Diverses



Mittwoch 26. Januar 2022
Corona-Impfung

10:00 Uhr Kassel, Jugendamt Kassel
Typ: Diverses


Von Frank Booth

Freier Autor

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