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Das Hugenottenhaus in Kassel: Ausstellungen, Kunstaktionen, Café und Events finden dort und im Café Perle 2 im gleichen Gebäude statt. Quasi mittendrin: der Biergarten im Hugenottenhaus
Das Hugenottenhaus in Kassel: Ausstellungen, Kunstaktionen, Café und Events finden dort und im Café Perle 2 im gleichen Gebäude statt. Quasi mittendrin: der Biergarten im Hugenottenhaus

Nach der erfolgreichen Ausstellung »Freie Zimmer« im letzten Jahr im Hugenottenhaus Kassel setzen Silvia Freyer, Lutz Freyer und Udo Wendland ihre Ausstellungsreihe mit dem diesjährigen Kunstprojekt »Bewegte Zimmer« fort. Doch neben der Kunst erwarten die Besucher dort nun auch noch die neue Kunstzone und das Café Perle 2. Im Wildwechsel-Interview erzählt uns Lutz Freyer von den verschiedenen Projekten.

„Das Hugenottenhaus in Kassel ist eigentlich seit 1992 eine Ruine.“, beginnt Lutz Freyer. “1992 gab es im Hugenottenhaus eine kleine Ausstellung einer Kasseler Künstlergruppe – das war‘s”. Nachdem es 2012 für 100 Tage ein beliebter Schauplatz der documenta 13 war, stand es wieder leer – bis jetzt.

Die drei Projekte im Hugenottenhaus Kassel

1.) Ausstellung »Bewegte Zimmer«

Denn nun haben sich Silvia Freyer, Lutz Freyer und Udo Wendland mit einem gemeinsamem Projekt zusammengetan: vom 17. Juli bis 27. September findet die Ausstellung »Bewegte Zimmer« statt. Hier werden die Arbeiten von 15 Künstler*innen gezeigt.

Zur Thematik erklärt uns Lutz Freyer: “Wenn wir sagen »Bewegte Zimmer«, bedeutet das nicht, dass wir die Zimmer bewegen, sondern dass man sich auch von diesen Zimmern bewegen lässt”.

Youtube-Video mit Einblicken in die Ausstellung: freie Zimmer im Hugenottenhaus Kassel

Aber auch die Besucher können kreativ werden: in den Atelierräumen können sie selbst zu Akteuren werden. So etwa beim Teppichknüpfen, bei dem das Muster aber nicht festgelegt ist. Denn “das ergibt sich beim gemeinsamen Tun.”, so Freyer.

Auch in seinem Workshop »Geldwäsche« wird gemeinsam mit dem Künstler Fragen rund um das Geld nachgegangen und sogar selbst Geld hergestellt und gewaschen.

Bis 27. September 2020 ist die Ausstellung »bewegte Zimmer« jeweils Freitag bis Sonntag von 11:00 Uhr bis 19:00 Uhr geöffnet. Über die Website können sich die Besucher für das Besucherangebot anmelden.

Die Begrüßungsreden, die digital aufgezeichnet wurden, wurden am Freitag, den 17. Juli auf www.artort.tv online gestellt.

2.) Die Kunstzone

Die Worte »IN ART WE TRUST« formulieren einen wichtigen Baustein des Projektes im Hugenottenhaus in Kassel.
Die Worte »IN ART WE TRUST« prangen an einer Häuserwand im Biergarten im Hugenottenhaus – Sie formulieren einen wichtigen Baustein des Projektes

Mit der Unterstützung von vielen Helfern wurde aus dem Bereich hinter dem Gebäude außerdem eine Kunstzone, die Bestandteil der Ausstellung ist.

“Nachdem wir entmüllt haben und gärtnerisch gearbeitet haben, sind da auch Kunstwerke entstanden. Ich habe zum Beispiel mit Bauschaum »IN ART WE TRUST« an die Wand geschrieben”, erinnert sich Freyer. Dieser Satz gilt als Überschrift für das ganze Projekt.

3.) Die Perle 2

Die Café-Bar Perle 2 im Hugenottenhaus bietet Raum für Kunstgespräche, Konzerte, und andere Veranstaltungen.
Die Café-Bar Perle 2 im Hugenottenhaus bietet Raum für Kunstgespräche, Konzerte, und andere Veranstaltungen.

Der dritte Baustein ist die Café-Bar »Perle 2«, die sich im Bodesaal befindet. Die Kunstwissenschaftlerin Maren Freyer, Tochter von Silvia und Lutz Freyer, hat die Perle 2 mit Unterstützung von David Sigwart entwickelt und aufgebaut. Es bietet Raum für viele Möglichkeiten wie zum Beispiel Kunstgespräche, Konzerte, Filmevents und andere Veranstaltungen.

Das gastronomische Angebot ist laut Lutz Freyer zwar eng mit der Ausstellung verzahnt, aber trotzdem unabhängig, weshalb es das Café im Hugenottenhaus Kassel auch über die Ausstellung hinaus geben wird.

Doch woher kommt der Name Perle 2? Neben dem Bodesaal befand sich nach 1945 die »Perle«, ein Raum, der von Arnold Bode gestaltet wurde, wie uns Lutz Freyer berichtet.

“Wir fanden den Namen erwähnenswert und wichtig, ihn aus der historischen Versenkung zu heben. Letztendlich hat sich Maren dann für den Namen Perle 2 entschieden, weil da auch eine Brechung und ein Perspektivwechsel drin ist – wir sind nicht genau an dem Ort der Perle 1”.

Lutz Freyer im Wildwechsel Interview: Hugenottenhaus, Perle  2, Biergharten und Bewegte Zimmer

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