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(Marburg) Angela Merkel kehrt zurück, zumindest auf die Bühne: Mit »Angelaland« eröffnet das Hessische Landestheater Marburg am 18. September 2026 seine Spielzeit 2026/2027 und blickt mit Musik und einem Augenzwinkern auf 16 Jahre deutscher Zeitgeschichte. Juliane Hendes rückt dabei eine Kanzlerin ins Zentrum, deren Regierungszeit für viele Menschen zum festen Koordinatensystem ihres Alltags gehörte.

Die Eröffnungspremiere »Angelaland« im HLTM beginnt um 19.30 Uhr im Erwin-Piscator-Haus. Das Stück für Menschen ab 14 Jahren fragt aus ungewohnter Perspektive, was von der Ära Merkel geblieben ist und wie Deutschland heute auf diese Jahre blickt. Bereits einen Tag später folgt »Kommt das Nashorn«, am 26. September eröffnet Franz Kafkas »Der Prozess« einen weiteren Blick auf Gesellschaft und das Verhältnis des Einzelnen zu seiner Umgebung.

»Angelaland« blickt zurück auf die Ära Merkel

16 Jahre lang stand Angela Merkel an der Spitze der Bundesregierung. Ihr Gesicht gehörte zum politischen Alltag, ihre Kanzlerschaft begleitete eine ganze Generation. Nach ihrem Abschied liegt dieses Deutschland, das Juliane Hendes »Angelaland« nennt, in der Vergangenheit. Genau dort setzt das Stück an: Was ist von dieser Zeit geblieben und was ist aus den Menschen geworden, die sie erlebt haben?

Autorin Hendes betrachtet diese Fragen aus dem Blickwinkel des gesellschaftlichen Randes. Karl-Konrad erinnert sich an die Merkel-Jahre und gibt Menschen eine Stimme, die im politischen Betrieb selten im Vordergrund stehen. Die Inszenierung erzählt deshalb keine klassische Kanzlerinnenbiografie. Sie verbindet persönliche Erinnerungen mit der Frage, welche Spuren eine politische Figur nach 16 Regierungsjahren hinterlässt.

Was erzählt »Angelaland« über Angela Merkel und Deutschland?

Wo Worte an ihre Grenzen kommen, setzt die Musik ein. Speziell ausgewählte Lieder begleiten Karl-Konrad durch die Erinnerungen. Aus Rückblick, Schauspiel und Songs entsteht ein Liederabend, der Historie mit Humor betrachtet und zugleich eine Frage in die Gegenwart trägt: »Wer sind wir jetzt und was machen wir daraus?« (Quelle: Pressemitteilung des Hessischen Landestheaters Marburg)

Die musikalische Leitung übernimmt Christian Keul. Gemeinsam mit Sven Demandt am Schlagzeug, Andreas Jamin an der Posaune und Dirk Kunz am Bass bildet er die Band. Regie führt Eva Lange, Agathe MacQueen gestaltet die Bühne, Ulrike Obermüller die Kostüme und Petra Thöring übernimmt die Dramaturgie.

Auch die Besetzung löst Angela Merkel von einer einzigen Darstellerin. Lisa Grosche und Zenzi Huber spielen Karl-Konrad und Angela Merkel. Flamur Blakaj, Aliona Marchenko, Tomris Lahusen und Miriam Bahri treten ebenfalls als Merkel auf. So erscheint die ehemalige Kanzlerin in unterschiedlichen Verkörperungen auf der Bühne.

Angela Merkel: 16 Jahre an der Spitze Deutschlands

Angela Merkel wurde 1954 in Hamburg geboren und wuchs in der DDR auf. Die studierte Physikerin begann nach dem politischen Umbruch in der DDR ihre politische Karriere und wurde 2000 Bundesvorsitzende der CDU. Am 22. November 2005 wählte der Bundestag sie als erste Frau zur Bundeskanzlerin. Vier Wahlperioden und 16 Jahre lang führte sie die Bundesregierung. Ihre Amtszeit endete im Dezember 2021. Diese ungewöhnlich lange politische Präsenz bildet den historischen Resonanzraum für »Angelaland«.


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Drei Premieren eröffnen die neue Spielzeit im Hessischen Landestheater Marburg

Das Hessische Landestheater Marburg stellt die Saison 2026/2027 unter das Motto »Der morgige Tag ist uns allen«. Bereits die drei Eröffnungspremieren zeigen unterschiedliche Zugänge zu diesem Gedanken. Auf die musikalisch-politische Zeitreise »Angelaland« folgen ein Figurentheater für Kinder und eine Bühnenfassung von Franz Kafkas »Der Prozess«.

»Kommt das Nashorn«: Große und kleine Unterschiede

Mit »Kommt das Nashorn« nach dem Bilderbuch von Heinz Janisch feiert am 19. September 2026 um 15 Uhr im Mini Tasch eine Figurentheaterproduktion für Menschen ab drei Jahren Premiere. Ein großes graues Nashorn und ein kleiner Vogel entdecken, wie unterschiedlich ihre Fähigkeiten sind. Das Nashorn wünscht sich die Leichtigkeit seines gefiederten Begleiters, während es selbst Schutz und Stärke bieten kann. Daraus entwickelt sich eine spielerische Geschichte über Unterschiede und eigene Fähigkeiten. Regie, Bühne und Kostüme verantwortet Adeline Rüss, die Dramaturgie übernimmt Mahsa Asgari. Auf der Bühne stehen Faris Saleh und David Zico.

»Der Prozess«: Josef K. gerät in ein undurchschaubares System

Am 26. September 2026 um 19.30 Uhr folgt im Großen Tasch »Der Prozess« nach Franz Kafka in einer Fassung von Bettina Rehm und Cornelius Edlefsen für Menschen ab 14 Jahren. Josef K., erster Prokurist einer Bank, wird an seinem 30. Geburtstag verhaftet, ohne eine konkrete Anklage zu erfahren. Sein Alltag geht scheinbar weiter, während ein undurchschaubares Justizsystem immer tiefer in sein Leben eindringt. Die Inszenierung kreist um Recht, Gerechtigkeit und die Macht institutioneller Systeme. Bettina Rehm führt Regie, Clara Wanke gestaltet Bühne und Kostüme, Cornelius Edlefsen übernimmt die Dramaturgie. Tobias Neumann spielt Josef K.; außerdem gehören Saskia Boden-Dilling, Sven Brormann, Greta Plenkers, Georg Santner und Ulrike Walther zur Besetzung.

Politische Erinnerung trifft auf Musik

Unter den drei Eröffnungspremieren setzt »Angelaland« unmittelbar bei der jüngeren deutschen Geschichte an. Juliane Hendes betrachtet Angela Merkel dabei weniger als Gegenstand einer politischen Chronik, sondern als Figur der kollektiven und persönlichen Erinnerung. Karl-Konrads Perspektive verschiebt den Blick weg von Regierungsämtern und politischen Routinen hin zu den Menschen, die diese 16 Jahre erlebt haben.

Die Musik erweitert diesen Rückblick um eine emotionale Ebene. Geschichte bekommt Rhythmus und Stimme, während die Inszenierung die Merkel-Jahre aus der Distanz der Gegenwart betrachtet. Der Titel »Angelaland« bringt diesen Gedanken auf den Punkt: Er bezeichnet ein Deutschland, das zeitlich noch nah erscheint und dennoch bereits Vergangenheit ist.

Mit diesem Rückblick startet das HLTM zugleich in eine Saison, deren Motto den Blick nach vorn richtet. Die Frage aus »Angelaland«, wer die Menschen dieses Landes heute sind und was sie daraus machen, verbindet die erste Premiere unmittelbar mit »Der morgige Tag ist uns allen«.

»Angelaland« feiert am 18. September Premiere

Die Premiere von »Angelaland« findet am Freitag, 18. September 2026, um 19.30 Uhr im Erwin-Piscator-Haus in Marburg statt. Eine Einführung beginnt um 19 Uhr, nach der Vorstellung ist eine Premierenfeier angekündigt.


FAQs

  • Wann feiert »Angelaland« am Hessischen Landestheater Marburg Premiere?Die Premiere findet am 18. September 2026 um 19.30 Uhr im Erwin-Piscator-Haus statt. Bereits um 19 Uhr beginnt eine Einführung.
  • Worum geht es in »Angelaland«?Juliane Hendes blickt aus der Perspektive Karl-Konrads auf die 16 Jahre der Kanzlerschaft Angela Merkels zurück. Musik und persönliche Erinnerungen verbinden den Rückblick mit Fragen an das Deutschland der Gegenwart.
  • Wer spielt Angela Merkel?Lisa Grosche und Zenzi Huber spielen Karl-Konrad und Angela Merkel. Als Merkel treten außerdem Flamur Blakaj, Aliona Marchenko, Tomris Lahusen und Miriam Bahri auf.
  • Welche weiteren Eröffnungspremieren zeigt das HLTM?Am 19. September folgt »Kommt das Nashorn«. Am 26. September feiert Franz Kafkas »Der Prozess« Premiere.
  • Wie lautet das Spielzeitmotto 2026/2027?Das Hessische Landestheater Marburg stellt die Saison unter das Motto »Der morgige Tag ist uns allen«.

Nützliche Links zum Thema
  • Hessisches Landestheater Marburg: Die Website des HLTM bietet den aktuellen Spielplan und Informationen zur Spielzeit 2026/2027.
  • »Angelaland« beim HLTM: Die Produktionsseite informiert über Termine, Besetzung und das künstlerische Team.
  • Angela Merkel: Die Bundesregierung bietet biografische Informationen zur ehemaligen Bundeskanzlerin und ihrer Amtszeit.
TIPP: Lust auf mehr echtes Theater mit Tiefgang? Entdecke hier in diesem Ww-Artikel über die HLTm-Premiere von „Prima Facie“ und „Quälbarer Leib“ weitere spannende Inszenierungen, die berühren und nachhallen – jetzt reinlesen!

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Von Wildwechsel

Online-Redaktion des Printmagazin Wildwechsel. Wildwechsel erscheint seit 1986 (Ausgabe Kassel/Marburg seit 1994). Seit 2021 erscheint Wildwechsel ausschließlich online. Laut Auswertung hat sich dadurch die Zahl der Leser noch mal deutlich gesteigert.

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