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Die Schulglocke läutet wieder: Johannes Schröder alias Herr Schröder ist mit seinem aktuellen Comedy-Programm »Der Rest ist Hausaufgabe« auf Tour. Ende August 2026 führt ihn die Doppelstunde gleich zweimal in die Region: am 27. August in die Stadthalle Delbrück und am 29. August ins Kongress Palais nach Kassel.

Vom Klassenzimmer auf die Comedy-Bühne: Herr Schröder kennt seinen Stoff

Bevor Johannes Schröder zum Korrekturensohn wurde, stand er tatsächlich vor Schulklassen. Er studierte Deutsch und Englisch auf Lehramt und arbeitete als Lehrer, bevor er 2014 einen ungewöhnlichen Seitenwechsel wagte: In Toronto probierte er sich in Comedy-Clubs auf der Bühne aus. Zurück in Deutschland machte er aus Lehrerkonferenzen, Klassenarbeiten und pädagogischem Wahnsinn endgültig Bühnenstoff.

Mehr als ein Jahrzehnt im Schuldienst lieferte ihm dafür reichlich Anschauungsmaterial. Aus seinen Erfahrungen entstand eine Bühnenfigur, die Lehrerzimmer und Klassenzimmer nicht von außen beobachtet, sondern ihre ganz eigene Grammatik, ihre Rituale und ihre kleinen Katastrophen bestens kennt.

Lehrer gegen Schüler, Pädagogik gegen Wirklichkeit, analog gegen digital: Herr Schröder findet seine Pointen dort, wo Unterrichtsplanung und Schulalltag frontal aufeinandertreffen. Seine Stärke ist dabei der genaue Blick für Situationen, die jeder erkennt, der irgendwann einmal vor, hinter oder neben einem Lehrerpult gesessen hat.

Herr Schröder bleibt der Korrekturensohn!

Die Figur Herr Schröder lebt von einer herrlich widersprüchlichen Mischung: überkorrekt und chaotisch, pädagogisch bemüht und kurz vor der inneren Dienstaufsichtsbeschwerde. Grammatik, Erwartungshorizonte und Lehrerweisheiten werden dabei ebenso zum Comedy-Material wie die Frage, wie viel Wirklichkeit eigentlich noch zwischen Stundenplan und Bildungsplan passt.

Auch optisch und sprachlich bleibt die Lehrkraft unverkennbar: Lehrerhaltung, Brille, das obligatorische „Hm?“ und jener Tonfall, bei dem man sich augenblicklich wieder in die dritte Reihe versetzt fühlt. Nur die Kreidezeit ist vorbei – zumindest theoretisch.

Was Herr Schröders Comedy trägt, ist der Wechsel der Perspektive. Mal sitzt das Publikum gedanklich wieder auf der Schülerseite, mal landet es mitten im Lehrerzimmer. Aus vertrauten Situationen entstehen so Pointen, ohne dass Schüler, Eltern oder Lehrer bloß als Zielscheibe herhalten müssen.

Sprache spielt dabei weiterhin eine Hauptrolle. Wo andere nur Jugendsprache, Anglizismen oder vermeintlichen Sprachverfall hören, entdeckt der Deutschlehrer noch einen Satzbau, ein Stilmittel oder wenigstens einen brauchbaren Anlass für die nächste ungeplante Unterrichtseinheit.

Der Rest ist Hausaufgabe!

Schon der Titel des aktuellen Programms klingt wie der klassische Schlusssatz einer Unterrichtsstunde, in der der Stoff mal wieder größer war als die verbleibenden fünf Minuten. Bei Herr Schröder wird daraus gleich eine ganze Lebensfrage: Was bleibt liegen, was haben wir noch nicht verstanden – und wer trägt das eigentlich bis morgen ins Hausaufgabenheft ein?

Genau hier setzt »Der Rest ist Hausaufgabe« an. Herr Schröder nimmt die Schule von heute unter die Lupe, ohne die alte gleich in den Geräteraum zu verbannen. Zwischen Digitalisierung, neuen Erwartungen und vertrautem Klassenzimmer-Chaos zeigt sich: Die Technik entwickelt sich rasant, der Mensch vor dem Smartboard nicht immer im gleichen Tempo.

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Schule heute: Tablets raus – und wer kennt das WLAN-Passwort?

Mit seinem aktuellen Programm ist Herr Schröder endgültig im digitalen Klassenzimmer angekommen. Tablets gehören auf den Tisch, Unterricht soll vernetzt funktionieren und zwischen Apps, Plattformen und neuen Lernformen müsste eigentlich alles einfacher werden. Eigentlich. Denn auch die modernste Technik schützt nicht vor den ganz klassischen Problemen des Schulalltags.

Genau aus diesem Zusammenprall zieht »Der Rest ist Hausaufgabe« seinen Stoff: Fortschritt trifft Gewohnheit, pädagogischer Anspruch trifft Realität und irgendwo dazwischen versucht eine Lehrkraft, alle Beteiligten auf denselben Stand zu bringen. Herr Schröder macht daraus keine Bildungsdebatte mit erhobenem Zeigefinger, sondern eine Doppelstunde voller Beobachtungen über ein System, das jeder kennt und kaum jemand vollständig versteht.

Tablets raus, einloggen und mitmachen!

Der Overheadprojektor ist bei Herrn Schröder deshalb noch lange nicht reif fürs Museum. Er wird vielmehr zum Symbol für eine Schulwelt, in der Kreide und Cloud, Kopierer und Tablet, alte Gewissheiten und neue Erwartungen gleichzeitig im Raum stehen. Dass daraus zuverlässig Unterrichtsstoff für einen Comedy-Abend entsteht, dürfte kaum überraschen.

Wer selbst unterrichtet, Kinder in der Schule hat oder sich noch lebhaft an die eigene Schulzeit erinnert, dürfte in dieser Stunde reichlich Bekanntes entdecken. Und keine Sorge: Mitschreiben ist freiwillig. Eine unangekündigte Lernzielkontrolle am Ausgang ist bislang nicht angekündigt.

Die Bühnenfigur Herr Schröder funktioniert gerade deshalb so gut, weil sie nicht nur Lehrer karikiert. Sie kennt die merkwürdige Parallelwelt Schule von innen – mitsamt ihren Regeln, Ritualen, gut gemeinten Reformen und den Momenten, in denen am Ende doch wieder jemand fragt: „Ist das klausurrelevant?“

Vom ersten Solo zum Dauerbrenner: Herr Schröders Comedy-Karriere

Nach seinen ersten Comedy-Erfahrungen in Kanada begann Johannes Schröder in Deutschland mit der Arbeit an »World of Lehrkraft – Ein Trauma geht in Erfüllung«. Der Seitenwechsel vom Lehrer zum Comedian funktionierte: Es folgten ausverkaufte Shows, Fernsehauftritte und mehrere Auszeichnungen. Zu seinen frühen Erfolgen gehörte auch der 1. Preis beim NDR Comedy-Contest. Später kamen unter anderem der Stuttgarter Besen und der Prix Pantheon hinzu.

2026 ist Herr Schröder mit »Der Rest ist Hausaufgabe« weiter auf großer Tour. In der Region stehen unmittelbar zwei Termine an: Am Donnerstag, 27. August 2026, beginnt um 20 Uhr die Doppelstunde in der Stadthalle Delbrück – der Termin wird auf der offiziellen Tourseite bereits als ausverkauft geführt. Am Samstag, 29. August 2026, folgt um 20 Uhr das Kongress Palais – Stadthalle Kassel; dort werden aktuell noch Restkarten ausgewiesen.

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Von Wildwechsel

Online-Redaktion des Printmagazin Wildwechsel. Wildwechsel erscheint seit 1986 (Ausgabe Kassel/Marburg seit 1994). Seit 2021 erscheint Wildwechsel ausschließlich online. Laut Auswertung hat sich dadurch die Zahl der Leser noch mal deutlich gesteigert.

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