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MT zieht nach klarem Hessenerbysieg ins Pokal-Viertelfinale ein

am 18 Oktober 2018 von Lukas Nickel

MT zieht nach klarem Hessenerbysieg ins Pokal-Viertelfinale ein
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MT zieht nach klarem Hessenerbysieg ins Pokal-Viertelfinale ein

Klarer Derby-Sieg im Pokal für den MT Melsungen (Foto: Käsler)

Bereits zum zweiten Mal in dieser noch jungen Saison hat die MT Melsungen die Rittal-Arena als Sieger verlassen und der HSG Wetzlar diesmal mit 28:20 (13:8) das Aus im DHB-Pokal beschert. Selber stehen die Nordhessen damit im Viertelfinale. Nicht wiederzuerkennen waren sie im Vergleich zur Niederlage in Minden nur zwei Tage zuvor. Insbesondere die Abwehr stand sicher, während bei besserer Verwertung der vielen herausgespielten Torchancen ein weitaus höheres Ergebnis gegen eine insgesamt schwache HSG möglich gewesen wäre. So genügte eine solide bis ansatzweise gute Leistung zum Einzug ins Viertelfinale, bei der Julius Kühn mit fünf Toren erfolgreichster Melsunger Schütze war. Ebenso oft trafen die Wetzlarer Maximilian Holst und Tim Rüdiger ins Netz.

Gelungener Start für Melsungen

Besser hätte die Partie nicht beginnen können für die Nordhessen. Gleich der erste Wurfversuch der HSG wurde vom Mittelblock, bestehend aus Felix Danner und Finn Lemke weggenommen, den langen Pass nach vorn verwertete Michael Allendorf zur Führung. Kurz darauf parierte Nebojsa Simic glänzend gegen Joao Ferraz, doch Julius Kühn fand in Till Klimpke seinen Meister. Es war richtiges Derby-Feuer drin und die Stimmung auf den Rängen dementsprechend. Geschenkt wurde sich beiderseits nichts, jedoch blieben ausnahmslos alle Aktionen im fairen Rahmen. Knapp fünf packende Minuten waren bereits vergangen, bis Simon Birkefeldt das 2:0 für die MT gelang.

Die Partie nahm an Geschwindigkeit zu, was den Melsungern eindeutige Vorteile bescherte. In der Abwehr unglaublich aggressiv und nach vorn orientiert, kam Wetzlar kaum einmal zum Abschluss. Zwei der gewonnenen Bälle brachten noch einmal Birkefeldt und Julius Kühn über die erste Welle im Netz unter – 4:0 nach sieben Minuten. Dann erst überwand Stefan Cavor erstmals Simic von Rechtsaußen. Was Finn Lemke umgehend mit dem nächsten erfolgreichen Tempogegenstoß beantwortete und Marino Maric ein weiteres Mal über die erste Welle auf 6:1 ausbaute, nachdem er gerade zuvor noch frei an Till Klimpke gescheitert war. Kai Wandschneider zog die Grüne Karte zur ersten Auszeit (12.).

Eine Zeitstrafe gegen Lemke war für Wetzlar die Gelegenheit, um auf 6:3 aufzuschließen. Joao Ferraz nutzte das zu Gunsten eines sechsten Feldspielers verlassene Tor der Gäste (13.). Es war die von den Mittelhessen erhoffte Initialzündung, die das Spiel komplett offen werden ließ. Insbesondere Klimpke wusste zu gefallen und parierte mehrfach reaktionsschnell, so dass Maximilian Holst sogar auf 7:5 verkürzen konnte (18.). Nebojsa Simic war es wiederum zu verdanken, dass Lenny Rubin nicht der Anschluss gelang. Dafür sattelte Julius Kühn wieder einen drauf und Heiko Grimm war dran mit einer Auszeit – nach der bereits sechsten Simic-Parade beim Stand von 8:5 (22.).

Timm Schneider kam – und traf nach nur 20 Sekunden auf dem Feld. Auf der Gegenseite parierte zum siebten Male Simic, diesmal beim Siebenmeter gegen Maximilian Holst und Allendorf kam über die zweite Welle zum 10:5 (24.). Der alte Vorsprung war wieder da und Wetzlar sichtlich angeschlagen. Was sich ausdrückte in wiederholten leichten Ballgewinnen der Melsunger Hintermannschaft durch unkonzentrierte Abspiele des Gegners. Allein die Konsequenz fehlte bisweilen, diese Geschenke auch zu nutzen. Zumindest blieb es aber bei der unerwartet komfortablen Führung mit fünf Toren, weil Timm Schneider noch zwei weitere Male per Schlagwurf traf und Simic mit seiner achten Glanztat Sekunden vor dem Pausenpfiff gegen den völlig freien Tim Rüdiger rettete.

Am Ende ein Klarer Sieg

Zur zweiten Halbzeit versuchte es die HSG mit einem neuen Keeper. Nikola Marinovic kam und hielt sofort den ersten Wurf von Timm Schneider. Ohne Wecksignal für seine Vorderleute jedoch, die einfach nicht durch die dichte MT-Wand kamen. Stattdessen machte Julius Kühn das 14:8, kassierte Stefan Kneer eine Strafe und traf Tobias Reichmann ins leere HSG-Tor zum 15:8 (33.). Wie schon im ersten Durchgang verschlief Wetzlar die Anfangsphase total und geriet damit früh auf die Verliererstrasse.

Hellwach dagegen die Gäste. Einen Ballgewinn nach dem anderen feierte die Hintermannschaft, allein es fehlte weiter die Konsequenz. Ob der zu frühe Abschluss von Kühn in die Arme von Marinovic oder der Schrittfehler von Birkefeldt – gefolgt von einem Lattenkracher wieder von Kühn – es blieben einfach zu viele Chancen ungenutzt. Die Konstanz dagegen hatte einen Namen: Nebojsa Simic parierte sensationell gegen Rüdiger und ermöglichte Felix Danner damit dessen drittes Tor am Stück zum 18:10 (39.).

Kurios wurde es nach zwei Toren der Wetzlarer und einer Auszeit von Heiko Grimm. Das 19:13 durch Timm Rüdiger wurde für die Anzeigetafel doppelt eingegeben und führte damit zum 19:14. Ein Fehler, der fortan mitgeschleppt wurde. Dadurch war auch das Tor von Anton Lindskog etwas später gar die Annäherung auf 20:16 (44.). Eine Diskussion am Zeitnehmertisch während einer Verletzungsunterbrechung brachte dann nach Tobias Reichmanns verwandeltem Siebenmeter zwar kurzfristig die Korrektur auf 21:15, das wiederum wurde dann doch wieder auf das falsche Ergebnis zurückgestellt (45.).

Die Melsunger Mannschaft störte sich an derlei Peinlichkeiten nicht. Im Gegenteil, Heiko Grimms Sieben auf dem Feld hatte mittlerweile alles im Griff. Auch wenn die Gastgeber nun doch regelmäßig Lücken entdeckten und die zu eigenen Erfolgen nutzten, ging auch die MT mit ihren Möglichkeiten längst nicht mehr so fahrlässig um. Domagoj Pavlovic traf ebenso präzise aus dem Rückraum wie Tobias Reichmann im Tempogegenstoß sicher abschloss. Mit dem 25:17 des Rechtsaußen, auf der Anzeigetafel unbeirrt als 25:18 angezeigt, war die Partie sieben Minuten vor dem Abpfiff praktisch entschieden. Dass nach dem Abpfiff das amtliche Schlussergebnis schließlich doch noch auf das korrekte 28:20 abgeändert wurde, bekamen viele bereits vorher abgewanderte Wetzlarer gar nicht mehr mit, den Melsungern war’s egal.


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