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Michael Mittermeier (c) Olaf-Heine MediaPool
Michael Mittermeier | (c) Olaf-Heine MediaPool

Nach “Zapped“ und “Paranoid“ erkundet Bayern-Export Michael Mittermeier nun erfolgreich den Dschungel. Im Ww-Interview erzählt uns der Komiker von seinem Survival-Instinkt, warum er gerne mal seine eigene Frau wäre und was ihn zur Zeit so richtig nervt.

Wildwechsel: Michael, Dein neues Programm heißt Safari. Warum nicht Daktarie?

Michael Mittermeier: Daktarie würde es sehr einschränken, weil alle glauben würden, ich mach wieder ein Fernsehprogramm. Außerdem muss man auch mal die Übersetzung der beiden Wörter nehmen. Das sind beides Suaheli-Wörter.

Daktarie heißt Doktor und Safari Reise. Und ein Programm Doktor zu nennen, dafür kenn ich einfach zu wenig Arztserien! Vor ein paar Jahren warst du in New York und hattest dort Auftritte auf Kleinkunstbühnen. Wurdest du mit Gegenständen beworfen?

Das Publikum in New York ist schon sehr tough. Aber ich bin auch ein tougher Comedian. Mich kriegst du nicht klein. Wenn ich auf der Bühne bin, habe ich meinen Survival-Instinkt ausgefahren, da bin ich wie Rambo in Rambo I.

Das braucht man bestimmt auch.

Wenn du in New York bist auf alle Fälle. Ich hab einen Comedian gesehen, der saß weinend in der Ecke. Ich hab mir vor 22 Jahren geschworen, mich kriegt niemand von der Bühne bevor ich mir nicht meinen Respekt geholt oder die Leute unterhalten habe.

Gibt es eigentlich Gags, die du bereust, gemacht zu haben?

Bereuen direkt nicht. Ich merke schon vorher, was ich bereuen würde. Ich gehe nicht unter ein gewisses Niveau und bin auch keiner dieser Hardcore-Comedians. So was langweilt mich.
Du wurdest bei einem U2-Konzert von Bono auf die Bühne geholt und durftest ein paar Töne auf der Gitarre spielen. Das war ja, glaube ich, der Moment als du entschieden hast, dass du Komiker werden willst…

Ja, nicht so ganz. Das hat irgendeiner mal so lapidar formuliert. Die Entscheidung was zu machen war schon vorher da. Was wichtig war an dem Tag war, dass es keine Alternative mehr gab. Ich muss mir auch viele Comedians im Fernsehen anschauen wo ich denke, “Ach du Sch…“, die gehen da nur hoch um Geld zu verdienen. Das war nie mein Begehr, aber dass es so geklappt hat, das ist schon toll.
Jetzt machen wir es einmal so: Ich fange einen Satz an, du beendest ihn: Mich nervt…
…ohne alles abzusegnen was Frau Ypsilanti gemacht hat, aber wenn man sie wegen Wortbruch abwählt und Roland Koch wieder Ministerpräsident wird, ganz ehrlich, dann versteh ich die Welt nicht mehr.

Wenn ich einen Tag jemand anderes sein könnte…

…ganz schwierige Frage. Meine Frau. Einfach mal fühlen, wie sich die Brüste anfühlen, wenn man selber hinlangt. Auf der anderen Seite wäre ich gern ein Politiker, der was zu sagen hat und an einem Tag alles durchboxen kann, was geht. Ich wäre auch gerne Bono. Der braucht ja nur einen Ton auf der Gitarre spielen und die Leute fallen um.

Ich kann nicht…

…handwerken. Und mit “nicht“ meine ich nicht. Nichts, Null, Niente. Auch wenn ich Mac Guyver liebe, aber ein Bild in die Wand machen ist nicht meine Welt.

Von Wildwechsel

Online-Redaktion des Printmagazin Wildwechsel. Wildwechsel erscheint seit 1986 (Ausgabe Kassel/Marburg seit 1994). Auf Wildwechsel.de veröffentlichen wir ausgewählte Artikel der Printausgaben sowie Artikel die speziell für den Online-Auftritt geschrieben wurden.

Ein Gedanke zu „Michael Mittermeier im Interview: Mit Michi auf Safari“

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