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Sheila E. Konzert im Kasseler Theaterstübchen_1289
Sheila E. – Auf dem Weg zum Konzert im Kasseler Theaterstübchen am 11.11.2019

(Kassel) Zwei Seelen wohnen ach in des leidenschaftliche Konzertgängers Brust, wenn er das Event des Sheila E. Konzertes im Kasseler Theaterstübchen zusammenfassen will/muss. Beginnen wir mit den positiven Aspekten: Sheila Cecilia Escovedo ist trotz weltweiten Ruhms und weltweiter Bekanntheit ein absolut unkomplizierter, sehr netter und auch nahbarer Mensch.

Sheila E. Konzert war perfekt

Ihr ca. 90-minütiges Konzert (ohne Zugabe) war perfekt. Perfekt einstudiert, perfekt choreografiert, perfekte Musiker, alles ohne Fehl und Tadel. Ihre Hits wie „Glamorous Life“, „Bell of St. Mark“, Love Bizarre“ und „Hollyrock“ waren ebenso enthalten wie die Prince-Hits, an denen sie nicht unmaßgeblich beteiligt war: „Baby Ihm a Star“, „Get on the Boat“, „The World“, „Housequake“. „No Line“ ihr aktueller Hit, auf dem sie mit Snoop Dog kollaboriert, durfte natürlich auch nicht fehlen.

Sheila E. - Auf dem Weg zum Konzert im Kasseler Theaterstübchen am 11.11.2019
Sheila E. – Auf dem Weg zum Konzert im Kasseler Theaterstübchen am 11.11.2019

Zwischen diesen Song, insbesondere nach „Love Bizarre“, gab es Jazz- und Freejazz- Einlagen, mit edlen sie das Publikum auf den beiden großen M-Festivals (Montreux & Montreal) vermutlich noch mehr erfreut hätte, als das Publikum im Theaterstübchen, das hauptsächlich wegen der bekannten „Beatz“ gekommen war. Kritisieren kann man da nichts.

Sheila E. Konzert war perfekt, aber…

ABER: Genau so Las-Vegas-perfekt, wie diese Show war, genau so glatt war sie auch. Dabei ist es egal, ob sie ihre Nahbarkeit nur perfekt vorgespielt hat, weil sich das halt im Business gut macht, oder ob die Musik sie allabendlich in jene ‚Sheila from the block“ verwandelt, mit der sie gerne rüberkommen möchte.

Mein Problem mit diesem Auftritt war, dass er kein bisschen ‚dirty‘ war. Wahrer Soul und Funk hat doch immer auch eine gewisse Erotik, ist schwül, sexy, heiss, setzt Begierden frei. Bei Prince und seiner Truppe war die Stimmung/Ausstrahlung oft so geil, dass Auftrittsverbote drohten, der Star aus Minneapolis von der konservativen Fraktion zum Teufel geschickt werden sollte. Gut, Sheila E. war nie Appolonia 6 (Kotters), aber die Erotik der Show im Stübchen hatte den Charme einer gekachelten Küche.

14 Tage vor Sheila E. spielte im Theaterstübchen die japanische Hard-Funk-Band Osaka Monaurail. Die kosteten mit 20 Euro Eintritt nur ein Drittel von Sheila E., lieferten aber eine dreizehnfach geilere Show und das wahre Ding: schwitzigen, dreckigen Soul und Funk, bei dem man sich die verschwitzen Klamotten vom Leib reißen und eine Orgie feiern wollte.

Da hat James Brown vom Himmel zugeschaut und sich am Aufblühen der Saat, die er mal gesät hat, erfreut. Sheila E. dürfte ihn nicht mal ans Himmelsfenster gelockt haben.

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Von Willie Eilich

Freier Autor aus Kassel. Szene-Kenner!

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