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Geschäftsführung der Flughafen GmbH Kassel legt Aufsichtsrat Geschäftsplan 2015 – 2024 vor

am 12 Dezember 2014 von Wildwechsel

Geschäftsführung der Flughafen GmbH Kassel legt Aufsichtsrat Geschäftsplan 2015 – 2024 vor

So ging es am 04.04.2013 los – Flughafen KasselCalden (c) Markus Frohme

Calden, 12. Dezember 2014. Ein langfristiger Mietvertrag, Experten, die sich um die Entwicklung der Gewerbeflächen kümmern und der aktuelle Geschäftsplan: am Flughafen KasselCalden tut sich einiges.

Der Geschäftsführer der Flughafen GmbH Kassel (FGK), Ralf Schustereder, hat dem Aufsichtsrat den Geschäftsplan für die Jahre 2015 bis 2024 vorgelegt. Er enthält Veränderungen und zusätzliche Belastungen. Demnach wird das Betriebsdefizit jedes Jahr deutlich gesenkt, obwohl sich die Rahmenbedingungen verändert haben. So legt die Geschäftsleitung ihren Planungen deutlich gesenkte Fluggastprognosen zugrunde. Zudem haben Bauunternehmen finanzielle Nachforderungen eingereicht, die sich auf einen Betrag zwischen 7 und 14 Millionen Euro summieren.

Schustereder: Keinen Senkrechtstart für Calden versprochen!

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG hat bestätigt, dass die Planung auf der Grundlage aktueller Fluggastprognosen methodisch angemessen hergeleitet wurde. „Ich konnte nie und werde auch nie einen Senkrechtstart für Calden versprechen. Ich setze auf einen ruhigen, stetigen Steigflug. Mit unserem Geschäftsplan für die kommenden Jahre ist das möglich“, so Geschäftsführer Ralf Schustereder.

Zu den geänderten Rahmenbedingungen gehören deutlich gesenkte Fluggastprognosen. Während in der Prognose für die Planfeststellung aus dem Jahr 2006 mit 640 000 Passagieren nach zehnjährigem Betrieb des Flughafens für das Jahr 2020 gerechnet wurde, geht die aktualisierte Zehnjahresprognose für das Jahr 2024 von nur noch 497 000 Passagieren aus.

Zudem will sich die Geschäftsführung gegen Risiken absichern. So solle ein Kredit aufgenommen werden, um eingereichten Nachforderungen von Bauunternehmen begegnen zu können, da zwischen 7 und 14 Millionen Euro zusätzlicher Investitionskosten geltend gemacht werden könnten. Derzeit werde über die Berechtigung und die Höhe dieser Nachforderungen mit den Unternehmen verhandelt. Wenn erforderlich, stelle das Land eine Besicherung eines Bankdarlehens oder ein Gesellschafterdarlehen zur Verfügung.

Schustereder zeigt sich zuversichtlich, dass trotz dieser Veränderungen und zusätzlichen Belastungen die im Geschäftsplan festgeschriebenen Ziele zu erreichen sind. „Damit aus Geschäftsplänen auch tatsächliche Geschäftserfolge werden, arbeiten wir uns Tag für Tag voran. Dies zeigt sich u. a. an dem Abschluss eines langfristigen Mietvertrags über das ehemalige Piper-Gebäude auf dem Gelände des alten Verkehrslandeplatzes und an zunehmenden Anfragen von Kauf- und Mietinteressenten hinsichtlich der übrigen Immobilien.“

Der Aufsichtsrat hat nun die Weichen für die förmliche Anmeldung der künftigen Finanzierung der Gesellschaft bei der EU-Kommission in Brüssel gestellt. Der Aufsichtsratsvorsitzende der FGK, Hessens Finanzminister Dr. Thomas Schäfer, begrüßte die Pläne. „Die Geschäftsführung möchte den Flughafen langfristig entwickeln. Die dafür vorgelegten Pläne haben das Potential, Kassel-Calden zu einem erfolgreichen Regionalflughafen zu entwickeln und sind von Wirtschaftsprüfern geprüft. Als Finanzminister ist es auch meine Aufgabe, die Belastungen für den Landeshaushalt zu begrenzen und die Vorgaben für die Reduzierung der Landeszuschüsse aus dem Koalitionsvertrag von CDU und Bündnis 90/Die Grünen einzuhalten. Klar ist auch, dass größere Abweichungen von den Prognosen und Zielen des Geschäftsplans dieses Ziel gefährden würden.“

Eine Prüfung durch die EU stehe noch aus, und damit stehe der Geschäftsplan unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Kommission. Staatliche Beihilfen für Regionalflughäfen sind nur noch begrenzt und für einen Übergangszeitraum zugelassen. Das Ergebnis der Prüfung könne nicht mit letzter Sicherheit vorhergesagt werden. Die Flughafenleitlinien stammten aus dem Frühjahr. Es gebe daher noch keine hinreichende Erfahrung, wie sie die EU-Kommission in Genehmigungsverfahren anwenden werde. Der Aufsichtsratsvorsitzende ergänzte: „Die Wirtschaftsprüfer haben zusätzliche Einsparpotentiale am Flughafen ausgemacht. Die Geschäftsführung hat uns zugesagt, entsprechende Überlegungen aufzugreifen und nach Möglichkeit umzusetzen. Sie wird zudem eigene Sparvorschläge verwirklichen.“

Der Geschäftsplan sieht einerseits vor, dass das reine Betriebsdefizit im Rahmen der EU-Leitlinien sinkt, von in 2014 geplanten 8,1 Millionen Euro auf 2,7 Millionen Euro im Jahr 2019. Im Jahr 2022 sei erstmals ein positives Betriebsergebnis von 180 000 Euro zu erwarten. Dadurch sinke auch der von den Gesellschaftern zu tragende Anteil an den Gesamtkosten des Flughafens. Für das Land bedeute dies eine jährliche Reduzierung um die in der Koalitionsvereinbarung festgehaltenen zehn Prozent des Landesanteils am Betriebsdefizit: im Schnitt jährlich ca. 540 000 Euro.

Dazu sollen auch die erwarteten Erlöse aus Grundstücksverkäufen beitragen und die Inanspruchnahme der Steuerzahler mindern. Zudem befreit sich der Flughafen von Aufgaben und Lasten, die nicht zu seinen Kernaufgaben gehören.

Ein wesentlicher Bestandteil der Geschäftsplanung ist daher die Vermarktung und der Verkauf nicht betriebsnotwendiger und nicht dem originären Flughafenbetrieb zugehöriger Gebäude und Grundstücke auf dem Gelände des alten Verkehrslandeplatzes, u. a. mit dem Ziel der Entwicklung eines Gewerbegebiets. Das Land bietet den kommunalen Gesellschaftern – Landkreis Kassel, Stadt Kassel und Gemeinde Calden – an, dass sich in ihrem Auftrag die Hessische Landgesellschaft um die Entwicklung kümmert. Darüber hinaus bietet das Land Hilfe an, daraus resultierende Risiken nach Abschluss der Entwicklungsmaßnahmen mitzutragen.

Dazu der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende, Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen: „Mit der interkommunalen Zusammenarbeit und der Kooperation mit der Hessischen Landgesellschaft haben wir in der Region bereits gute Erfahrungen gemacht. Darauf setzen wir auch jetzt. Das Angebot des Landes ist interessant und in der Grundkonstruktion richtig. Der Geschäftsplan bietet dem Flughafen eine gute Grundlage zur Weiterentwicklung, auch für den nicht einfachen Weg zur EU-Kommission nach Brüssel.“ Oberbürgermeister Hilgen weist auch auf die sehr gute Entwicklung bei den Geschäftsflügen hin. Von diesen werde der Flughafen gut frequentiert.

Durch die geplante Ausgliederung der Flächen soll es zum einen gelingen, die künftigen Jahresergebnisse der FGK zu verbessern und zum anderen zur Weiterentwicklung der gewerblichen Infrastruktur und damit zur Wirtschaftsförderung, zur Unternehmensansiedlung und zur Schaffung von qualifizierten Arbeitsplätzen in der Region Nordhessen beizutragen.

Mit Blick auf die bisher hinter den Erwartungen zurückgebliebene Verkehrsentwicklung setzt die Geschäftsführung auf eine moderate, aber kontinuierliche Steigerung der Passagierzahlen. Die Grundlagen dafür wurden mit der Durchführung eines stabilen Flugplans im Jahr 2014 geschaffen, der das Vertrauen des Marktes zurückgewinnen konnte. „Das bisherige Engagement der Fluggesellschaft Germania in Kassel-Calden und die neu angebotenen Reiseziele im Winterflugplan 2014/15 und im Sommerflugplan 2015 sind Anhaltspunkte dafür, dass die Auslastung des Flughafens steigen wird und auch in den kommenden Flugplänen neue interessante und lukrative Flugverbindungen aufgenommen werden können“, so Geschäftsführer Schustereder.

Der Aufsichtsratsvorsitzende und Finanzminister Dr. Thomas Schäfer fasst zusammen: „Der Flughafen hat die Möglichkeit einer verlässlichen Entwicklung, wir haben aber auch die Verpflichtung den Steuerzahlern gegenüber. Sollten trotz der Anstrengungen die Vorgaben der EU oder der Koalitionsvereinbarung nicht zu erreichen sein, müssen wir auf Alternativen vorbereitet sein. Ohnehin steht 2017 die verabredete Evaluierung der Perspektiven an.“ Der auf dem langfristigen Geschäftsplan aufbauende Wirtschaftsplan für das Jahr 2015 soll bei der kommenden Aufsichtsratssitzung im Januar beschlossen werden.

Quelle: Flughafen Kassel-Calden


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