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Die Gründer des Treibhauses in Zierenberg. Ganz vorne Julius Karp - Treibhaus Jubiläumsparty
Die Gründer des Treibhauses in Zierenberg. Ganz vorne Julius Karp

Bei einem Gang durch Amsterdam kam ihm die Idee: Julius Karp wollte anno 1979 ein ähnliches Etablissement erschaffen wie das bekannte und heute noch geöffnete Melkweg (siehe unten). „Es gab entweder Disko oder Kneipe“, beschreibt er heute die Besonderheit des Treibhauses in Zierenberg, das er daraufhin gründete. „Wir haben das zusammen gemacht.Gemeinsam mit Freunden suchte er nach einer Stätte und wurde in Zierenberg fündig, wo gemeinsam auch mit dem Besitzer das heruntergekommene Haus renoviert wurde. Es entstanden drei Gasträume: der erste war für Konzerte und Disko vorgesehen, der zweite war eine Kneipe mit Kicker und was sonst noch dazugehört und der dritte diente als Restaurant.

Im Juli 1979 konnte Eröffnung gefeiert werden.

Vorbild Melkweg

Das Melkweg („Milchstraße“) in Amsterdam diente als Vorbild. 1970 aus einer früheren Milchfabrik gegründet, war es ein Jugendzentrum mit Restaurant, Teestube, Musik und Theater. „So etwas gab es in Deutschland nicht“, sagt Julius Karp.

Dass sich das zum 35. Mal gejährt hat, muss natürlich gefeiert werden, auch wenn es den Laden in der Form nicht mehr gibt. Als Ersatzlocation wurde das Gleis 1 in Kassel gewählt, wo die Party am 20.9. stattfindet.

Lazy Poker Blues Band traten extrem gerne und oft im Treibhaus Zierenberg auf
Lazy Poker Blues Band traten extrem gerne und oft im Treibhaus Zierenberg auf

Es gab viel Blues, Jazz, später Punk, Independent!

Mit dabei ist die gute alte Zeit: Auf der Bühne stehen die Lazy Poker Blues Band aus der Schweiz und die Band Embryo aus München. Beide hatten in den frühen 80ern mehrere Auftritte in Zierenberg. Die wohl berühmteste Band, die auftrat, war wohl Trio, aber auch die Pretty Things oder Quicksilver Messenger Service aus San Francisco.

Aber auch Bands aus Skandinavien, der Schweiz, Holland, Polen oder Tschechien füllten das internationale Programm. „Es gab viel Blues, Jazz, später Punk, Independent“, beschreibt Karp.

Für jeden etwas gespielt!

Es war eine schöne Atmosphäre!

Auch sonst wird bei der Treibhausparty aufgelegt, wie es in den Treibhaus-Zeiten üblich war: „Die Leute haben erzählt, dass sie gern gekommen sind, weil wir musikalisch nicht festgelegt waren und für jeden etwas gespielt haben“, erzählt Julius Karp, der das Treibhaus von 1979 -1984 leitete.

Wie ein kleines Kulturzentrum!

Im Interview erzählt er, wie es zur Gründung des Treibhauses kam, was es ausmachte und worauf er sich bei der Jubiläumsparty besonders freut.

Wie kam es zur Gründung des Treibhauses?

Ich war in der Zeit in Amsterdam in einem Club namens Melkweg, den gibt es heute noch, wo es Theater, Restaurant, alles in einem gab. Im Laufe des Jahres 1979 zog ich durch die Lande auf der Suche nach einer geeigneten Location und wurde in Zierenberg fündig.

Kultig, oder? Ein alter Flyer des Treibhauses Zierenberg. Zur Jubiläums-Party gabs aber neue!
Kultig, oder? Ein alter Flyer des Treibhauses Zierenberg. Zur Jubiläums-Party gabs aber neue!

Was machte das Treibhaus aus?

Da muss man die Gäste fragen! (lacht) Es gab immer nur entweder Disko oder Kneipe, wir haben es zusammen gemacht. Es gab ganz viele Veranstaltungen. Bestimmt 100 Konzerte im Jahr! Und Theater, Comedy … das war eine Besonderheit! Wie ein kleines Kulturzentrum.

Wir hatten 3-6 Tage die Woche geöffnet, und es war eine schöne Atmosphäre. Es gab nie Stress, alle waren sehr herzlich, die Leute sind zum Teil aus 100 km Entfernung angereist!

Worauf darf man sich freuen bei der Jubiläumsparty im Gleis 1?

Die Leute wiederzusehen! Da gibt es Gäste und Mitarbeiter, die hat man seit 20, 25 Jahren nicht mehr gesehen hat! Es wird zwei Gruppen geben, die Anfang der 80er öfter aufgetreten sind, und ein bisschen Discomusik der späten 70er und frühen 80er, so wie wir früher aufgelegt haben. Die Leute haben erzählt, dass sie gern gekommen sind, weil wir musikalisch nicht festgelegt waren und für jeden etwas gespielt haben

20.9. 2014, 35 Jahre Treibhaus, Gleis 1, Kassel

Und heute?

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Von Maria Blömeke

Ehemaligen Ww-Redakteurin

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