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nasty
Nasty

Auch in diesem Jahr haben die Veranstalter des Scream-Festivals keine Kosten und Mühen gescheut, einige der besten nationalen und internationalen Bands der Hardcore-Szene am 18.10. auf die Bühne des Musiktheaters in Kassel zu holen.

Neben der Aachener Band Nasty, die aussagekräftige Texte in Elemente von Mosh und Beatdown betten, darf sich das Publikum mit Sworn Enemy auf einen internationalen Top-Act freuen. Die New Yorker verbinden Trash-Metal Elemente mit 90er-Jahre-Hardcore. Nachdem die Braunschweiger von A Traitor Like Judas bereits 2012 und 2013 auf dem Scream-Festival aufgetreten sind, kamen die Veranstalter der Bitte ihrer Festival-Besucher nach und orderten die Band auch für dieses Jahr. Zudem werden Today Forever, die aus Nordhessens Musikszene nicht mehr wegzudenken sind, einen Mix aus 90er-Hardcore, Metal und Rock zaubern. Erstmals werden auch die Hamburger Light Your Anchor den Weg zum Festival finden. Stil der Band ist es, schnelles und technisches mit harten Breakdowns und Schrei-Gesang zukombinieren. Die Ehre des Eröffnungs-Pogos haben die Jungs der Hardcore-Punk-Band Trust In Random aus dem Nachbarstädtchen Göttingen.

Einen besonderen Fang haben die Veranstalter allerdings mit dem Headliner Ryker’s gemacht. Im vergangenen Jahr fanden die Jungs nach über 12 Jahren Pause wieder zueinander. Der Gig auf dem Scream-Festival in ihrer Heimatstadt ist für sie etwas Besonderes. Die Hardcore-Legende ist ihrem Stil von damals treu geblieben und begeistert immer noch die Fans von damals, aber auch die Hardcore-Fans der jüngeren Generation.

Nach mehreren Jahren und diversen Partys kam den Veranstaltern die Idee zum Festival, das 2012 und 2013 jeweils am 2. Weihnachtstag stattfand. In diesem Jahr wurde der Veranstaltungstermin auf den 18. Oktober gelegt. Bereits 2012, als das Festival noch in seinen Kinderschuhen steckte, kamen um die 700 Besucher, die den Veranstaltern und Bands einen unvergesslichen Abend bescherten und natürlich umgekehrt!

Ryker's
Ryker’s

Chris (Ryker’s) im Ww-Interview:

Zuerst einmal: Wie seid ihr auf die Schreibweise des Bandnamen gekommen und hängt er mit dem Namen des Gefängnisses „Rikers Island“ in New York zusammen?
Zuerst einmal – und auch ganz wichtig – es heißt Ryker´s nicht der, die oder das, hahaha …
Der Name ist uns beim durchblättern eines Punisher-US-Comics aufgefallen, sah cool aus, klang cool und catchy und ja, auch in dem Comic ging es um den legendären Knast in New York.

Welche Motivation steckt hinter der Reunion von Ryker’s?
Spaß an dem was wir da machen. Ehrlichen Hardcore ohne Schnörkel. Einfach geradeaus und schön auf die 12. Und das Wort Reunion find ich nach wie vor blöd. Es gibt bei uns keinen Masterplan – wir machen einfach was wir gut können und woran wir Spaß haben.

Nachdem ihr euer Comeback 2008 widerrufen hattet, habt ihr damals daran geglaubt, doch noch einmal zurück zu kommen?
Wir mussten die ganze Geschichte ja damals abblasen, weil da eine (persönliche) Katastrophe eingetreten ist. Und nein, ich hatte zu dem Zeitpunkt nicht das Gefühl, dass sich da noch mal etwas tut. Obwohl die Flamme natürlich immer gelodert hat.

Ihr habt ja nun schon wieder ein paar Gigs gespielt. Was hat sich von damals bis heute verändert? Sind die Zuschauer dieselben? Was meint ihr über die neueren, jüngeren Bands der Szene? Und was hat sich im Hardcore verändert?
Hardcore, way back then, war aufregend und neu. Die Szene war eine kleine Gemeinschaft in der sich so ziemlich jeder kannte. Zu dieser Zeit sind eine Menge guter Freundschaften entstanden … die den Test der Zeit überdauert haben. Heutzutage ist Hardcore in den Mainstream abgedriftet. Musik und Shirt sind überall erhältlich, lustige Haarfarben gibt’s an jeder Ecke und Doc Martens im Einkaufszentrum. Aber was soll’s – ist dann halt so! Es gibt neue gute Bands wie Nasty, Coldburn, Tausend Löwen unter Feinden, die mit einer ähnlichen Einstellung wie wir an die Sache rangehen – und das ist gut so! Letztlich ist HC, in meinen Augen, etwas Positives und wenn das Drumherum nun einfacher zugänglich ist … prima.

Habt ihr in den letzten Jahren Bandfreundschaften wie die zu Breakdown oder Madball gepflegt und habt ihr immer noch Kontakt?
Es ist mir generell wichtig Freundschaften zu pflegen und auch mit Madball, Sick Of It All, Agnostic Front, Breakdown und wie sie alle heißen verbindet mich nach wie vor eine gute Freundschaft. Mit einigen Jungs verbringe ich meinen Urlaub. Alles cool!

Im Jahr 2000 kam es, trotz des finanziellen Erfolgs, nach 8 Jahren zur Trennung der Band. Welche Beweggründe gab es dafür?
Finanzieller Erfolg? Das klingt schön …  leben kann man von dem Erfolg nicht und die Band war zu diesem Zeitpunkt auf ihrem Höhepunkt. Da kann man schon mal abtreten … besser als sich ganz langsam“nach unten zu arbeiten“ ;-)

Auch auf dem Scream-Festival seid ihr Headliner. Was bedeutet euch das Konzert in Kassel, eurer Heimatstadt?
Ich habe 1987 Slayer auf der Reign-in-Blood-Tour im Musiktheater gesehen, danach habe ich meine erste Band gegründet. 27 Jahre später spielen wir als Headliner im Musiktheater und bringen mit Nasty, Sworn Enemy und Today Forever noch ein paar Freunde mit … cool, oder?!

»18.10.2014, Scream-Festival, Musiktheater, Kassel

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