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Movits! klingt vom Namen her irgendwie nach Bewegung, hat aber mit dem englischen „to move“ nichts zu tun, sondern bezieht sich auf eine schwedische Literaturfigur aus dem 18. Jahrhundert. Der Sound hingegen ist modernster Electroswing für das 21. Jahrhundert und ließ das Publikum im KFZ Marburg am Freitag, 16.11. vom ersten Takt an vom Boden abheben.

Fette Big Beats vom Soundsystem und digitalen Drumset sowie die saftige Brass Section bilden die Grundlage für den schwedischen Sprechgesang von Frontmann Johann.

Auf den ersten Blick erinnerte er mit seinem Vollbart, schwarzem Anzug und Hut an einen Prediger der Amish, entpuppte sich auf der Bühne aber schnell als extrem lockerer Typ, als er mit seinen unfassbar variantenreichen Reimen die Zuhörer zum Staunen brachte und ihnen ein begeistertes Grinsen in die Gesichter malte.

Ebenso cool entfalteten sich auch die funky Grooves der Stücke, bei denen die unterschiedlichsten Stile von Jazz bis hin zu Elementen aus Ska und Folk einfließen.

Außerhalb Schwedens werden die Texte wohl von wenigen verstanden, jedoch funktionieren sie allein durch die Bühnenpräsenz und die gnadenlos gute Rhythmik über die Sprachgrenzen hinaus.

Wer sich Zeit nimmt, die Inhalte der Songs zu durchleuchten, findet Texte zu Politik und Gesellschaft, Konsumkritik oder Anspielungen auf die Situation schwedischer Kulturschaffender im Song „Kulturarbetarblues“. Obwohl die Songs auf englisch anmoderiert werden und somit der Grundgedanke verstanden wird, stehen diese Inhalte bei den Livegigs nicht im Vordergrund.

Movits! auf der Bühne wie auch die Konzertbesucher standen selten still und die Hauptsache am Abend war vor allem eines, nämlich tanzen und Party machen bis zum Abwinken. Genau dies hat die vier Nordschweden mittlerweile zu einem weltweit angesagten Kulturexport gemacht.

Von Steffen Dittmar

Musik & Kultur

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