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Panteón Rococó
Panteón Rococó

Die Gründung der Band erfolgte inmitten einer sozialen und politisch schwierigen Zeit. Rockmusik war nicht erwünscht in den frühen 90ern in Mexiko. Zu diesem Zeitpunkt führte die Regierung in Chiapas Krieg gegen die EZLN (Ejército Zapatista de Liberación Nacional), die für die Stärkung der Rechte der indigenen Bevölkerung eintrat und sich dabei auch das Recht zusprach gewaltsam zu kämpfen. 

In Mexiko Stadt, weit entfernt von den gewaltsamen Auseinandersetzungen, wurden, unter anderem von der Szenerie in der die Bandmitglieder zu Hause waren, Konzerte, Demonstrationen sowie Infoabende organisiert und es wurde Geld gesammelt, um die Zapatisten zu unterstützen. Die Ungerechtigkeiten, die die Mitglieder von Panteón Rococó sahen, verarbeiteten sie in ihren Songs und schafften somit eine wirksame Möglichkeit, um die Probleme zu artikulieren und auf diese aufmerksam zu machen.

Schnell begriffen sie, dass sie allerdings nur Auftritte bekommen würden, wenn sie ihr schon damals stetig wachsendes Publikum gegen die Gewaltausschreitungen vor, während und nach den Konzerten sensibilisieren könnten. „Aus dem Grund hat Luis, unser Sänger, sich vor den Shows immer an das Publikum gewandt und die „Ejército De Paz“ (Friedensarmee) ausgerufen. Eine Armee die anstatt zu schießen, tanzt, springt, singt und friedlich ist.“, erzählt Dario. Somit wurde aus einem Konzert gewaltloser Protest gegen sinnlose Gewalt und ein friedlicher Weg, die Energie auf die Probleme zu fokussieren, die zuhauf in Mexiko zum Alltag gehören. Die Idee ging auf und schon früh war ein Panteón Rococó Konzert eines der wenigen, das komplett gewaltfrei verliefen.

22 Jahre nach der Bandgründung sind Panteón Rococó eine Band, die sowohl in ihrem Heimatland als auch in Zentral- und Südamerika, in den USA und in Europa intensiv tourt und jede Gelegenheit live zu spielen, wahrnimmt. Ihre Reisen schärfen die Sichtweise auf die Problematiken Mexikos.

[quote]Die Realität unseres Landes ist in voller Härte![/quote]

Luis, der Sänger, sagt dazu: „Die Realität unseres Landes ist in voller Härte durch unsere Konzertreisen zu spüren. Wir können uns vor Ort mit den Leuten unterhalten und die erzählen uns was gerade in Vera Cruz, Tijuana, Chiapas oder anderen Regionen abgeht. Eine traurige Realität, da in Mexiko seit längerer Zeit ein sehr blutiger Krieg zwischen der Regierung und der Drogenmafia stattfindet.“ Ihr unermüdliches Touren und die Glaubwürdigkeit ihrer Musik machen sie nicht nur in Mexiko und Lateinamerika zum Sprachrohr einer ganzen Generation.

Auch in den USA und Europa gehören sie zur musikalischen Linken, denn ihre Botschaft ist global zu verstehen. Ungerechtigkeit und Gewalt beherrschen nach wie vor die Politik und den Alltag in Mexiko als auch weltweit und somit sollen diese 22 Jahre erst der Anfang sein. Die Friedensarmee wächst weiter und tanzt, hüpft, singt für den friedlichen Protest!

» 22. Juli 2017, Panteón Rococó, KFZ, Marburg

» Website des KFZ Marburg

» Website von Panteón Rococó

Von Frank Booth

Freier Autor

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