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276185_1_lightbox_hannes_lenzeMöglicherweise war die Ähnlichkeit der Namen ausschlaggebend für die Wahl des Textes: Am 3.11. trägt Hannes Lenze, in Warburg schon bekannt mit seinem Programm „Es darf geschmunzelt werden.“, Texte aus dem Erzählband „So zärtlich war Suleyken“ von Siegfried Lenz vor. Nicht irgendwie, sondern in masurischer Mundart, die er sich mittlerweile in fast muttersprachlicher Perfektion angeeignet hat.
Und das hat natürlich mit seiner textlichen Vorlage zu tun: 1955, also zehn Jahre nach dem Ende des zweiten Weltkriegs erschienen, ließ Siegfried Lenz, der 1926 in Lyck in Ostpreußen geboren wurde, in „So zärtlich war Suleyken“, das in den Kanon der deutschen Nachkriegsliteratur gehört, die ostpreußische Seele mit all ihrer Ländlichkeit und Bauernschläue zum Leben erwachen. Masuren heißt die Gegend, in der sich all diese großen und kleinen Tragödien des Buches abgespielt haben.
Und so werden aus der Sicht von Hamilkar Schaß, Großvaters des Erzählers, in sich wiederholenden und liebevoll schrulligen Satzkonstruktionen die Abenteuer wieder lebendig. Gemütlich in der warmen Stube vor dem Kaminfeuer erzählt Lenz Geschichten aus einer Gegend, die einem Deutschen der Nachkriegszeit wie Märchen aus einer anderen Welt erschienen sein müssen. Hannes Lenze tut ähnliches und erweckt bei einer Matinee und zu Gitarrenklängen etwas von dieser verschrobenen, lustigen und vor allem liebevoll dargestellten bäuerlichen Welt Ostpreußens zum Leben.
» 3.11., So zärtlich war Sleyken, Kulturforum, Warburg

Von Maria Blömeke

Ehemaligen Ww-Redakteurin

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