Bitte bewerte diesen Artikel

  Lesedauer: 3 Minuten
v.l.: Rainer Graf (Bundesinnungsverband für Orthopädietechnik), Georg Seidel, Renee Seidel, Thomas Hölker (1. Vorsitzender Landesarbeitsgemeinschaft für Orthopädietechnik in NRW)
v.l.: Rainer Graf (Bundesinnungsverband für Orthopädietechnik), Georg Seidel, Renee Seidel, Thomas Hölker (1. Vorsitzender Landesarbeitsgemeinschaft für Orthopädietechnik in NRW)

(Warburg/Beverungen/Hofgeismar/Wolfhagen/Büren, 19.02.2021) Am 18. Februar 2021 wurde der Orthopädietechnikmechaniker Georg Seidel mit dem Goldenen Meisterbrief geehrt. Auf den Tag genau 50 Jahre, nachdem Seidel seine Meisterprüfung erfolgreich in Münster ablegte, er nunmehr die Ehrung für, man kann es ruhig so formulieren, sein Lebenswerk. Er gründete 1978 das Sanitätshaus Seidel, das noch heute an seinem ursprünglichen Ort, der Hauptstraße in Warburg besteht und auch Filialen in Wolfhagen, Beverungen, Hofgeismar und Büren unterhält.

Georg Seidel wurde 1940 im niederschlesischen Heinzendorf geboren. Dieser Ort liegt im ehemaligen Glatzer Land, welches von den Preußen übernommen wurde und durch den zweiten Weltkrieg die Flucht für Seidel und seine Familie bedeutete.

Durch die durch den Krieg verursachten schlechten hygienischen Verhältnisse erkrankte er im Alter von 8 Jahren an Kinderlähmung, die zu jener Zeit leider noch sehr häufig war. Mit 16 Jahren begann er eine Lehrstelle in der Josefsklinik in Erwitte, die er 1959 in Bigge-Olsberg abschloss und in Dortmund seine Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer erfolgreich ablegte.

Schienen selber bauen!

Durch seine Kinderlähmung kam für Georg Seidel nur ein Beruf in die engere Auswahl, der Beruf des Orthopädietechnikers. “Da kann ich mir meine Schienen selber bauen”, konnte man Seidel damals auf die Frage nach dem Warum antworten hören.

Georg Seidel: Die 60er im Herzen des Ruhrgebietes!

Noch bis 1961 blieb Seidel in Bigge-Olsberg, arbeitete in der Orthopädischen Klinik, bevor es ihn zum ersten Mal in den Kreis Höxter zog: Bis 1962 arbeitete er im Höxteraner Sanitätshaus Röser, bevor es ihn in das Herz des Ruhrgebietes zog, weil dort ein Großteil seiner Familie lebte und durch die Kriegszeit eine sehr enge Verbundenheit zwischen allen Familienmitgliedern herrschte.

Von 1962 bis 1969 war Georg Seidel fest angestellt im Sanitätshaus Hans Winkler am Dortmunder Westenhellweg. Dort hatte er ein sehr gutes Arbeitsverhältnis mit dem damaligen Chef des Sanitätshauses.

Man hatte ihm sogar angeboten, den Betrieb zu übernehmen, was er aber ausschlug um später in der Kleinstadt Warburg Fuß zu fassen. Danach bereitete er sich von Ende 1969 bis 1971 in Bigge-Olsberg auf die Meisterprüfung vor, die er dann am 18. Februar 1971 auch bestand.

Bis Ende 1972 blieb Seidel noch in Bigge-Olsberg, bevor er zur Firma Winkler zurückkehrte, bei der er bis 1974 angestellt war.

1974 erstmalige Anstellung für Georg Seidel in Warburg

Erstmals arbeitete er danach in Warburg, als er von 1974 bis März 1978 im Sanitätshaus Büngler angestellt war. Dort wollte zwischenzeitlich den Betrieb übernehmen.

Da ihm aber ein so schlechtes Angebot vom damaligen Firmenbesitzer gemacht wurde, sodass sogar die extra für diesen Fall in Anspruch genommene Innung dringend abrat, entschloss sich Seidel dazu, im April 1978 ein eigenes Sanitätshaus zu gründen.

April 1978: Sanitätshaus Seidel wird gegründet

Das Sanitätshaus Georg Seidel in der Hauptstraße 9, Warburg, bis heute das Hauptquartier aller Standorte, das „Sanitätshaus Georg Seidel, Fachbetrieb für Orthopädie“. Mit einer Ladenfläche von 25 qm (1983 Erweiterung auf 100 qm) und einer Werkstatt von 130 qm ging das Abenteuer seinerzeit los. “Heute haben wir immer noch eine Ladenfläche von 100 qm und eine Werkstatt von 160 qm”, sagt Georg Seidel.

Sanitätshaus Seidel: Expansion ab 1990

Die 1990er Jahre fingen für Georg Seidel damit an, dass er am 12. Februar 1990 ein zweites Geschäft, die Bonefeld & Seidel GmbH in Beverungen gründete und somit sein Firmenportfolio auf zwei Geschäfte ausdehnte. Von Dezember 1993 bis März 2010 war Seidel zudem Beisitzer im Innungsvorstand Bezirk Detmold.

Das Sanitätshaus Seidel, das ab August 2006 auch offiziell so hieß, eröffnete dann zwei weitere Lokationen – ein neues Sanitätshaus in Hofgeismar in der Marktstraße 5 (2001) und die Eröffnung eines Reha-Ladens

2006 firmierte die Firma zur Sanitätshaus Seidel GmbH um, was für den Beverunger Standort wiederum einen Umzug in die Weserstraße 8 bedeutete, wo sich die Beverunger Dependance des Sanitätshauses bis heute befindet. Der Reha-Bereich im Großenederer Weg in Warburg wurde 2015 eröffnet.

Georg Seidel: „Das größte Geschenk, was man mir in unserem Handwerk machen kann“

“Das größte Geschenk, was man mir in unserem Handwerk machen kann, ist dieser Goldene Meisterbrief. Da ich auch jetzt noch aktiv in der Werkstatt und am Kunden arbeite ist diese Ehrung auch gerechtfertigt”, sagte Georg Seidel zu seiner Ehrung.

Trotz Lockdown weiterhin geöffnet: Das Sanitätshaus Seidel (hier die Hauptfiliale in Warburg, Hauptstraße 9)
Trotz Lockdown weiterhin geöffnet: Das Sanitätshaus Seidel (hier die Hauptfiliale in Warburg, Hauptstraße 9)

Sechs Sanitätshäuser & sieben Standorte unter einem Namen: Seidel

Von Frank Booth

Freier Autor

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.