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Namika im Interview: "Als Kind war ich traurig, keine richtige Deutsche zu sein"

am 20 September 2015 von Matthias



Namika im Interview: "Als Kind war ich traurig, keine richtige Deutsche zu sein"
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Die Sängerin Namika im FFH-Studio

Die Sängerin Namika im FFH-Studio

Namikas Hit "Lieblingsmensch" landete auf Platz 1 der Charts. In der HIT RADIO FFH-Sendung "Silvia am Sonntag" sprach die Sängerin mit marrokanischen Wurzeln am 20. September mit Moderatorin Silvia Stenger über ihr Heimatland, kulturelle Unterschiede und natürlich ihre Musik.

Das erste Album von Namika heißt „Nador“. Darüber sagte Namika bei FFH: „Nador ist die Heimat meiner Großeltern und 16 Jahre lang habe ich dort meine Sommerurlaube verbracht, habe mit den Nachbarkindern immer gespielt. Irgendwann habe ich gespürt, dass die Wahrnehmung der Kinder mir gegenüber sich verändert hat und zwar war ich dann plötzlich die Deutsche in Marokko. Als Kind war das total unbeschwert, aber je älter man wird, fängt man plötzlich an, zu trennen.

Auch in Deutschland: da war ich die Deutsche mit marokkanischen Hintergrund, also auch nicht die richtige Deutsche. Diese Erkenntnis habe ich erlangt, als ich in Nador war, deshalb habe ich das Album so genannt und deshalb gibt‘s auch im Album einen Song, der Nador heißt. Für mich ist Nador ein Synonym für Selbstfindung. Als Kind hat mich das ein bisschen getroffen. Das Gefühl vermittelt zu bekommen, dass ich hier nicht so richtig zu Hause bin. Als Kind war ich traurig, keine richtige Deutsche zu sein, aber je älter ich wurde, desto mehr habe ich festgestellt: Hey, das ist doch voll das Geschenk, ein Kulturhybrid zu sein.“

Ihr Künstlername bedeutet Schreiberin.

Ihr Künstlername bedeutet "Schreiberin" auf Berbisch. „Das passt halt. Ich bin mit dem Berbisch (Sprache der Berber in Nordafrika, Anm.) groß geworden, weil meine Mum sehr früh nach Deutschland gekommen ist. Sie ist dort gar nicht zur Schule gegangen und hat nicht Arabisch gelernt, sondern sprach nur Berbisch. Und das war ja fast eine vergessene Sprache, erst seit zehn Jahren gibt es die Schrift. Ich wusste nicht, wie man sie schreibt, ich konnte sie nur sprechen. Meine Mama ist eigentlich auch ein hessisch‘ Mädsche, aber wir sprechen Deutsch und Berbisch zuhause.“

Deutsch zu singen, ist nicht schwer!

Namika bei FFH über Musik und Sprache: „Songs in der Muttersprache sind immer etwas Besonderes. Man versteht jedes Wort. In Englisch meint man, den Song zu verstehen, man findet seinen eigenen Sinn. Man kann auf Deutsch so viel schöner texten, als auf Englisch. Deutsch ist so eine tolle Sprache. Es ist so schön, dass so viele Künstler jetzt auf Deutsch singen und erfolgreich sind. Deutsch zu singen, ist nicht schwer, man muss die Worte nur so singen, wie sie ausgesprochen werden, sonst klingt es komisch. Solange man der Betonung treu bleibt, ist alles okay.“

Auch zum aktuellen Flüchtlingsthema hat die Sängerin eine dezidierte Meinung. „Ich wünsche mir, dass wir untereinander mit den Flüchtlingen verständnisvoller miteinander umgehen. Die brauchen unsere Hilfe, haben Schlimmes erlebt und wir sollten tolerant sein und unser Herz aufmachen und uns in die Menschen hineinversetzen. Wir sollten versuchen, die Menschen auf der Flucht zu einem Teil unseres Landes zu machen, da stecken viele Chancen drin, man muss nur die Gehirnzellen anstellen.“

» [ Offizielle Homepage von Namika ]

 


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