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Anlässlich des 75-jährigen Erscheinens des Kinderromans „Der Hobbit“ von J.R.R. Tolkien (1937), erschien der Bildband „Die Kunst des Hobbit“.

Er ist ein Schatzbuch für Tolkien-Fans, dessen schönste Geheimnisse man beim groben Durchblättern gar nicht entdeckt, weil die Seiten ausklappbar sind. Versenkt man sich hinein, erkennt man: Die Fantasie von Tolkiens Zeichnungen macht Freude, erweckt die Welt zum Leben. Man fühlt sich tief hineingezogen in diese Welt, und man spürt, wie viel Liebe in dieser zutiefst ausgearbeiteten Welt steckt.

Über hundert Illustrationen zeigen, wie Tolkien selbst sich seine Welt vorgestellt hat, wie Bilbo und Gandalf aussehen, Beutelsend und Bruchtal. Daneben gibt es Zitate aus dem Buch und viele Erklärungen. So wird beispielsweise beschrieben, wie der Autodidakt Tolkien die Bilder für das Buch zeichnete, dass der Hobbit für seine vier Kinder entstand. Außerdem erfährt man Anekdoten, zum Beispiel, dass die berühmte erste Zeile „In einem Loch im Boden, da lebte ein Hobbit“ entstand, weil der Professor Tolkien sie frustriert in eine Prüfungsarbeit kritzelte, die er korrigierte. Das Hausmanuskript, das er für seine Kinder erstellte und das noch ungleich mehr Illustrationen enthalten haben muss, ist heute leider nicht mehr erhalten. Eigentlich hatte es beim Verlag kein Budget für Zeichnungen gegeben, doch als sie den Verlegern in die Hände fielen, mussten sie sie einfach drucken.
Die Aquarelle (siehe Bild oben) entstanden erst für die amerikanische Ausgabe.

Alle noch erhaltenen Zeichnungen Tolkiens!

Das Buch enthält alle noch erhaltenen Zeichnungen Tolkiens, von denen die meisten für den Hobbit entstanden. Außerdem wurden noch einige hinzugefügt, auf denen Hobbit-Zeichnungen basieren. Mit 29,90 € dabei gar nicht so teuer, ist „Die Kunst des Hobbit“ eine lohnenswerte Anschaffung für alle Tolkien- und Hobbit-Fans und eine wundervolle Einstimmung auf den Film.

Der Hobbit

  • Erschienen: 1937
  • dt. Übersetzung: 1957 (Tolkien wollte 37 keinen „Ariernachweis“ erbringen)
  • 1. Verfilmung: 1966 (12-min-Kurzfilm)1977 Zeichentrickversion
  • 1980 dt. Hörspielversion
  • Bereits 1995 plante Jackson eine Trilogie (Teil 1 Hobbit, Teil 2 und 3 Herr der Ringe)
  • Der Hobbit, ab 13.12. im Kino

Der Hobbit – Eine unerwartete Reise“  kommt am 13.12. in die Kinos und schließt sich quasi an die vor 11 Jahren erschienene Trilogie „Herr der Ringe“ an, verwendet möglichst die gleichen Schauspieler und natürlich wurde wieder im malerischen Neuseeland gedreht. Die Einwohner sind so Tolkien-verrückt, dass sie ihre Hauptstadt Wellington sogar zur dortigen Weltpremiere in „Mittelpunkt von Mittelerde“ umbenennen.

Tolkiens Büste in Oxford (Foto: Julian Nitsche)

Eigentlich ist der Hobbit jedoch die Vorgeschichte des Herrn der Ringe: Bilbo (Martin Freeman/ Ian Holm), Frodos (Elijah Wood) Onkel, wird von Gandalf (Ian McKellen), dem grauen Zauberer, und 13 Zwergen besucht und möchte sich auf die abenteuerliche Reise machen, dem Drachen Smaug den Schatz der Zwerge abzujagen. Unterwegs findet er zufällig den Einen Ring (um den es im Herrn der Ringe geht), den er jedoch nur als unsichtbar machenden Zauberring kennt, und begegnet Gollum (Andy Serkins). Als Frodo ihn im Herrn der Ringe in Bruchtal wiedersieht, schreibt er gerade seine abenteuerliche Geschichte auf. Neben Trollen und anderen fantastischen Wesen begegnet er den Elben Elrond (Hugo Weaving), Galadriel (Cate Blanchett) und Legolas (Orlando Bloom) wie auch dem weißen Zauberer Saruman (Christopher Lee). Für Regie, Produktion und als Co-Autor zeichnet wieder Peter Jackson verantwortlich, der schon den angeblich „unverfilmbaren“ Herrn der Ringe auf die Leinwand brachte.

Tolkien

John Ronald Reuel (auch J.R.R.) Tolkien (1892-1973) gilt als Begründer des Genres Fantasy und war Professor für englische Sprache an der Universität Oxford. Die Welt von „Herr der Ringe“, „Hobbit“ und Co. klügelte er seit seiner Jugend aus, entwarf elaborierte Sprachen mit einer eigenen Grammatik und Schrift (wie Tengwar, die Schrift der Elben). Auch Hobbits, aber auch Elfen, Orks und andere Wesen, wie sie auch heute noch in Büchern und Filmen vorkommen, gelten als seine Erfindung – dabei bediente er selbst sich aus der reichen Mythologie Irlands und Skandinaviens.


Der zweite Teil der Film-Trilogie (The Desolation of Smaug; dt. Titel noch nicht bekannt) soll 2013 erscheinen und der dritte Teil (There and Back again – Hin und Zurück) 2014. Im dritten Teil werden auch Teile aus Tolkiens anderen Büchern vorkommen und er soll eine Verbindung zu „Der Herr der Ringe“ herstellen. Für den Film wurde die Geschichte adaptiert und so verändert, dass sie auch für Erwachsene interessant sein soll.

» Hammond, Wayne G. und Scull, Christina: Die Kunst des Hobbit. Alle Bilder von J.R.R. Tolkien. Stuttgart: Klett-Cotta, 2012. 29,90 €
» auch die Roman-Ausgaben sind im Verlag Klett-Cotta erschienen

» [ Alle Hobbit-Bücher bei Klett-Cotta ]

» 13.12., Kinostart: Der kleine Hobbit – Eine unerwartete Reise

Von Maria Blömeke

Ehemaligen Ww-Redakteurin

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