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Bleibt bis auf Weiteres trocken: Die Theke im Susi's Unverschämt in Paderborn.
Bleibt bis auf Weiteres trocken: Die Theke im Susi’s Unverschämt in Paderborn.

(Paderborn) Besonders für nicht ortskundige etwas schwer zu finden, aber mit umso größerem Wohlfühlfaktor ausgestattet: Die Szene-Kneipe Susi’s Unverschämt in Paderborn gehört zu einer Partynacht in der Domstadt einfach dazu. Dazu wird es ab sofort allerdings auf unbestimmte Zeit nicht mehr kommen können, denn einem Bericht der NW zufolge kann die kultige Wirtin ihr Geschäft nicht länger halten. Somit ist das Susi’s eine weitere Kult-Institution, die aufgrund der stiefmütterlichen Behandlung der Veranstaltungsszene seitens der Politik massivste Einschnitte erfährt.

Die Wirtin Susi, mit bürgerlichem Namen Manfred Tölle, hat sich ihren Abschied aber definitiv anders vorgestellt. So sagt sie der NW gegenüber: “Eigentlich hatte ich vor, bis ich 100 bin hinter der Theke zu stehen, aber Corona hat mir einen Strich durch die Rechnung gemacht”

Susi weiterhin zur NW: “An normalen Abenden waren immer zwischen 50 und 70 Gäste im Laden, aber entsprechend der Corona-Verordnungen dürfte ich lediglich zehn Personen gleichzeitig in die Kneipe lassen” Das rechne sich nicht, so Susi. Außerdem müsse sie “zusätzliches Personal engagieren für die Tür, das kann ich nicht gleichzeitig übernehmen”.

“Keine Einnahmen bei laufenden Kosten”

Die Wirtin sei stolz darauf, Susi’s Unverschämt in Paderborn immer in Eigenregie bewirtet zu haben, sagte sie der NW. Die jetzt geforderten Auflagen könne sie “nicht bewältigen”, bekennt sie jedoch und berichtet, dass sie seit einem halben Jahr keine Einnahmen gehabt habe, gleichwohl aber durchgängig laufende Kosten.

Nicht nur die lange Öffnungszeit hob das Susis’s Unverschämt in Paderborn heraus (bis 6 Uhr morgens konnte man hier feiern), sondern auch die außergewöhnlich offene Atmosphäre verbunden mit einer exzellenten Musikauswahl suchte seinesgleichen.

Susi’s Unverschämt in Paderborn soll bestehen bleiben

Der NW zufolge soll das Lokal als solches jedoch weiterhin bestehen, “eine junge Paderbornerin” werde das Lokal übernehmen. Wer das ist, wolle Susi noch nicht verraten und es sei auch noch nicht klar, wann das Lokal wieder öffnet. “Aber es wird weiterhin eine Szene-Kneipe für Schwule, Lesben und Heteros bleiben, in denen es auch weiterhin Travestrie-Auftritte und Kabarett geben soll”, so Susi in der NW.

Für Susi gehe es erstmal in den Ruhestand, so die Wirtin. Eine Rückkehr als Kneipenwirtin könne sie sich vorstellen, aber auch als Travestie-Kunstfigur Susi Chanel sei sie weiterhin buchbar. “Ich habe auch schon Anfragen von Olivia Jones aus Hamburg bei ihr aufzutreten” so Susi in der NW.

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Von Frank Booth

Freier Autor

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