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Martyn – Voids (Ostgut Ton)

Unglaublich, aber „Voids“ ist tatsächlich Martyns erstes Full-Length auf Ostgut. Der Niederländer, der bereits seit 2010 mit dem legendären Berliner Label assoziiert ist, hat sich aber – nicht untypisch für ihn – gleich mal mit einem richtigen Kracher eingeführt.

Produziert in den Monaten nach einem beinahe tödlichen Herzinfarkt, schafft Martijn Deijkers es, eine Art Werkschau seines gesamten professionellen Lebens (dazu zählen auch seine Anfänge, als er sich im Bereich Drum & Bass die Sporen verdiente) in einen Kontext des Hier und Jetzt zu stellen.

„Voids“ zeigt, wieso er als größte Hoffnung britischer Post-Bass-Musik galt, wieso sein Platz im experimentellen Brainfeeder-Roster verdient war und wieso sein Name dem Ostgut-Label (immerhin Zuhause von Marcel Dettmann, James Ruskin und Len Faki) noch einmal zusätzlichen Glanz verleiht.

Eine der größten Herausforderungen für zeitgenössische elektronische Musik ist es, den Bogen zwischen heimischem Wohnzimmer und schweißgetränktem Clubfloor zu schlagen. Mit „Voids“ beweist Martyn mit nahezu koketter Leichtigkeit, dass sich elektronische Musik abseits des Mainstream bald auf neue Herausforderungen wird einstellen müssen. Und zwar solche, an deren Speerspitze Deijkers selbst steht. Großartig!

Von Frank Booth

Freier Autor

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