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Sexistische Kommentare oder Darstellungen stellen einen Großteil der Werbeplakate dar. Die Stadt Marburg setzt deshalb ein Zeichen gegen diese Objektifizierung und Diskriminierung anhand ihrer neuen Kampagne. | (c) pixabay
Sexistische Kommentare oder Darstellungen stellen einen Großteil der Werbeplakate dar. Die Stadt Marburg setzt deshalb ein Zeichen gegen diese Objektifizierung und Diskriminierung anhand ihrer neuen Kampagne. | (c) pixabay

(Marburg) Diese Situation haben Viele schon einmal erlebt: Sie wurden reduziert auf ihr äußeres Erscheinungsbild oder haben sexistische Kommentare erleiden müssen. Leider ist Sexismus auch in der Werbung ein häufig genutztes Mittel, um Aufmerksamkeit zu generieren. Wie verletzend diese Art des Umgangs sein kann, zeigt eine neue Kampagne gegen Diskriminierung in Marburg.

Die mittelhessische Universitätsstadt feiert im Jahr 2022 ihren 800. Geburtstag. Sie steht im Fokus einer ganzen Region und will dies nutzen, um auch auf Missstände hinzuweisen. Eine dieser Hürden ist die Nutzung sexistischer Werbeplakate. Auf eben diesen veröffentlicht Marburg nun eine Gegenbewegung.

Was steckt hinter den Plakaten gegen Sexismus?

Noch bis zum 14. November 2022 stellen die Bürger:innen Marburgs eine Neuerung an den Bushaltestellen fest: Statt diskriminierender und rein oberflächlicher Werbeplakate schmückt eine neue Kampagne diese Standorte.

Die private Macromedia Hochschule bildet Studierende an verschiedenen Standorten in kreativ-gesellschaftlichen Fachrichtungen aus. Eines der aktuellen Projekte ist die Werbe-Kampagne gegen Sexismus & Diskriminierung.

In Zusammenarbeit mit der Macromedia Hochschule München hat die hessische Mittelstadt neue Werbeposter aufgehangen – getreu dem Motto »Man muss nicht die Hüllen fallen lassen, um aufzufallen«.

Starke Eyecatcher, die die Aufmerksamkeit binden und nachhaltige Denkanstöße vermitteln!

Ströer-Geschäftsführer Stefan Helbig über die neue Idee der Werbung (via SZ)

Die Werbung zeigt Giraffen oder Dalmatiner, die inmitten ihrer bunten Felle kahle, weiße Flecken aufweisen. So wollen die Designerinnen Elena Faist und Anna Hubrich verdeutlichen, dass jeder Mensch genügt so wie er ist, um aufzufallen. Die zwanghafte Darstellung nackter Körper sei purer Sexismus der Medien-Industrie.

No-Go Sexismus: Marburg ruft zu Interaktion auf!

Damit die Kampagne eine noch stärkere Wirkung hat, fordert die Universitätsstadt ihre Einwohnenden dazu auf, sich an der Gegenbewegung zu beteiligen. Unter dem Hashtag #sexismisntsexy können Interessierte Selfies von sich auf Instagram posten.

Auf dem Smartphone werden wir durch die sozialen Netzwerke stetig mit sexistischer Werbung konfrontiert. Deshalb ist es wichtig, dass wir dagegen steuern anhand des Marburger Hashtags #sexismisntsexy.  | (c) Nadja Schwarzwäller
Auf dem Smartphone werden wir durch die sozialen Netzwerke stetig mit sexistischer Werbung konfrontiert. Deshalb ist es wichtig, dass wir dagegen steuern anhand des Marburger Hashtags #sexismisntsexy. | (c) Nadja Schwarzwäller

Diese will die Stadt Marburg dann reposten, um so immer wieder auf die neuen Werbeplakate zu verweisen. Genau diese Methode hat bereits in München große positive Wellen geschlagen, wo die Kampagne im Januar 2022 erstmalig startete.

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Insbesondere Münchens zweite Bürgermeisterin Katrin Habenschaden zeigte sich damals begeistert von dem Projekt der zwei Studentinnen. Eine kreative Idee, die ein wichtiges gesellschaftspolitisches Zeichen setzt: Sexismus ist nicht sexy, auch nicht in Marburg.

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Von Julia Gogolok

Online-Redakteurin | Social-Media-Redakteurin

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