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  Lesedauer: 3 Minuten
Eine Künstlerin beim Kammermusikfestival in Kassel: Die Spitzengeigerin Tianwa Yang | (c) Andrej Grlic
Eine Künstlerin beim Kammermusikfestival in Kassel: Die Spitzengeigerin Tianwa Yang | (c) Andrej Grlic

Mithilfe von Kammermusik Begegnungen aller Art herzustellen – dem Anliegen der in Kassel lebenden Spitzengeigerin Tianwa Yang wurden in diesem Jahr durch die Corona-Pandemie und die aktuellen Covid-19-Verordnungen einige Steine in den Weg gelegt. Dass Kultur dennoch stattfindet, ist für die Violinistin und das Team der Kasseler Musiktage, die das Festival jährlich präsentieren, unabdingbar: reduziert, mit Abstand, mit Vorsicht – aber nicht weniger emotional und fulminant.

Statt der ursprünglich geplanten Konzerte gibt es in diesem Jahr eine Konzertreihe unter dem Titel »B-A-C-H 14« im Museum für Sepulkralkultur, die sich rund um den Komponisten Johann Sebastian Bach drehen. Eine besondere Rolle spielt diesmal die Bach’sche Zahlensymbolik, die häufig bei ihm zu finden ist.

Zum Beispiel nutzte der Komponist die Zahl Vierzehn oft, um sich in seinen Werken selbst zu verewigen: Die Buchstaben B-A-C-H stehen im Alphabet an zweiter, erster, dritter und achter Stelle – zusammengerechnet Vierzehn. Vierzehn Zuschauer*innen wird es jeweils möglich sein, in sechs kurzen Konzerten Tianwa Yangs Violinspiel zu begegnen.

Auf dem Programm stehen die sechs Sonaten und Partiten für Violine solo (BWV 1001–1006). Gerade in einer Zeit, in der das Zusammensein und -spiel mit anderen Menschen fehlt, bieten Bachs Solowerke für Violine, die zwar allein gespielt werden, in ihrer mehrstimmigen Vielschichtigkeit jedoch unübertroffen sind, das Gefühl, nicht allein zu sein.

Yang stellt den barocken Schätzen – etwa als Antwort, Echo oder Kontrast – jeweils ein Werk späterer Komponisten gegenüber. Zu hören sind hier spätromantische Klänge Eugène Ysaÿes und moderne Violinmusik aus der Feder von Garth Knox.

Zusammen musiziert wird allerdings trotzdem auch, in kleiner Besetzung: Tianwa Yang begegnet ihren Kolleg*innen Erika Geldsetzer (Violine), Liisa Randalu (Viola) und Mikael Samsonov (Violoncello) im musikalischen Dialog in der Kasseler Friedenskirche, die mit ihrer Umgebung und Akustik einen besonderen Schauplatz für die zu hörende Musik bietet.

Joseph Haydns Streichquartett Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze, Hob. XX:1 aus dem Jahr 1787 waren ursprünglich als Passionsmusik für Orchester gedacht. Das Werk überwältigte einst Haydns Zeitgenossen und fasziniert auch das heutige Publikum mit dem Eindruck, die letzten Worte Jesu Christi am Kreuz tatsächlich vernehmen zu können. Die sieben ruhig-meditativen Sätze lassen somit die diesjährige recht stille Passionszeit doch noch musikalisch erklingen.

Ebenso aus der Zeit der Wiener Klassik stammt das Streichtrio G-Dur op. 9/1 Ludwig van Beethovens, dessen 250. Geburtstag in diesem Jahr weltweit musikalisch gefeiert werden sollte. Dem Streichquartett in der Musikgeschichte als Gattung deutlich unterlegen, nimmt das Streichtrio jedoch besonders in Beethovens Frühwerk einen prominenten Platz ein.

Es lässt Beethovens Streben nach einem Wandel von stilistischen und häuslichen Kammermusiktraditionen erkennen: Das Werk sprengt den Gattungsrahmen, ist sinfonisch angelegt und eher für die Konzertbühne als für den Hausgebrauch gemacht.

Die beiden tschechisch-jüdischen Komponisten Gideon Klein und Hans Krása teilen das traurige Verfolgungsschicksal während der NS-Zeit. Seit 1941 in Theresienstadt inhaftiert, durften sie im Rahmen der von den Deutschen gewährten „Selbstverwaltung“ Künstlertreffen organisieren und kleine Konzerte veranstalten.

In diesem Rahmen entstanden 1944 Kleins dreisätziges Streichtrio sowie Krásas Passacaglia und Fuge für Streichtrio. Zwei Monate nach der Fertigstellung seines Werks wurde Krása nach Auschwitz abtransportiert und ermordet, bei Klein waren es nur neun Tage. In Gedenken an das Ende des Zweiten Weltkriegs und des Nationalsozialismus – ein weiteres Jubiläum, das in diesem Jahr bisher kaum gefeiert werden konnte – erklingt nun diese wertvolle Musik.

Das vollständige Programm ist ab sofort auf der Homepage des Festivals www.festival-begegnungen.de abrufbar. Eintrittskarten für die Konzerte in der Friedenskirche sind über den Onlineshop, die Tickethotline 0561-3164500 sowie sämtliche Reservix-Vorverkaufsstellen erhältlich. Die Eintrittskarten für die Konzerte unter dem Titel »B-A-C-H 14« werden verlost. Eine Teilnahme am Losverfahren ist über die Homepage, die Tickethotline sowie per E-Mail an info@festival-begegnungen.de möglich.

Kammermusikfestival in Kassel: Die Termine!

 

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Von Frank Booth

Freier Autor

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