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Markus (l.) und TamTam von der Goldgrube
Markus (l.) und TamTam von der Goldgrube | Foto: Willi Ditzel für Wildwechsel

(Kassel) In der Regel gibt man einer Event-Location (Konzertschuppen, Disco, Kulturtreff, Szenekneipe etc.) immer ein halbes Jahr, bevor man so richtig sagen kann „ist gut angelaufen“, „läuft gut“ oder auch „könnte besser laufen“.

Bei der neuen guten alten Goldgrube an der Eisenschmiede in Kassel, die dieser Tage genau ein halbes Jahr unter den neuen Betreibern Markus Maifeld (aka Markus Moshpit) und Christian Prasse (aka TamTam) von der Moshpit Crew existiert, konnte man schon zur Weihnachtszeit sagen: Es ist der Ort für alternative und laute Live-Musik (und manchmal auch aus der Konserve) in Kassel geworden!

Wir rekapitulieren: Als der gebürtige Warburger Udo Schulze, Vater der legendären „Mutter“ aller Szenekneipen in Kassel, der sich 2014 mit der nur dreihundert Meter entfernten Goldgrube den Wunsch nach einem Live Club für Bands, deren Musik er in der Mutter wegen der Nachbarschaft immer nur auflegen konnte, erfüllen konnte, Anfang Juni 2018 plötzlich starb, war das für die Subkultur-Szene ein Schock.

Erfreulicherweise hat seine Witwe Ana Maria Udos Werk nicht auf die Schnelle meistbietend vertickt, sondere beschlossen, Menschen zu suchen, die es weiterführen wollen und können.

Die Moshpit Crew hatte schon häufig Konzerte in der Goldgrube organisiert, Markus und TamTam waren zu Udos Lebzeiten bestens mit ihm befreundet und leben dessen drei Gebote weiter:

  1. Die Musik muss gut sein!
  2. Jede Band bekommt eine anständige Gage!
  3. Wer Sch*ße baut, fliegt hochkant raus!

Als die Goldgrube unter dem neuen Team nach dreimonatiger Pause erneut öffnete, gab es zunächst Bedenken, dass der Live-Club auf Grund der musikalischen Vorbelastung seiner Macher zu einem reinen Metal-Schuppen mutieren könnte. Doch weit gefehlt. Es gibt wieder – und sogar erfolgreicher denn je – die „Take me out“-Indie Disco, es treten weiterhin Garagen- und Punkrock-Bands auf, aber eben auch jede Menge große Namen der Doom-, Thrash-, Death-, Black- und Psychedelic- Metal Szene.

Indian Nightmare - In der Goldgrube mit vielen Kopfnickern in der ersten Reihe
Indian Nightmare – In der Goldgrube mit vielen Kopfnickern in der ersten Reihe | Foto: Willi Ditzel für Wildwechsel

Geblieben ist das kuriose, leicht verruchte Wohlfühlambiente, das in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts vermutlich einen Designpreis bekommen hätte, geändert haben sich die Anfangszeiten. Konzerte, die für 22 oder 23 Uhr angekündigt werden, beginnen auch um 22 oder 23 Uhr und nicht irgendwann mal nach Mitternacht.

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Das ganze Goldgruben-Programm im Wildwechsel Terminator

Von Willie Eilich

Freier Autor aus Kassel. Szene-Kenner!

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