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Besinnungsstunde Foto: Bildunterschrift: „Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies und Stadtverordnetenvorsteherin Marianne Wölk beim stillen Gedenken nach der Kranzniederlegung“ Copyright-Hinweis Foto ist von einer vorherigen Gedenkveranstaltung am 9. November 2019 (c) Stefanie Profus, i. A. d. Stadt Marburg.
Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies und Stadtverordnetenvorsteherin Marianne Wölk beim stillen Gedenken nach der Kranzniederlegung (c) Stefanie Profus, i. A. d. Stadt Marburg.

(Marburg) Anlässlich der Novemberpogrome von 1938 veranstalten die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, die Jüdische Gemeinde und der Magistrat der Universitätsstadt Marburg am 9. November wieder eine Besinnungsstunde. Es wird der jüdischen Bürger*innen gedacht, die Opfer nationalsozialistischer Gewalt wurden. Über den Tag verteilt können Menschen im Garten des Gedenkens Kerzen und Blumen niederlegen – und am Abend per Live-Stream gemeinsam an die Opfer erinnern.

Mit Abstand – aber im Herzen zusammen: Auch die Besinnungsstunde im Gedenken an die Opfer der NS-Diktatur und der Novemberpogrome wird in diesem Jahr im Angesicht der Corona-Pandemie verändert stattfinden.

Wir werden unserer jüdischen Nachbarinnen, Freundinnen, Bürgerinnen gedenken, die im Nationalsozialismus ermordet wurden. Es ist unsere Verantwortung, sie niemals zu vergessen – und auch an die Geschichte zu erinnern, damit sie sich niemals wiederholt“, so Marburgs Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies. „Es ist aber auch unsere Verantwortung, angesichts der Corona-Pandemie besonders vorsichtig im gemeinsamen Gedenken zu sein.“ Daher wird die Besinnungsstunde in diesem Jahr möglichst in einem kleineren Kreis als sonst an der Synagogengedenkstätte stattfinden. Aber: „Alle Bürgerinnen sind herzlich eingeladen via Live-Stream gemeinsam mit uns zu erinnern.“

Corona-Schutzmaßnahmen: Mit Abstand, aber im Herzen zusammen, gedenken

Menschenansammlungen müssen derzeit vermieden werden. „Wir wollen aber allen die Gelegenheit geben, in Stille und mit Abstand zu Gedenken und dies auch an der ehemaligen Synagoge zum Ausdruck zu bringen“, so Spies.

Alle Menschen sind daher dazu eingeladen, über den Tag verteilt beispielsweise Blumen abzulegen oder Kerzen aufzustellen. Außerdem können alle ihre Gedanken in Worte fassen – und als Brief oder Postkarte in den Briefkasten am Rathaus einwerfen (Markt 1, 35037 Marburg; Kennwort: Besinnungsstunde 9.11.) oder per Mail senden (Besinnungsstunde@marburg-stadt.de).

Die Texte werden bis zum 15. November gesammelt und dann an die Jüdische Gemeinde übergeben. Die Gedenkveranstaltung beginnt dann am Montag, 9. November, um 18.30 Uhr im Live-Stream. Der Live-Stream wird erreichbar sein über die Internetseite der Universitätsstadt Marburg unter www.marburg.de/gedenken.

Für die Stadt wird im Rahmen der Besinnungsstunde der Oberbürgermeister sprechen, für die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Dr. Klaus Dorn. Jüdische Gebete spricht Amnon Orbach, Marburgs Ehrenbürger und Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde.

Die Besinnungsstunde zum Gedenken an die Opfer der Novemberpogrome ist für viele Marburger*innen zu einer traditionellen Gedenkfeier geworden. Zahlreiche Teilnehmer finden sich normalerweise alljährlich am 9. November an der Synagogen-Gedenkstätte ein, um an die Opfer nationalsozialistischer Gewalt zu erinnern.

Um den 9. November 1938 wurden in der Bundesrepublik Deutschland Synagogen und jüdische Geschäfte in Brand gesteckt, zerstört oder beschädigt. Ziel der Besinnungsstunde ist es, dieses Geschehen und die Opfer nicht zu vergessen.

Vollsperrung der Universitätsstraße zwischen Gutenbergstraße und Rudolphsplatz

Anlässlich der Veranstaltung wird die Universitätsstraße in dem Teilabschnitt zwischen der Gutenbergstraße und dem Rudolphsplatz am Montag, 9. November 2020, in der Zeit von 18.15 bis voraussichtlich 19.15 Uhr, für den gesamten Fahrverkehr gesperrt. Der Verkehr aus Richtung Wilhelmsplatz wird über die Gutenbergstraße, Schulstraße und Am Grün umgeleitet. Aus Richtung Biegenstraße und Pilgrimstein erfolgt die Umleitung über den Erlenring, weiter über die B 3 Abfahrt Gisselberger Straße und Schwanallee.

Der Linienverkehr des öffentlichen Personennahverkehrs ist von der Sperrung ausgenommen und wird aufrechterhalten. Sämtliche Busse mit Fahrtrichtung Wilhelmsplatz halten in der Zeit von 16:30 bis ca. 19:20 Uhr an der Haltestelle „Gutenbergstraße“. Ortskundigen Kraftfahrern wird empfohlen, die Sperrstelle großräumig zu umfahren.

Weitere Informationen zur Besinnungsstunde gibt es bei dem FD Unterstützung kommunaler Gremien, Sabrina Heun, (06421) 201-1342, sabrina.heun@marburg-stadt.de.

» Gedenkveranstaltung im Live-Stream

 

Von Pressemeldung

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