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Facebook ist ominpräsent! Ob am Arbeitsplatz oder in der Fußgängerzone, ja selbst in „Ruhezonen“ wie Parks oder Cafés: Überall sieht man Leute, die sich gerade in der Welt größtem Netzwerk „bewegen“. Neben Google versuchen immer wieder auch andere, neue Plattformen, sogenannte Social Communities, ein Stück vom Kuchen zu ergattern. Mit Zurker versucht das jetzt eins, dass den Vor-Namen „Social“ ernst nehmen will. Zurker gibt vor, genossenschaftlich zu sein. Doch schon gibt es Stimmen, die davor warnen, wieder andere feiern es bereits begeistert als neues und besseres Facebook. Doch wovon sprechen die?

„Facebook-Sozial“ oder „Fake-Book“?

Wer hat’s erfunden? Derzeit gehört Zurker dem in Belgrad geborenen Japaner Naoki Oba. Bei Zurker nennt er sich Nick Oba oder auch „Berzurker“ (so sein Nickname). Naoki Oba hat schon mehrere Web-Projekte, die aber alle gescheitert sind. Bei „Fortitude“, einem Mitmach-Magazin, versprach er Geld für das Verfassen von Artikeln und Werben neuer Mitglieder. Immer wieder tauchen Behauptungen auf, Geld sei bei den Autoren nicht angekommen. Laut seiner Aussage habe er gezahlt, bis der Dienst eingestellt wurde und seine Schuldner hätten Anteile von Zurker bekommen, schreibt Spiegel Online.


Zurker im WW-Check

Pro Zurker
→ genossenschaftliche Idee
→ Mitglieder könnten demokratisch mitentscheiden und sich gegen Änderungen zeigen
→ Mitglieder würden durchs surfen Gewinne machen → keine „Diktatur“ wie bei Facebook

Contra Zurker
→ derzeit gehört Zurker nur Nick Oba, niemand hat bisher echte Anteile erhalten
→ Nick Oba hatte schon mehrere gescheiterte Web-Projekte
→ Bisher gibt es nur Optionen auf Anteile. Ob man je wirklich Miteigentümer wird, ist fraglich.
→ Derzeit nur Beta-Status
→ Keine technischen Neuerungen, funktional wie Facebook


Warum Zurker besser als Facebook sein soll: Zurker basiert auf dem genossenschaftlichen Prinzip. Wer Mitglied wird und Freunde einlädt, soll Anteile an Zurker erhalten. Diese Anteile kann man auch kaufen. Doch in Wirklichkeit ist es derzeit so, dass man derzeit nur Optionen auf Anteile kauft oder erhält, wie Spiegel Online herausgefunden hat. Dem gegenüber gab Inhaber Oba zu: „Vielleicht sollten wir es in ‚zukünftige Besitzer‘ ändern. Sie haben Recht, derzeit gibt es keine rechtliche Basis für den Besitz durch Mitglieder.“ Doch zugleich sagt er über die sogenannten vShares (Besitzanteile): „vShares sind per Definition virtuell, und sie existieren nur als Datenfelder in einer Datenbank.“

Grundgedanke ist, dass, sobald in einer Region (in Europa wohl eher: Land) mehr als eine Million sogenannter vShares ausgegeben wurden, eine eigenen Firma gegründet werden soll. In den USA gibt es schon seit März eine „Zurker Inc.“.

Ob und wann man echter Miteigentümer des sozialen Netzwerks wird, ist fraglich. Derzeit gehört das Netzwerk Naoki Oba. Ein Blogger, der Zurker getestet hat, kritisiert außerdem den Datenschutz, der noch stärker als bei Facebook Google Analytics einsetzt, also auf jeder Seite.

Derzeit befindet sich das Netzwerk in der Beta-Phase und nur per Einladung wird einem Zutritt gewährt. Der Link hierzu schwirrt allerdings auf etlichen Blogs herum, so dass Neugierige nicht auf das „Kärtchen“ im E-Mail-Fach warten müssen.


Wer steckt dahinter? Durch das Web schwirren immer wieder Gerüchte, dass die Winklevoss-Zwillinge hinter Zurker stecken sollen. Hierfür gibt es jedoch keine Bestätigung. Grund zur Annahme, dass die beiden Geschwister dahinter stecken könnten, könnte sein, dass Tyler und Cameron Winklevoss gemeinsam mit Mark Zuckerberg studiert haben und seit Jahren gegen ihn klagen, weil sie behaupten, Facebook sei ihre Idee gewesen.


Technische Innovationen braucht der User nicht zu erwarten, im Gegenteil. Das Design, eher schlicht und kahl. Dass man sich nicht scheut, bei Facebook abzuschauen, wird deutlich, wenn man den grünen Balken am oberen Rand der Seite betrachtet, der bei Facebook „das gleiche in blau ist“.

Ob all diese Ungenauigkeiten Zufall oder Berechnung sind, ließ sich bisher nicht sicher ermitteln. Doch ob sich das Netzwerk durchsetzen wird und wirklich Facebook Konkurrenz macht, steht noch in den Sternen. Unklar ist auch, ob dann Anteile verteilt werden. Oder was beispielsweise geschieht, wenn das Netzwerk tatsächlich Gewinne abwirft, wird sich zeigen.

» [ www.zurker.eu ]

Von Maria Blömeke

Ehemaligen Ww-Redakteurin

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