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Willingen_14

Das Weltcup-Skispringen im Rahmen der FIS-Team-Tour lockte am Karnevals-Wochenende 2013 wieder weit über 15000 Besucher ins Sauerland. Sie waren angereist, um einerseits Weltklasse-Wintersport live zu erleben und andererseits bei einer der größten Karnevalspartys Hessens teilzunehmen.

Wer das ganze Wochenende in Willingen zu Gast war, bekam von beidem reichlich. Der Samstag bot mit dem Mannschaftsspringen einen spannenden Wettkampf und Wintersport, den die deutschen Adler mit der hervorragenden Bronzemedaille abschließen konnten.

Am Sonntag hingegen musste der komplette Wettkampf auf Grund von starken Windböen abgesagt werden. Zunächst wurde der Probedurchgang gestrichen, anschließend verschob die Jury die Entscheidung im 30-Minuten-Takt, bis um 15 Uhr bekannt gegeben wurde, dass das Risiko für die Springer zu hoch sei und der Einzelwettkampf komplett abgesagt werden musste.

Vom Winde verweht?

Die meisten Wintersportfans trugen es mit Fassung und zeigten Verständnis. Die Radiomoderatoren brachten es auf den Punkt als sie kommentierten: Die derzeitigen Windbedingungen sind lebensgefährlich für die Sportler. „Würden sie ihren Sohn oder ihre Tochter unter solchen Voraussetzungen springen lassen?“

Überhaupt hatten die Radioprofis von hr3 den wichtigsten Job, denn da es auf sportlicher Ebene nichts zu sehen, aber dafür lange Wartezeiten bei klirrender Kälte gab, war es ihre Aufgabe, als Animatoren und Discjockeys die Moral aufrecht und die Massen in Bewegung zu halten. Passend zum Karneval unterhielten sie die Besucher mit Stimmungsliedern und animierten das Stadion zu La-Ola-Wellen und anderen Mitmachaktionen. Zwischendurch wurden viruell Springer den Hang heruntergejubelt und für die kurz zugeschalteten Fernsehkollegen mit schwenkendem Fahnenmeer gezeigt, dass die Stimmung in Willingen nach wie vor sehr gut ist.

Als schließlich die doch etwas enttäuschende Meldung verkündet wurde, dass kein echtes Springen mehr stattfinden wird, entschieden sich die Veranstalter kurzerhand dazu, mit Hilfe der Helfer „Free Willis“ eine Minischanze zu errichten und konnten neben einigen Vorspringern auch Starter aus dem Hauptfeld für diese Aktion gewinnen, unter denen auch Martin Schmitt war. So bekamen die Besucher wenigstens noch einen kleinen Eindruck von Skispringen.

Dass auch diese kleine Schanze ihre Risiken birgt, musste ein kanadischer Springer erlenben, der unmittelbar nach dem Absprung bereits in Schieflage gekommen war und stürzte, ohne sich jedoch ernsthaft zu verletzen.

Fazit vom Wochenende: Freiluftsportarten bringen nunmal wetterbedingte Risiken mit sich, in Willingen hat man unter dem Motto „The Show must go on“ das Beste daraus gemacht und trotzdem eine gute Party gefeiert. Gewinner des Wochenendes waren die Besucher, die bereits am Samstag angereist waren.

» Bildergalerie von Gerhard Reidt.

» [ www.skiclub-willingen.de ]

 

Von Steffen Dittmar

Musik & Kultur

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