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Markus Kinierim Theaterstuebchen
Lockdown: keine Veranstaltungen mehr im Theaterstübchen Kassel? Das fordert Betreiber Markus Knierim, denn unter den aktuellen Auflagen kann sein Betrieb nicht mehr bestehen – (c) Markus Knierim

(Kassel) Das klingt ungewöhnlich: Der Theaterstübchen-Betreiber Markus Knierim fordert die sofortige Schließung seines Ladens. In einem Offenen Brief hat er sich am Montag, 29. November 2021, an die Ampelkoalition gewandt. Knierim ist verzweifelt: Die Politik lasse die Veranstaltungsbranche völlig im Stich. Doch im geforderten Lockdown würde es die dringend benötige finanzielle Hilfe geben.

“Die aktuelle Corona-Politik ist reiner Wahnsinn!”

Reden Sie mit uns – unsere Energie, unsere Geduld und vor allem unsere Ressourcen sind zunehmend aufgebraucht. Wenn Ihnen die Kulturlandschaft in Deutschland wirklich etwas bedeutet, dann handeln Sie JETZT”, schreibt Markus Knierim in seinem Offenen Brief an die Entscheidungstragenden der Ampelkoalition.

Handeln Sie JETZT!

Markus Knierim, Theaterstübchen-Chef

Am vergangenen Sonntag, 28. November 2021, sprach sich FDP-Chef Christian Lindner in der ARD-Talkrunde Anne Will gegen einen erneuten Lockdown aus. Daraufhin veröffentlichte Theaterstübchen-Betreiber Markus Knierim auf seinem Facebook-Profil die Bitte eines unverzüglichen Lockdowns.

So war es ab dem 22. Oktober 2021: nachdem das Theaterstübchen Kassel auf 2G umgestellt hatte und wieder viele Karten verkauft wurden. Jetzt ist der Verkauf stark abgefallen, Schuld sind auch die Maßnahmen der Politik - (c) Markus Knierim
So war es im Oktober 2021: nachdem das Theaterstübchen Kassel auf 2G umgestellt hatte und wieder viele Karten verkauft wurden. Jetzt ist der Verkauf stark abgefallen, Schuld sind auch die Maßnahmen der Politik – (c) Markus Knierim

Warum fordert Knierim die Schließung des Theaterstübchens?

Eigentlich ist das Theaterstübchen eine Location in der Woche für Woche Events – von Konzert bis Party – stattfinden, auch von “Corona” mit all seinen “Hin und Hers” hat sich Knierim nicht entmutigen lassen und immer wieder angepasste Events angeboten.

Jedoch jetzt scheint auch er mit seiner Geduld am Ende zu sein. Einerseits gehen die Ticketkäufe enorm zurück, andererseits schränken die aktuell geltenden Verordnungen den Event-Betrieb ohnehin ein. Markus Knierim betont deshalb in seinem Brief, dass die Veranstaltungsbranche jetzt am Ende sei.

Ihre aktuellen Verordnungen treiben uns ungebremst in den Ruin!

Markus Knierim, Theaterstübchen-Chef

In einem Lockdown, würden Betriebe die dringend benötigten finanziellen Hilfen erhalten, denn aktuell mache er mit den Beschränkungen tagtäglich Minusumsätze. Der Kartenvorverkauf um sei um 90 Prozent auf ein Minimum gesunken.

Theaterstübchenmacher Markus Knierim | (c) Markus Knierim
Der Theaterstübchenmacher vor einer interessanten Wand in seinem Lokal. Markus Knierim | (c) Markus Knierim

Veranstaltende hätten außerdem keine Möglichkeit, Events einfach abzusagen, um Zuschauende zu schützen, da sie die Kosten selbstständig zahlen müssten, sagt er weiter.

“Es geht mir nicht nur um die finanzielle Situation, denn genauso liegt mir die Gesundheit der Menschen am Herzen. Auf der einen Seite freue ich mich natürlich, wenn der Laden voll ist, auf der anderen habe ich ein ungutes Gefühl, wenn die Leute dicht gedrängt stehen”, sagt der Betreiber im Interview mit hr4.

Wie geht es jetzt weiter?

Ob Markus Knierim mit seinem Offenen Brief einen Stein ins Rollen gebracht hat, wird sich in den nächsten Tagen zeigen. Bis jetzt haben die angesprochenen Mitglieder der Ampelkoalition aus Berlin nicht reagiert. Doch Knierim hat bereits mehrere Interviews an Radio- und Fernsehsender gegeben.

Zum Abschluss appelliert er in seinem Text an die Regierung: “Reden Sie mit uns – unsere Energie, unsere Geduld und vor allem unsere Ressourcen sind zunehmend aufgebraucht.”

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Von Paula Jung

Hallo, ich bin Paula und schreibe als freie Mitarbeiterin für den Wildwechsel! Ich bin 17 Jahre alt und besuche derzeit die Oberstufe des Georg-Christoph-Lichtenberg-Gymnasiums in Kassel. Nebenbei schreibe ich für unsere Schülerzeitung George. und für die Vereinsschrift der Seglergemeinschaft Kassel e.V. Zum Wildwechsel bin ich im September 2021 über ein Schülerpraktikum gekommen.

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