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Archivbild | KI generiert | (c) Wildwechsel.de
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(Kassel) Wie ein düsteres Theaterstück, das auf offener Bühne endet, nahm ein versuchter Schockanruf Betrug in Kassel ein abruptes und unerwartetes Ende – mit dem Klicken von Handschellen. Ein 45-jähriger Mann aus Köln wurde am Donnerstagnachmittag von Zivilbeamten der Kasseler Kripo festgenommen, als er in der nordhessischen Stadt eine hohe Summe Bargeld abholen wollte. Der Fall wirft erneut ein grelles Licht auf die perfide Masche des Enkeltricks mit falschen Polizisten.

Wie läuft ein Schockanruf mit falschem Polizeihintergrund ab?

Gegen 17 Uhr klickten die Handschellen: Zivilfahnder des Kommissariats 23/24 der Kasseler Kripo nahmen im Stadtteil Mittelring einen Tatverdächtigen fest, der im Auftrag einer Betrügerbande unterwegs war. Nur wenige Stunden zuvor hatte ein angeblicher Polizeibeamter telefonisch Kontakt mit einem älteren Ehepaar aufgenommen. Die perfide Lüge: Ihre Enkelin habe einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht. Um eine Inhaftierung zu verhindern, müsse eine Kaution von 75.000 Euro gezahlt werden.

Ein emotionaler Ausnahmezustand war die Folge. Der Senior, noch unter dem Eindruck des Schocks, verließ umgehend sein Haus im Landkreis Kassel und machte sich auf den Weg zur Bank. Doch der Betrug wurde rechtzeitig durchschaut, sodass die Beamten zum Zug kamen, bevor ein größerer finanzieller Schaden entstand.

Geldabholer festgenommen – Ermittlungen gegen Betrugsbande laufen

Der festgenommene Mann aus Köln war augenscheinlich nur ein Teil eines größeren Netzwerks. Nach bisherigen Erkenntnissen handelte es sich bei ihm um den sogenannten „Abholer“, also die Person, die das ergaunerte Geld in Empfang nimmt. Die weiteren Hintermänner agieren meist anonym, schwer rückverfolgbar und oft aus dem Ausland. Die Ermittlungen wurden von der EG SÄM der Kasseler Kripo übernommen und laufen auf Hochtouren.

Wie die Polizei betont, handelt es sich bei der Masche um bandenmäßigen Betrug. Tätergruppen arbeiten arbeitsteilig, professionell und äußerst skrupellos. Besonders perfide ist die gezielte Manipulation emotionaler Bindungen – in diesem Fall die Ausnutzung der familiären Liebe zwischen Großeltern und Enkelkind.

„Zivilbeamte konnten die geplante Geldübergabe observieren und den Tatverdächtigen in flagranti festnehmen“, heißt es im offiziellen Polizeibericht (Quelle: Polizei Nordhessen).

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Falsche Polizisten Enkeltrick: Warum fallen so viele Menschen darauf herein?

Die Frage, warum selbst erfahrene Menschen auf den sogenannten falschen Polizisten Enkeltrick hereinfallen, lässt sich nicht pauschal beantworten. Die Täter setzen gezielt auf emotionale Überforderung, Zeitdruck und eine glaubwürdige Inszenierung. Telefonbetrüger nutzen dabei oft gestohlene oder manipulierte Nummern, die tatsächlich wie eine offizielle Behördennummer erscheinen. Diese psychologische Kriegsführung setzt Betroffene derart unter Druck, dass sie ihre üblichen Denkmuster aussetzen – mit teils dramatischen Konsequenzen.

Gerade Senioren sind oft besonders anfällig, weil sie hilfsbereit, familienorientiert und in manchen Fällen technisch weniger versiert sind. Das Vorgehen der Täter ist dabei so ausgefeilt, dass ein einziger Anruf genügt, um das Leben der Opfer auf den Kopf zu stellen.

Polizeilicher Erfolg in Kassel: Ein Lichtblick im Kampf gegen Schockanrufe

Die Festnahme in Kassel stellt einen wichtigen Erfolg im Kampf gegen Telefonbetrug dar. Immer wieder warnt die Polizei davor, am Telefon persönliche Daten, Bankinformationen oder Vermögenswerte preiszugeben. Die aktuelle Festnahme zeigt, dass mit gezielten Ermittlungen und Zivilfahndung durchaus Erfolge möglich sind – auch wenn die Drahtzieher meist im Dunkeln bleiben.

Ob der 45-jährige Tatverdächtige dem Haftrichter vorgeführt wird, prüfen die Ermittlungsbehörden derzeit noch. Klar ist jedoch: Die Verhaftung sendet ein deutliches Signal an Täterkreise, dass das Risiko, geschnappt zu werden, real ist – besonders wenn das Netz enger wird und Täterrollen identifizierbar werden.

FAQs zum Thema Schockanruf Betrug

  • Was ist ein Schockanruf?
    Ein Anruf, bei dem mit einer angeblichen Notsituation (z. B. Unfall eines Angehörigen) Panik erzeugt wird, um Geld zu ergaunern.
  • Wie erkennt man falsche Polizisten?
    Echte Beamte fordern am Telefon niemals Geld oder geben Kontodaten durch. Rückfragen bei der örtlichen Dienststelle helfen, um Klarheit zu schaffen.
  • Was tun bei einem Verdacht?
    Das Gespräch sofort beenden, keine persönlichen Informationen preisgeben und umgehend die Polizei unter der Notrufnummer 110 informieren.
  • Wer ist besonders gefährdet?
    Vor allem ältere Menschen, die emotional leicht zu verunsichern sind oder über wenig technisches Wissen verfügen, gelten als besonders gefährdet.
  • Was passiert mit Geldabholern?
    Sie werden strafrechtlich verfolgt – häufig wegen bandenmäßigen Betrugs. Auch wer „nur“ das Geld überbringt, gilt als aktiver Teil der kriminellen Struktur.
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