Bitte bewerte diesen Artikel

  Lesedauer: 2 Minuten
William MacKenzie und Nessi Tausendschön. (c) Uwe Würzburger
William MacKenzie und Nessi Tausendschön. (c) Uwe Würzburger

Geschichten vom Schein und Sein? Himmel und Hölle? „Knietief in der Scheiße“ und „Mitten im Paradies“? Oder keimt in manchen von uns noch die Hoffnung, endlich ein Stück vom Himmel zu sehen? Oder gar die andere Hälfte? Nessi Tausendschön kann viele dieser Geschichten erzählen. Die selbsternannte „Torwächterin des Paradieses“ und „Göttin des gerechten Zorns“ hat bereits einige Kleinkunstpreise gewonnen und kommt im Oktober ins Marburger KFZ.

Von Nessis Wohlwollen und ihrer beginnenden Altersmilde hängt ab, ob Sie hinein dürfen ins Paradies oder draußen bleiben müssen. Draußen bleiben die Machtgeilen, die Dünkelhaften und die Gierigen, denen Fülle nicht voll und Genuss nicht ewig genug sind. Draußen bleibt die Betreuungsmaut und alle, die damit zu tun haben.
Draußen bleiben die Geizigen, die ihre abgeschnittenen Fingernägel in kleinen Schachteln aufbewahren und die Verzagten, die knietief im eigenen Misthaufen stehen, weil sie Angst vor kalten Füßen haben. Und draußen bleibt Gott, dieser leicht verlotterte, aber grundsolide Narzisst von eigenen Gnaden, der sich in seinem depressiven Schlendrian das Paradies der Verlockungen, der Fülle und des ewigen Genusses ausgedacht hat, um die Menschen ein bisschen von sich selbst zu entzweien, indem er eine Sollbruchstelle in die Menschen einbaute: Die Liebe.

Hinein dürfen die Eigenwilligen, die nicht anstehen vor dem Paradies, die Randständigen und Liebeshungrigen, die Equilibristen und gefallenen Engel, diejenigen, für die die Sackgassen, Engpässe und Fehlschläge des Lebens und der Liebe tägliches Brot sind und die das Leuchten hoffentlich trotzdem nicht verlieren; diejenigen, für die Verlust, Trennung, Mangel und Rest nicht einfach nur Abfall sind, sondern schlichtweg der Ab- Fall ist von dem märchenhaften Glauben an eine so fantastische wie tyrannische Allmacht: dem göttlichen Paradies.

Mit einem Übermaß an Jubel und Zorn singt Nessi Tausendschön das hohe Lied von den kleinen Wahrheiten des Lebens, Zeitgeist und Politik für ein Lächeln, das Augen und Stimme zum Strahlen und Verschwundenes zurück bringt. Außerdem sollte wohl noch erwähnt werden, dass Nessi Tausendschön gleich nach Anke Engelke die zweitwitzigste Frau in diesem unseren Lande ist. Hinein ins Paradies kommt das Lachen. Das Paradies von Frau Tausendschön ruft Verborgenes wach mit einer Klarheit und Logik, die Ihnen das Herz zerreißen wird: Wägen Sie ab, ob Sie dieses Wagnis eingehen wollen!

» 30. Oktober 2015, Nessi Tausendschön, KfZ, Marburg

» [ Eventbeschreibung auf hessen-szene.de ]

Von Frank Booth

Freier Autor

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.