
(Lichtenau/OWL) (Lichtenau-Dalheim) Zwischen alten Sandsteinmauern, die vom Atem der Jahrhunderte erzählen, und sommerlicher Weite im Klostergarten entfaltet sich im Juni 2026 ein Spannungsfeld, das knistert vor Ideenreichtum: Der Dalheimer Sommer 2026 setzt mit dem Motto „Regeln und Brüche“ ein kraftvolles Zeichen für künstlerische Präzision und mutigen Aufbruch.
Vom 12. bis 28. Juni 2026 laden die Stiftung Kloster Dalheim und der Verein der Freunde des Klosters Dalheim e.V. zur 26. Spielzeit des Festivals ein. Sieben Veranstaltungen prägen das Programm des Dalheimer Sommer 2026 – zwischen Theaterklassiker, Solo-Konzert, literarischer Lesung, Soul-Abend, Kinderoper und Picknick-Konzert. Wer sich fragt: Was ist los beim Dalheimer Sommer 2026?, erhält eine facettenreiche Antwort, die Tradition, Innovation und überraschende Perspektiven klug miteinander verbindet.
Dalheimer Sommer 2026 – Was ist los beim Festival unter dem Motto „Regeln und Brüche“?
Das Leitmotiv „Regeln und Brüche“ steht in engem Dialog mit der Sonderausstellung „Die Macht der Regeln! Zwischen Freiheit und Kontrolle“, die ab dem 20. Mai 2026 im LWL-Landesmuseum für Klosterkultur gezeigt wird. Regeln strukturieren Gemeinschaften, schaffen Orientierung und Stabilität. Ihr bewusster Bruch wiederum setzt kreative Energien frei. Genau in diesem Spannungsfeld bewegt sich der Dalheimer Sommer 2026.
Dr. Ingo Grabowsky, Geschäftsführer der Stiftung Kloster Dalheim und Direktor des Museums, beschreibt die Verbindung von Ausstellung und Festival so: „Die Verknüpfung eröffnet eine vielschichtige Erlebniswelt, die Information, Interaktion und Emotion miteinander verbindet.“ Das Zusammenspiel von Theater, Musik und Ausstellung schaffe eine inspirierende Plattform für Austausch und neue Blickwinkel.
Intendant Harald Schwaiger, der 2018 die künstlerische Leitung übernahm und seit 2020 offiziell als Intendant wirkt, sieht im Thema eine produktive Reibungsfläche: „Bei dem Spannungsfeld zwischen Regeln und Brüchen handelt es sich ja eben um genau jenen Raum, in dem Kunst und Kreativität entstehen.“ Bekannte Formate treffen auf frische Impulse, vertraute Klänge auf neue Arrangements, klassische Dramaturgie auf pointierte Brechungen.

„Kunst“ von Yasmina Reza – Freundschaft im Stresstest
Den Auftakt des Festivals markiert die Eigenproduktion Kunst von Yasmina Reza. Die 1994 in Paris uraufgeführte Komödie zählt zu den meistgespielten Theaterstücken der Gegenwart. Übersetzt in mehr als vierzig Sprachen, vielfach ausgezeichnet, avancierte sie zu einem internationalen Bühnenerfolg.
Im Mittelpunkt stehen drei Männer, deren langjährige Freundschaft ins Wanken gerät. Serge erwirbt ein weißes Gemälde mit weißen Streifen für 200.000 Francs – für ihn ein Meisterwerk moderner Kunst. Marc reagiert mit scharfem Unverständnis. Yvan versucht zu vermitteln, gerät jedoch selbst zwischen die Fronten. Aus einer ästhetischen Meinungsverschiedenheit entwickelt sich ein pointierter Schlagabtausch, der Fragen nach Geschmack, Status, Loyalität und Selbstbild aufwirft.
Die Dalheimer Inszenierung versammelt Sascha Nathan, bekannt aus »Babylon Berlin« und »Polizeiruf 110«, sowie Michael Kamp und Harald Schwaiger auf der Bühne im Neuen Schafstall. Bereits 2024 standen Kamp und Schwaiger als „Blues Brothers“ gemeinsam im Rampenlicht. Nun widmen sie sich mit feinem Gespür für Timing, Dialogrhythmus und psychologische Nuancen einem modernen Klassiker mit schwarzem Humor und intellektueller Schärfe. Premiere ist am 12. Juni, eine weitere Aufführung folgt am 21. Juni.
»Kunst - Eigenproduktion des Dalheimer Sommers«
Sascha Nathan, Michael Kamp und Harald Schwaiger
19:30 Uhr | Theater in Lichtenau, Neuer Schafstall Dalheim
Genre: Komödie
Hier gibts die Tickets!
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»Kunst - Eigenproduktion des Dalheimer Sommers«
Sascha Nathan, Michael Kamp und Harald Schwaiger
(5/5)
18:00 Uhr | Theater in Lichtenau, Neuer Schafstall Dalheim
Genre: Komödie
Hier gibts die Tickets!
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Klangräume zwischen Mittelalter und Gegenwart
Ein besonderer Akzent im Programm des Dalheimer Sommer 2026 ist das Solo-Konzert von Christina Meißner am 13. Juni. In der gotischen Klosterkirche begegnen sich mittelalterliche Gesänge von Hildegard von Bingen und zeitgenössische Kompositionen des britischen Komponisten John Palmer. Arrangiert für Cello solo, verschmelzen spirituelle Tiefe und moderne Tonsprache zu einer konzentrierten Klanglandschaft.
Christina Meißner gilt als profilierte Cellistin mit klarem Ton und analytischer Präzision. Ihr Spiel verbindet technische Souveränität mit sensibler Gestaltung. Die Werke entfalten in der besonderen Akustik des Kirchenraums eine eindrucksvolle Präsenz. Historische Linien werden hörbar, zugleich öffnen sich neue klangliche Perspektiven – ein Dialog über Jahrhunderte hinweg.
»Dalheimer Sommer 2026 - Solokonzert für Cello: Hildegard von Bingen«
Christina Meißner
18:00 Uhr | Konzert in Lichtenau, Klosterkirche Dalheim
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Black Music und „Respect!“ – The Spirit of Groove
Am 27. Juni heißt es „Respect!“ bei der Marilyn Boadu Band. Unter dem Titel „The spirit of black music“ widmet sich das Konzert den Wurzeln und Entwicklungen afroamerikanischer Musiktraditionen. Soul, Rhythm’n’Blues und Groove prägen den Abend. Songs von Aretha Franklin, Chuck Berry, Tina Turner, Ray Charles, Sade und Beyoncé stehen exemplarisch für eine Klangsprache, die aus Unterdrückung entstand und zugleich Hoffnung, Selbstbewusstsein und Energie transportierte.
Marilyn Boadu interpretiert die Klassiker mit eigener Handschrift. Ausdrucksstarke Vocals treffen auf rhythmische Präzision der Band. Ergänzt wird das Konzert durch Dr. Soul, das Alter Ego von Ingo Grabowsky, der Hintergründe zur Geschichte der Black Music erläutert. So entsteht ein lebendiger Kontext zwischen musikalischer Performance und kulturhistorischer Einordnung.
»Dalheimer Sommer 2026 - The Spirit of Black Music«
Dr. Soul, Marilyn Boadu Band
18:00 Uhr | Konzert in Lichtenau, Kloster Dalheim
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Literarische Intensität: Bachmann und Frisch
Die Lesung am 20. Juni bringt eine der profiliertesten Persönlichkeiten des deutschen Fernsehens nach Dalheim: Natalia Wörner liest gemeinsam mit Harald Schwaiger aus dem Briefwechsel von Ingeborg Bachmann und Max Frisch unter dem Titel „Wir haben es nicht gut gemacht“.
Rund 300 Briefe dokumentieren die Beziehung zwischen der Lyrikerin und dem Schriftsteller – vom Kennenlernen bis weit nach der Trennung. Persönliche Reflexionen, poetische Formulierungen und gedankliche Auseinandersetzungen verdichten sich zu einem literarischen Zeitdokument. Die Lesung macht emotionale Höhen und Konflikte spürbar und beleuchtet zugleich die kreative Kraft dieser Begegnung.

Kinderoper und Picknick-Konzert – Generationen erleben Kultur
Am 14. Juni steht mit „Die Kleine Zauberflöte“ der Opernwerkstatt am Rhein ein Format für junge Besucherinnen und Besucher auf dem Spielplan. Kinder im Alter von vier bis zehn Jahren begleiten Tamino und Papageno auf ihrer Reise zur Rettung Paminas. Eingängige Melodien, fantasievolle Kostüme und eine lebendige Erzählweise eröffnen einen kindgerechten Zugang zu Mozarts Werk. Die Inszenierung wurde mit zwei Theaterpreisen ausgezeichnet.
»Dalheimer Sommer 2026 - Die kleine Zauberflöte«
Opernwerkstatt am Rhein e.V.
16:00 Uhr | Oper in Lichtenau, Kloster Dalheim
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Das Festivalfinale am 28. Juni setzt auf sommerliche Leichtigkeit. Beim Picknick-Konzert im Klostergarten sorgt Brassfabrik 4.0 unter der Leitung von Carsten Gronwald für musikalische Vielfalt. Vier Blechbläser verbinden Klassik, Filmmusik und Jazz zu einem entspannten Open-Air-Erlebnis. Gäste können eigene Speisen mitbringen oder das Angebot des Klosterwirtshauses nutzen.
»Dalheimer Sommer 2026 - Picknick Konzert«
Brassfabrik 4.0
16:00 Uhr | Konzert in Lichtenau, Kloster Dalheim
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Tradition, Entwicklung und kulturelle Kontinuität
Der Dalheimer Sommer wurde in den 1990er Jahren vom Verein der Freunde des Klosters Dalheim e.V. gegründet. Seit rund drei Jahrzehnten prägt das Festival das kulturelle Profil des Ortes. Damit besteht die Veranstaltungsreihe länger als das Museum, das heute das öffentliche Bild Dalheims maßgeblich bestimmt.
Harald Schwaiger, österreichischer Schauspieler und Produzent, studierte am Mozarteum Salzburg und wirkte unter anderem am Deutschen Nationaltheater Weimar, am Düsseldorfer Schauspielhaus sowie am Schauspiel Dortmund. Mit über 30 Jahren Erfahrung im Kulturbetrieb bringt er umfassende Expertise in Dramaturgie, Produktion und Ensemblearbeit ein. Im Oktober 2025 verlängerte er seine Intendanz um drei weitere Spielzeiten.
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Familienfreundliche Konditionen und Tickets
Karten sind ab 5 Euro online über die offizielle Festival-Webseite erhältlich. Für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre gilt eine Ermäßigung von 50 Prozent auf reguläre Veranstaltungen. Für die Kinderoper und das Picknick-Konzert bestehen gesonderte Tarife. Das Programm des Dalheimer Sommer 2026 verbindet damit künstlerische Qualität mit zugänglichen Rahmenbedingungen.
FAQs – Häufige Fragen zum Dalheimer Sommer 2026
- Was ist das zentrale Thema des Dalheimer Sommer 2026? – Das Motto „Regeln und Brüche“ beleuchtet das Spannungsfeld zwischen Ordnung und kreativer Freiheit.
- Welche Highlights bietet das Programm des Dalheimer Sommer 2026? – Eigenproduktion „Kunst“, Solo-Cellokonzert, Lesung mit Natalia Wörner, Black-Music-Abend, Kinderoper und Picknick-Konzert.
- Wo findet der Dalheimer Sommer 2026 statt? – Im ehemaligen Kloster Dalheim in Lichtenau-Dalheim im Kreis Paderborn.
- Wie lange dauert das Festival? – Vom 12. bis 28. Juni 2026.
- Was ist los beim Dalheimer Sommer 2026 für Familien? – Die Kinderoper sowie familienfreundliche Ermäßigungen ermöglichen einen gemeinsamen Kulturbesuch.
Nützliche Links zum Thema
- Opernwerkstatt am Rhein e.V., Ensemble der Kinderoper, ihre Website: www.opernwerkstatt-am-rhein.de
- Dalheimer Sommer 2026 – Offizielle Festival-Webseite mit Tickets, Terminen und Details.
- Stiftung Kloster Dalheim – Informationen zum Museum und zur Sonderausstellung „Die Macht der Regeln!“
- Yasmina Reza, Autorin des Theaterstücks „Kunst“, ihre Biografieseite: de.wikipedia.org/wiki/Yasmina_Reza
- Sascha Nathan, Schauspieler des Dalheimer Sommer Ensembles, seine Agenturseite: schlag-agentur.de/sascha-nathan
- Michael Kamp, Schauspieler und Darsteller im Dalheimer Sommer, seine Website: www.michaelkamp.de
- Harald Schwaiger, Intendant des Festivals, seine Website: www.harald-schwaiger.com
- Christina Meißner, Cellistin des Solo-Konzerts, ihre Website: www.christina-meissner.de
- John Palmer, Komponist der zeitgenössischen Werke, seine Website: www.johnpalmercomposer.com
- Marilyn Boadu, Sängerin der Marilyn Boadu Band, ihre Website: www.marilynboadu.de
- Natalia Wörner, Lesende bei der Dalheimer Veranstaltung, ihre Agenturseite: agentur-reinholz.de/details.php?id=35
