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Regenbogen-Fahne zeigen beim CSD Mittelhessen in Marburg
Regenbogen-Fahne zeigen beim CSD Mittelhessen in Marburg

In Marburg werden die Regenbogen-Flaggen gehisst. Hier kommt nämlich der Christopher Street Day Mittelhessen das allererste mal nach Marburg. Der CSD feiert schon seinen 50. Geburtstag. Neben einer Demonstration mit politischer Kundgebung, gibt es ein Straßenfest mit Ständen auf dem Marktplatz. Abends kann man dann zur CSD-Party im KFZ feiern. Die darauf folgenden Tage finden im Rahmen der Stonewall-Woche noch weitere Veranstaltungen statt.

Angefangen hat alles damals im Juni 1969 in der New Yorker Bar Stonewall Inn. Dort haben vor allem nicht-weiße Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans*, Intersexuelle (kurz: LSBT*I), sowie Stricher und Sexarbeiter gegen Polizeigewalt und Unterdrückung protestiert.

Seitdem finden jährlich Veranstaltungen überall auf der Welt statt. Der Begriff Christopher Street Day wird allerdings eher im deutschsprachigen Bereich benutzt. In anderen Ländern spricht man meist von Gay Pride oder Pride Parades. Auch heute steht der CSD noch wie kein anderer für Solidarität, Sexualität und Sichtbarkeit.

Auch in Mittelhessen kämpfen wir für eine Welt, in der Platz für Alle ist und wir in aller Verschiedenheit gut zusammen leben können. Leider leben wir in einer Zeit in der Hass und Hetzte gegen Minderheiten zunimmt.

Betroffen sind hier neben den Leuten der LSBT*I-Szene auch Frauen und Menschen, die sozial und ökonomisch benachteiligt sind. Das Motto des CSD Mittelhessen lautet dieses Jahr „Füreinander“ und möchte sich für eine Gesellschaft einsetzen, in der wir ohne Angst verschieden sein können. Die Jahre zuvor war der CSD Mittelhessen in Wetzlar und Gießen.

Bild vom CSD in Hamburg
Bild vom CSD in Hamburg

 

Jahr der Jubiläen

Dieses Jahr feiert man nicht nur 50 Jahre CSD gefeiert, sondern auch 100 Jahre Frauenwahlrecht, 40 Jahre „Homolulu“-Treffen, 30 Jahre Autonomes Schwulenreferat im AstA Marburg, 25 Jahre Streichung des Schwulenparagrafen (§175 StGB) und 10 jahre „noplace“ Bündnis.

Das Homolulu – Die Geburt eines Vulkans oder die Versuchung eine Utopie konkret zu machen – war das erste internationale Homosexuellen-Treffen in Frankfurt am Main und war damals politischer Zündfunke für weitere lesbische und schwule Projekte.

Der sogenannte Schwulenparagraf stellte damals sexuelle Handlungen zwischen Personen männliches Geschlechts unter Strafe. Der Paragraf wurde mehrmals verändert. In der DDR wurde er schon 1988 komplett aufgehoben. Die alten Bundesländer haben erst 1994 nach der Wiedervereinigung den Paragrafen ersatzlos gestrichen.

Das “noplace” Bündnis in Marburg setzt sich gegen Sexismus, Homophobie und religiösen Fundementalismus ein.

 

CSD-Party

Die offizielle Abschlussparty des Christopher Street Days findet im KFZ statt, welches in die Farben des Regenbogens abtaucht. Hier kann man auf der Cheer Queer Party ab 20 Uhr zu Musik aus Pop, den 80s, den 90s, Electro, Jackin, Bassline, House und Techno abfeiern. Wer hier erstrahlen möchte, kleidet sich am besten in weiß oder neonfarben. Hier darf man das Motto “Füreinander” auch als “verführt einander” auslegen.

Auch hier gilt natürlich: Kein Raum für Sexismus, Rassismus, Homofeindlichkeit, trans*Feindlichkeit und andere Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit.

» 22.6.2019, CSD Mittelhessen, Marburg

» CSD-Party im KFZ

» Webseite des CSD Mittelhessen

» Alle CSD Termine in Deutschland

Von Sonja Busch

Freelancer und Weltenbummler. Reisen ist ein grosser Teil meines Lebens und nach mehreren Jahren Backpacking, habe ich noch nicht genug. Neben dem Reisen bin ich ein grosser Fan von Live-Musik und ich werde hier über die Events der Region berichten.

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