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Interview mit Smudo: „Wir fühlen uns als Familie“

am 06 Juli 2004 von Dr. Lothar Jahn

Interview mit Smudo: „Wir fühlen uns als Familie“
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Erwischt: Smudo beim Wildwechseln

Ww: Warum gibt es nach Euren ausgiebigen Soloprojekten jetzt wieder eine gemeinsame CD? Habt Ihr einander vermisst?
Smudo: Von Vermissen kann keine Rede sein, denn wir haben uns ja erst die letzten Jahre im Rahmen unseres Unplugged-Albums gesehen. Was das gemeinsame Schreiben von Songs angeht, haben wir allerdings ein wenig Anlauf gebraucht. 4:99, unser letztes Album, hat uns so lange gefallen, dass der Schuh nach neuen Sachen eine zeit lang nicht drückte.

Ww: Fühlt Ihr Euch wieder als Band oder eher als 4 Solokünstler, die gemeinsam ein Projekt machen?
Smudo: Wir fühlen uns immer als Band, noch besser als Familie. Selbst ohne aktive Beschäftigung wird man das nicht wegdiskutieren -können. Wir vier teilen untereinander einige der wichtigsten Erfahrungen unseres Lebens. Du kannst die Band nicht verlassen!

Ww: Ihr habt in letzter Zeit ja viele Stunden im Studio verbracht. Was darf man vom neuen Album erwarten? Ein Meisterwerk?
Smudo: Nichts anderes außer ein Meisterwerk wären wir gewillt, unter das Volk zu bringen. Bescheidenheit beiseite: Ich bin natürlich befangen, aber ich darf sagen, dass wir schon lange kein so unterhaltsames Scheibchen gemacht haben. Es ist voller Gags und hat doch sehr anspruchsvolle Inhalte. Da wir dieses mal mit vielen verschiedenen Leuten an den Tracks gearbeitet haben, ist es obendrein sehr abwechslungsreich geworden.

Ww: Was unterscheidet das neue Material von bisherigen Produktionen, wo bleibt Ihr Eurer Linie treu?
Smudo: Das kann ich wirklich nicht beurteilen – das ist die Aufgabe von Fans und Kritikern.

Ww: Wie wir hörten, verdient Ihr inzwischen die eine oder andere Mark auch an legalen Internet-Downloads Eurer Musik. Hat die neue Online-Offensive der Musikindustrie eine Zukunft?
Smudo: Absolut. Ich hoffe sogar sehr, dass dies Zukunft hat, denn wenn man den Entwicklungen des fossilen Plattenverkaufs nur ein wenig Pessimismus hinzufügt, scheint es dort auf jeden Fall alles andere als wirtschaftlich.

Ww:Smudo erprobte sich ja kürzlich wieder als Rennfahrer auf der Eifel. Wie ernst ist dieses Engagement zu nehmen?
Smudo: Kürzlich??? Ich bin seit 5 Jahren Motorsportler und bin mit unserem biodieselbetriebenen Playstation-2-Racing-Team-New-Beetle in der zweiten Saison. Ich liebe Motorsport und das nehme ich selbstverständlich ernst – also als leidenschaftliche Beschäftigung sozusagen. Einen Job habe ich schon! Infos zu dem Racing Team unter www.ufop.de

Ww: Was darf man von Eurem Auftritt beim Open Flair erwarten? Ein Best-of-Programm oder viel neues Material?
Smudo: Best-of-bekannt mit 4-Tracks-vom-neuen Material – und es geht etwas griffiger zur Sache, da wir die Unplugged-Version wieder mit der ursprünglichen Besetzung ausgetauscht haben.

Ww: Freut Ihr Euch auf das Festival, das ja doch eine ganz besondere Atmosphäre hat?
Smudo: Oh ja! ich werde nie unseren letzten Auftritt hier vor Jahren vergessen, als ich auf Pilzen diesen großartigen italienischen Performance-Künstler sah, der sich nackt und mit Sahne eingeschmiert auf der hochgefahrenen Schaufel eines Baggers stand. Hoch trohnend über brennenden Grabkreuzen hat er uns hunderten erstaunten Zuschauern das „Du“ angeboten und laut gerufen „Ich bin Helmut !“ – Unvergesslich!
Ww: Vielen Dank fürs Interview! Wir freuen uns auf Euren Auftritt!

» Das Interview führte Ww-Redakteur Dr. Lothar Jahn 2004


» So hast den Wildwechsel vielleicht noch nie gelesen!

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  • Website: http://www.lothar-jahn.de/

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