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Der Blödel-Barde im Interview! Otto – das Original!

am 28 Juni 2012 von Wildwechsel

Der Blödel-Barde im Interview! Otto – das Original!
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Der Blödel-Barde im Interview! Otto – das Original!

Otto Waalkes beim Ww-Lesen

Er gab der Nation Englischkurse („Englischkurs mit Peter, Paul und Mary“), vertonte Hänsel und Gretel („Hurra, hurra, die Hexe brennt!“) und brach das Schweigen um das Tabu-Thema „Knutschfleck“. Mal ist er ein Zwerg, der mit sechs anderen Genossen eine WG im Wald bewohnt, mal ein Faultier, das seinen pelzigen Hintern vor der Eiszeit retten will – Otto Waalkes hat viele Gesichter.

Warum er bei einem Otto-Kontest eines Radiosenders nur auf Platz drei kam und wie er die Hippie-Ära mit Udo Lindenberg und Marius Müller-Westernhagen verbracht hat, verriet uns der Parade-Ostfriese 2007 im Ww-Interview!

Ww: „Otto – das Original!“ Ist das als Best-of-Otto-Show zu verstehen oder gibt es auch neue Gags?
Otto: Das ist ein ganz neues Programm. Ich habe neue Scherze, neue Lieder und neue Parodien geschrieben, zeitgenössische Sachen und Gags mit lokalen Bezügen für die jeweiligen Aufführungsorte. Aber es wird natürlich auch Wunschkonzerte und Dialoge mit dem Publikum geben. Es heißt deswegen „Orginal“, weil ich zwischenzeitlich Filme wie „7 Zwerge“ oder den Sid bei „Ice Age“ gesprochen habe. Das Programm soll den Leuten vermitteln, wer Otto eigentlich ist. „Jetzt kommt wieder das Original!“

Ach so, kommen also keine alten Klassiker von dir drin vor?
Jenachdem was das Publikum hören will. Mal sehen. Das wird dann spontan entschieden. Auf der Bühne ist das ja kein Problem. Das wird quasi ein kleines Wunschkonzert.

Viele deiner Fans wollen doch sicher auch immer die Klassiker hören, oder?
Ja, sicher. Z.B. „Angeklagter, ihnen wird zur Last gelegt, sie hätten an dem Mast gesägt“ oder „Wir haben Grund zum Feiern… Faber Krönung Deinhard lila Grappa Kalpatus Tequilla…“, das macht mir natürlich auch Spaß, wenn die Klassiker immer wieder auftauchen. Vielleicht werden sie auch mal aktualisiert: Z.B. Hänsel und Gretel in einem völlig neuen Kleid – als Xavier Naidoo.

Wenn das Publikum auch spontan Wünsche äußern kann, müssen deine alten Sachen aber alle bombig sitzen. Du hast da keine Schwierigkeiten, dich an alles zu erinnern?
Nein! Ich mache mein Leben lang nichts anderes! Was anderes habe ich ja gar nicht im Kopf!

Wenn dich die Menschen auf der Straße erkennen, erwarten sie eigentlich immer, dass du einen Witz parat hast oder was Lustiges machst?
Ich hoffe doch! Neulich war ich in Wetzlar auf dem Marktplatz inmitten einer Menschenmenge und dann schrie einer „da ist Otto“ und alle drehten sich um und schauten mich an. Ich wurde ganz verlegen, vielleicht hätte ich doch nicht so laut rufen sollen! Ich brauche einfach die Reaktion des Publikums als Stimmungsbarometer, um zu sehen, ob ich überhaupt noch angesagt bin.

Ich habe mir ein Penisvergrößerungsmittel übers Internet bestellt!

Hast du einen Lieblingswitz?
„Trecker faaahren“* war ganz früher mein Lieblingswitz. (Überlegt) „Ich habe mir ein Penisvergrößerungsmittel übers Internet bestellt!“ „Ja und?“ „Die haben mir eine Lupe geschickt!“

In den 70er Jahren hast du zusammen mit 14 Mitbewohnern, darunter Marius Müller-Westernhagen und Udo Lindenberg, in einer WG gelebt. Wart ihr eine richtige Hippie-Kommune?
Stimmt, das war eine Groß-Kommune mit 14 Leuten und wir waren bunt gemischt. Die haben nie abgewaschen, nie sauber gemacht. Ich war der erste, der Geld verdient hat und eine Spülmaschine kaufen musste. Das war schon die Härte, aber es hat Spaß gemacht. (Imitiert den alltäglichen WG-Zustand) Aus dem einen Raum: „Sexy, dadadada“ und Udo: „Vergiss es! ‚Hoch im Norden , hinter den Deichen‘…“ „Hör auf jetzt, ich kanns nicht mehr hören“ und ich „Hollederidi“.

In dir steckt ja auch großes Sportlerpotential. Beim Torwandschießen im Sportstudio gelang es dir rückwärts mit der Hacke ein Tor zu schießen? Ist an dir ein Fußballer verloren gegangen?
Mein Vater war Schiedsrichter. Ich habe früher also viel Fußball gespielt. Nach meinem Abi bin ich dann aber nach Hamburg gezogen und habe Kunst studiert. Es lag mir dann doch mehr Bleistift und Feder zu schwingen.

2002 hast du den Comedy-Preis für dein Lebenswerk bekommen. Ich finde das klingt immer so, als ob es dem nichts mehr hinzu zu fügen gäbe.
Den habe ich auch schon in den ersten fünf Jahren gekriegt. Alle fünf Jahre kriege ich irgendeinen Lebenswerk-Preis. Das ist gut, da freue ich mich. Die kommen alle ins „Otto Huus“, das Otto- Museum in Emden. Da habe ich die Institute vertraglich dazu verpflichtet, mir alle 5 Jahre einen Preis für mein Lebenswerk zu vergeben!

Du bleibst uns auf der Bühne also noch länger erhalten!
Ja klar. Wenn man mal überlegt: Loriot hat seinen ersten Film mit 65 Jahren gemacht! Da geht das also erst richtig los!

Du hast mal bei einem Radiosender angerufen, der den besten Otto-Imitator suchte. Hast du gewonnen?
Neeiin! Da bin ich Dritter geworden! Das war beim Alsterradio in Hamburg. Da habe ich angerufen (verstellt seine Stimme leicht) „Hallooo, ich würde gerne Otto imitieren!“ Der Moderator: „Ja bitte, leg los!“ Ich: „Hollederidi…
haha…(gibt weitere Otto-typische Geräusche von sich…)“. Der Moderator: „Na ja, war ja schon nicht schlecht!“

Bei Comedians frage ich mich immer wie das möglich ist – auf Knopfdruck komisch zu sein? Was macht man, wenn man einfach mal schlechte Laune hat?
Ich bin doch jetzt schlecht gelaunt. Du musst mich mal erleben, wenn ich gut drauf bin, da kann ich sehr lustig sein!

Viele junge Comedians sind mit dir aufgewachsen und sehen dich als Vorbild oder Inspiration. Hattest du früher ein Vorbild?
Da gab es genug. Da war Rudi Carell, Peter Frankenfeld, Heinz Erhardt, Erich Honecker und viele mehr.

Danke für das Gespräch!

(cm/jf)

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Online-Redaktion des Printmagazin Wildwechsel. Wildwechsel erscheint seit 1986 (Ausgabe Kassel/Marburg seit 1994). Auf Wildwechsel.de veröffntlichen wir ausgewählte Artikel der Printausgaben sowie Artikel die speziell für den Online-Auftritt geschrieben wurden.

  • Website: https://www.wildwechsel.de

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