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Porträt von Sarah MacDougall zur Ankündigung ihres Konzerts in der Kulturscheune Fritzlar
Sarah MacDougall schreibt Songs zwischen schwedischen Wurzeln, Yukon-Weite und kanadischem Folk. – (c) Sarah MacDougall

(Fritzlar) Es gibt Konzerte, die man wegen eines großen Namens besucht. Und es gibt Abende, bei denen die Begegnung selbst das Ereignis ist. Wenn Sarah MacDougall, Lisa MacIsaac und Catherine MacLellan am Donnerstag, 8. Oktober 2026, in der Kulturscheune Fritzlar zusammenkommen, trifft kanadisches Songwriting auf gelebte Freundschaft: drei unverwechselbare Stimmen, drei eigene Geschichten – und viel Raum für jene leisen Zwischentöne, für die Folk so kostbar sein kann.

Drei Songwriterinnen treffen aufeinander, die ihre eigenen musikalischen Handschriften längst gefunden haben. Folk, Americana und der offene Erzählraum des Singer-Songwriter-Genres bilden den Rahmen – entscheidend ist jedoch die Chemie eines Trios, dessen Geschichte schon vor der gemeinsamen Tour begann. Das Trio begegnet sich nicht auf neutralem Terrain. Jede bringt eine eigene Landkarte aus Liedern mit: Sarah MacDougalls Blick zwischen Schweden und dem Norden Kanadas, Lisa MacIsaacs Erfahrung aus einem Vierteljahrhundert Madison Violet und Catherine MacLellans feines Gespür für Melodie und Erzählung. Gerade weil diese Stimmen nicht ineinander aufgehen sollen, sondern nebeneinander atmen dürfen, verspricht der Abend etwas Seltenes: keine gefällige Gemeinschaftsnummer, sondern ein offenes Gespräch in Songs.

Drei Stimmen, die sich längst kennen

Catherine MacLellan hatte bereits mit Lisa MacIsaac gespielt. Lisa wiederum war mit Sarah MacDougall unterwegs. Aus Gesprächen über diese Verbindungen entstand die Idee, die drei Musikerinnen zusammenzuführen. MacLellan beschreibt MacIsaac und MacDougall als Freundinnen und musikalische Vorbilder – das ist ein anderer Ausgangspunkt als bei einem schnell zusammengestellten Tourpaket.

2026 wurde aus der losen Idee ein echtes Projekt: Das Trio debütierte beim Lunenburg Folk Harbour Festival in Kanada. Im Herbst führt der Weg weiter nach Deutschland und damit nach Fritzlar. Der Reiz liegt gerade in der Konstellation: Drei Solokünstlerinnen bringen ihre Songs, Erfahrungen und musikalischen Instinkte mit – und öffnen sie für den gemeinsamen Moment.



Lisa MacIsaac: Aufbruch nach 25 Jahren Madison Violet

Für Lisa MacIsaac markiert die Reise nach Fritzlar eine besondere Phase. Ein Vierteljahrhundert lang prägte sie gemeinsam mit Brenley MacEachern das kanadische Duo Madison Violet. Nach dieser langen, produktiven Partnerschaft richtet MacIsaac den Blick wieder stärker auf andere künstlerische Begegnungen – Catherine MacLellan und Sarah MacDougall gehören ausdrücklich dazu.

In einem Gespräch mit Music Life Magazine formulierte sie ihre neue Rolle so: „Manchmal trete ich wieder in eine Rolle zurück, die ich schon hatte, bevor wir uns kennenlernten.“ Die Aussage beschreibt keinen endgültigen Schlussstrich unter Madison Violet; eine spätere Rückkehr wurde offengelassen. Für das Fritzlarer Konzert ist sie dennoch aufschlussreich: MacIsaac sucht nicht nach einer Kopie der Vergangenheit, sondern nach frischen Räumen für Zusammenarbeit.

Das passt zum Format des Abends. Folk lebt von Wiedererkennung, aber ebenso von Austausch: von Stimmen, die sich ergänzen, Harmonien, die erst in der Begegnung entstehen, und Geschichten, die ein anderer musikalischer Blick plötzlich neu beleuchtet. MacIsaacs Erfahrung aus einer langjährigen Duo-Partnerschaft trifft hier auf zwei Künstlerinnen, die selbst souverän zwischen intimem Songwriting und größer angelegten Klangwelten navigieren.

Sarah MacDougall: Zwischen Schweden, Kanada und dem Blick von außen

Sarah MacDougalls Biografie trägt die Weite ihrer Musik bereits in sich: Sie wurde in Schweden geboren und lebt in Kanada. Zwischen diesen Orten, zwischen Tourbus, Landschaft und Beobachtung entstehen Songs, die sich nicht in eine enge Schublade pressen lassen. Folk, Pop und Rock sind bei ihr keine Gegensätze, sondern Farben einer Erzählweise, die persönlich bleibt und dennoch über den eigenen Horizont hinausblickt.

Ein älteres, für ihr Schreiben aber aufschlussreiches Interview bringt diese Perspektive auf den Punkt. MacDougall sagte 2015 gegenüber Nexus: „Wenn ich auf Tour bin, schaue ich immer von außen auf das Leben anderer Menschen.“ Die Übersetzung stammt aus dem Englischen; sie ist keine aktuelle Touraussage. Sie erklärt jedoch, warum Unterwegssein in ihren Songs mehr ist als Kulisse: Es schärft den Blick auf Zugehörigkeit, Distanz und die kleinen Szenen am Wegesrand.

MacDougall arbeitet nicht nur vor dem Mikrofon. Mit ihrem Studio The Dream Ship ist sie auch als Produzentin und Toningenieurin tätig. Diese Erfahrung hört man nicht als technische Demonstration, sondern als Sinn für Atmosphäre: für den Moment, in dem eine Stimme ganz nah rückt, und für den anderen, in dem sich ein Song weit öffnet. Im Trio dürfte genau diese Balance spannend werden.

Catherine MacLellan: Mehr Spiel, mehr Licht

Catherine MacLellan gehört seit Jahren zu den prägnanten Stimmen des kanadischen Songwritings. Die Verbindung zum Werk ihres Vaters Gene MacLellan gehört zu ihrer künstlerischen Geschichte; sie arbeitet zudem an einem Buch über ihn. Für den Fritzlarer Abend ist aber vor allem ihre Gegenwartsbewegung interessant: MacLellan sucht nach neuen, helleren Tonlagen, ohne die Tiefe ihrer Songs preiszugeben.

„Ich habe genug von traurigen Liedern.“

Catherine MacLellan im Gespräch mit Roots Music Canada, 2024 – Übersetzung aus dem Englischen

Das ist kein Abschied von Melancholie, eher ein kreativer Richtungswechsel: mehr Freude, mehr Spiel, mehr Offenheit für das Unmittelbare. Dass ein neues Album und das Buch in Arbeit sind, macht die Entwicklung zusätzlich interessant. Ob die Platte noch rechtzeitig vor dem Konzert erscheint, ist leider offen – sollte es klappen, dürfte Fritzlar einer der ersten Orte sein, an denen sich hören lässt, wohin Catherine MacLellan gerade unterwegs ist.

Gerade mit MacIsaac und MacDougall bekommt diese Suche nach Leichtigkeit einen passenden Resonanzraum. Wo Solo-Songwriting oft den einzelnen Blick schärft, kann ein Trio die Perspektive verschieben: ein Refrain erhält eine zweite Stimme, eine Geschichte einen Kontrapunkt, eine vertraute Harmoniefolge plötzlich eine andere Richtung.

Was das Publikum in Fritzlar erwartet

Der Veranstalter kündigt eigene Sets der drei Künstlerinnen ebenso an wie gemeinsame Auftritte. Eine konkrete Setlist oder Reihenfolge ist nicht veröffentlicht. Das ist keine Lücke, sondern Teil der Spannung dieses Abends: Die drei Namen stehen nicht für ein starres Programm, sondern für ein Gespräch in Songs.

Musikalisch darf man Folk nicht als stilistische Schranke verstehen. Im besten Fall ist er hier der gemeinsame Boden: akustische Klarheit, starke Melodien, erzählerische Texte und Stimmen, die nicht über Instrumentierung hinwegpoliert werden. Americana setzt erdige Farben dazu, der Singer-Songwriter-Ansatz hält den Blick auf die einzelnen Handschriften offen. Ob fragile Ballade, weit ausgreifender Refrain oder spontan entstehende Harmonie – das Konzept lässt bewusst Platz für Begegnungen.


Termin, Einlass und Tickets

  • Donnerstag, 8. Oktober 2026
  • Einlass: 18 Uhr | Beginn: 19 Uhr
  • Kulturscheune Fritzlar, Flehmengasse 13, 34560 Fritzlar
  • Eintritt: 26,20 Euro | freie Platzwahl

Die frühe Anfangszeit lohnt einen Blick: Das Konzert beginnt bereits um 19 Uhr. Karten gibt es über den Kartenservice der Kulturscheune Fritzlar.


Häufige Fragen

  • Wann spielen Sarah MacDougall, Lisa MacIsaac und Catherine MacLellan in Fritzlar?
  • Das Konzert ist am Donnerstag, 8. Oktober 2026. Einlass ist um 18 Uhr, Beginn um 19 Uhr.
  • Wo findet das Konzert statt?
  • Veranstaltungsort ist die Kulturscheune Fritzlar, Flehmengasse 13, 34560 Fritzlar.
  • Welche Musikrichtung erwartet das Publikum?
  • Der Abend bewegt sich zwischen Folk, Americana und Singer-Songwriter-Musik. Angekündigt sind eigene Sets und gemeinsame Auftritte.
  • Gibt es bereits eine Setlist?
  • Nein. Der Veranstalter bestätigt die Struktur aus eigenen und gemeinsamen Passagen, aber keine konkrete Reihenfolge oder Songauswahl.
  • Wie viel kostet der Eintritt?
  • Der Eintritt beträgt 26,20 Euro. Es gilt freie Platzwahl.

Hilfreiche Links im Überblick


Termin im Wildwechsel.de-Kalender

Donnerstag, 08. Oktober 2026

Wildwechsel präsentiert:

Sarah MacDougall, Lisa MacIsaac, Catherine MacLellan

19:00 Uhr | Konzert in Fritzlar, Kulturscheune Fritzlar
Genre: Singer-Songwriter, Folk, Americana
Hier gibts die Tickets!
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Aktuelle Termine der Kulturscheune Fritzlar

Das Programm verändert sich laufend. Die folgenden Termine werden deshalb direkt aus dem Wildwechsel-Terminator geladen. Dort stehen auch aktuelle Uhrzeiten, Eventdetails und – soweit vorhanden – Ticketlinks.

Sonntag, 04. Oktober 2026
Broom Bezzums

20:00 Uhr | Konzert in Fritzlar, Kulturscheune Fritzlar
Hier gibts die Tickets!
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British Folk!

04.10.2026 | Konzert in Fritzlar | Das spielen Andrew Cadie und Mark Bloomer. Zusammen sind die beiden in Deutschland wohnhaften Engländer unter dem Namen Broom Bezzums unterwegs und spielen eine Mischung aus englischen traditionellen Folksongs und eigenen Werken.

YouTube Video: Broom Bezzums "British Folk!"



Donnerstag, 08. Oktober 2026

Wildwechsel präsentiert:

Sarah MacDougall, Lisa MacIsaac, Catherine MacLellan

19:00 Uhr | Konzert in Fritzlar, Kulturscheune Fritzlar
Genre: Singer-Songwriter, Folk, Americana
Hier gibts die Tickets!
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Drei Stimmen zwischen Schweden und Kanada: Sarah MacDougall, Lisa MacIsaac und Catherine MacLellan!

08.10.2026 | Konzert in Fritzlar |

Drei eigenständige Musikerinnen, deren Wege sich schon vor ihrem gemeinsamen Projekt kreuzten: Sarah MacDougall, Lisa MacIsaac und Catherine MacLellan verbindet nicht nur Folk- und Singer-Songwriter-Musik. MacLellan hatte bereits mit MacIsaac gespielt, MacIsaac wiederum war mit MacDougall unterwegs. Aus diesen musikalischen Verbindungen und Freundschaften entstand die Idee, gemeinsam aufzutreten. Im Sommer 2026 standen die drei erstmals als gemeinsames Projekt auf der Bühne.

Drei unterschiedliche musikalische Wege

Sarah MacDougall wurde in Schweden geboren und lebt in Kanada. Reisen, Landschaft und das Leben zwischen unterschiedlichen Orten prägen ihr Songwriting. Neben ihrer eigenen Musik arbeitet sie als Produzentin und Toningenieurin und betreibt das Studio The Dream Ship.

Lisa MacIsaac wurde vor allem als Teil des Folk-Duos Madison Violet bekannt, in dem sie 25 Jahre gemeinsam mit Brenley MacEachern spielte. Seitdem arbeitet sie wieder verstärkt mit anderen Musikerinnen zusammen – darunter MacDougall und MacLellan.

Catherine MacLellan stammt von Prince Edward Island und verbindet ihre eigene musikalische Arbeit auch mit der Geschichte ihrer Familie. Ihr Vater Gene MacLellan war ebenfalls Songwriter. Für ihre eigene Musik formulierte sie 2024 gegenüber Roots Music Canada einen neuen Gedanken: „Ich habe genug von traurigen Liedern.“ – aus dem Englischen übersetzt. Sie beschrieb damit ihren Wunsch nach mehr Freude und spielerischer Leichtigkeit beim Musikmachen.

Mit Sarah MacDougall, Lisa MacIsaac und Catherine MacLellan treffen damit drei unterschiedliche Biografien und musikalische Erfahrungen aufeinander. Aus früheren Begegnungen und gemeinsamen Freundschaften entwickelte sich 2026 ein Projekt, das ihre jeweils eigenen Songs und das gemeinsame Musizieren verbindet.

Weiterführende Links

  • Music Life Magazine – Hintergrund zu Lisa MacIsaacs neuer musikalischer Phase.
  • Nexus – Interview mit Sarah MacDougall über Reisen, Heimat und Songwriting.
  • Roots Music Canada – Interview mit Catherine MacLellan über ihre musikalische Entwicklung.

YouTube Video: Sarah MacDougall, Lisa MacIsaac, Catherine MacLellan "Drei Stimmen zwischen Schweden und Kanada: Sarah MacDougall, Lisa MacIsaac und Catherine MacLellan!"



Freitag, 09. Oktober 2026
»Scheunenkino«

20:00 Uhr | Film in Fritzlar, Kulturscheune Fritzlar
mehr Details



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Von Fedor Waldschmidt

Inhaber und Herausgeber des Magazin Wildwechsel

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