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Schwein muss man haben. Die Kafkas haben eins. Klata heisst es. Ein echtes Glücksschwein. Schließlich darf es sich nicht nur im Booklet der Punk-Combo aus Fulda wiederfinden, sondern wird sicher von den Fans heiß verehrt werden, immerhin ist es einer der Gründe dafür, warum das lang ersehnte Kafka-Album nach 7 Warte Jahren nun nicht mehr lange auf sich warten lässt.
Sieben Jahre mussten eure Fans jetzt schon auf euer neues Album warten. Warum dauert das denn so lange?
Markus: Nun ja - ich glaube manchmal, es wäre wohl für eine Band wie uns besser, wenn wir einen Knebelvertrag bei irgendeinem Plattenlabel unterschrieben hätten…wir neigen nämlich dazu, wenn ein Album fertig ist, „noch ein paar Korrekturen durchzuführen“ - tja, da wird dann aus zwei-drei Änderungen schnell ein neues Album…momentan könnten wir ohne Probleme 2 Alben gleichzeitig veröffentlichen…
Bei so viel Wartezeit kann man doch sicher einiges erwarten oder?
Hm - man kann das ja selber immer schwer beurteilen - aber ich glaube schon, dass es zumindest kein schwaches oder halbherziges Album wird. Zumindest ist das Feedback auf die ersten Hörproben viel, viel besser, als wir es uns erhofft hatten. Es scheinen sich auch einige Leute, die nicht unbedingt aus der Punk-Ecke kommen für unsere neuen Sachen zu interessieren. Wir haben ja keine Verkaufsstrategien entwickelt und es gab im Vorfeld schon einige kritische Stimmen, die meinten, dass WIR das doch nicht machen könnten, also z.B. die elektronischen oder ruhigeren Sachen. Deshalb ist das alles ziemlich überraschend für uns und über die positive Resonanz freuen wir uns desto mehr.
Statt mit dem gemütlichen Tour-Bus geht’s bei euch mit einem alten PKW on Tour. Ist das für euch Punk?
Markus: Nein, das ist eher das Gegenteil von Punk - Betriebswirtschaft sozusagen…aber mal im Ernst - sicher könnten wir jedes Mal einen flotten Bus mit toller Außenwirkung mieten - und klar, es geht wahrscheinlich ab einer bestimmten Größenordnung nicht mehr anders - aber ich finde Bands, die wahrscheinlich weniger CDs als wir verkaufen und dann versuchen, sich über die Grösse des Tourbusses und den stressigen „Tourmanager“ aufzuwerten eher peinlich.
Da gibt es doch bestimmt auch ein paar lustige Roadstories oder?
Markus: Na ja, richtig Roadstories können wir aufgrund der Enge nicht erleben… wir haben ja auch noch einen Hund fast immer dabei - den Graf - der verliert so viele Haare, dass wir sicherlich irgendwann mit einer Hundehaarvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert werden - aber gemütlich ist es! Und die Eingezwängtheit hat für Chaoten wie uns, den großen Vorteil, dass wir nach Rastpausen niemanden am Rasthof vergessen, weil jede im Auto fehlende Person, zu solch luxuriösen Platzveränderung führen, würde, dass der Verlust sofort auffallen würde - allerdings muss man ehrlicherweise sagen, dass der Rest wahrscheinlich aus lauter Freunde über den unerwartet gewonnen Platz, Schweigen würde…
Ansonsten sind wir äußerst beliebt beim Schweizer Zoll - speziell bei der Zollstation Schaffhausen - die winken uns schon aus Prinzip immer raus - das macht mittlerweile sogar richtig Spaß und ist eine Frage der Ehre! Und wir können stolz behaupten, dass wir die ersten waren, an denen sie ihre neuen Drogentests ausprobiert haben. Drogen fanden sie zwar keine - aber immerhin einen abgelaufenen Personalausweis!
Wo spielt ihr am liebsten?
Markus: Am liebsten spielen wir bei sehr reichen und äußerst spendablen Veranstaltern - also hauptsächlich auf Privatgalas Großindustrieller... Regional versuchen wir eigentlich "überall gerne zu spielen" - klar, es gibt für uns schwächere und stärkere Regionen - aber es gibt natürlich überall auch nette Leute. Manchmal ändert sich das auch - also, am Anfang der Bandaktivitäten gab es echt Regionen, die immer eher bitter waren, die aber mittlerweile richtig nett sind - das hängt echt ein bisschen damit zusammen, dass man manchmal einfach wissen muss, wo man die Leute abholen muss - also es gibt schon Unterschiede im lokalen Temperament (das hätte ich eigentlich so nicht gedacht)
Ihr setzt euch sehr für den Tierschutz ein. Wieso?
Ich glaube, dass wir alle aufgrund unserer wirtschaftlich privilegierten Position auch eine gewisse Verantwortung gegenüber Schwächeren haben. Ich sehe unsere Musik als Chance an, um denen, die in unserer Gesellschaft keine Lobby haben, eine Stimme zu geben. Wir gehen leider mit sehr vielen Tieren vollkommen respekt- und herzlos um, nehmen ihnen alle Rechte und jegliche Würde. Ich denke fast jeder, der sich einmal mit dem ganz alltäglichen und vermeidbarem Leid, das wir anderen antun, auseinander gesetzt hat, wird sich einen anderen Umgang mit Schwächeren wünschen.
Vieles was wir Tieren antun, kommt indirekt wieder zu uns zurück. Es gibt ja klare Zusammenhänge zwischen der Produktion von Fleischwaren und globaler Verarmung, der Krise an Nahrungsmitteln, sowie Umweltzerstörung. Wir leben halt alle auf dem selben Planten.
Was bringt die Zukunft für die Kafkas?
Markus: Ich hoffe ja ein komplettes Album im März 2009…und ich hoffe doch, dass sich der Veröffentlichungszyklus danach wieder verkürzt… aber ansonsten schmieden wir eigentlich nie konkrete Zukunftspläne. Denke auch, dass sich vieles gar nicht planen oder berechnen lässt. Wir freuen uns jetzt halt erstmal ein bisschen über das unerwartet positive Feedback, geben ein bisschen bei den Leuten an, die uns nicht leiden können und bekommen hoffentlich ein bisschen Geld für unser Tierasyl zusammen. Im Moment brauchen wir dringend Geld für einen massiven, sehr stabilen Zaun - unsere Schweinedame büchst jeden Tag aus…
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[ www.sklavenautomat.de ]
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