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Unser Schlaf wurde relativ früh von den ersten Feierwilligen beendet. Daraufhin verbrachten wir den Morgen vor der Öffnung des Mediacenters damit, uns mit Sandwiches und Getränken für den bevorstehenden Tag zu stärken.

Als sich die Tore für die Presseleute öffneten, war der Platz natürlich noch leer. Gelegenheit für uns diesen Mal in aller Ruhe zu erkunden und uns über die große Vielfalt an angebotenen Speisen zu freuen. Auch konnten wir uns ein paar kostenlose Sonnenbrillen und Feuerzeuge sichern.

Nachdem langsam aber sicher die Meute der bereits wieder fitten Partygäste eingelassen wurde, war es an der Zeit sich gute Plätze für den heutigen Beginn der Veranstaltung zu sichern. Die erste Band die wir heute verfolgen konnten war Papa Roach. Und die legten auch direkt richtig los. Es war eine atemberaubende Aussicht von der Pressetribüne aus zu sehen wie ein Meer aus Menschen anfängt im Takt auf- und abzuspringen oder vom Papa Roach Sänger animiert, synchron mit den Händen von links nach rechts zu schwenken.

 

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Auch ließ es sich der Frontmann nicht nehmen eine Runde im Publikum zu surfen, was für zusätzliche Begeisterung sorgte. Bevor wir aufgrund eines aufziehenden Gewitters leider die Pressetribüne verlassen mussten, konnten wir noch zahlreiche „Circle Pits“ bewundern. Dies, sowie die Tatsache dass man immer noch viele recht freizügige Outfits zu sehen bekam, lässt wohl darauf schließen, dass die Rock am Ring Gäste sich heute das feiern auch vom Regen nicht vermiesen lassen werden.

Das Gewitter verursachte eine Überfüllung des Mediencenters, was dazu führte dass die Internet-Verbindung hoffnungslos überlastet war.

Da das Hochladen von Bildern und unseres heutigen Berichts unter diesen Umständen unmöglich war, machten wir uns auf den Weg zu der von uns gestern nicht besuchten Clubstage.

Während die Clubstage beim Auftritt von The Bots noch relativ leer war, kamen zu der nächsten Band Hanni El Khatib schon mehr Fans dazu geströmt. Womöglich auch deswegen, weil sich das Unwetter in dieser Phase auch endlich wieder verzogen hat.

Richtig voll wurde es an der Clubstage dann beim Auftritt von Clutch, die auch dementsprechend Gas gaben um den anderen Bühnen Paroli bieten zu können.

Leider konnten wir diesen Auftritt nicht bis zum Ende verfolgen, da wir unbedingt zurück zur Center Stage mussten um Stone Sour live erleben zu können.

Wir kamen gerade rechtzeitig für ihre weltbekannte Ballade „Through The Glass“ welche auch von der gesamten Crowd mitgesungen wurde. Gänsehaut pur!

Nach diesem vielleicht eher besinnlichen Moment, betraten mit Volbeat genau die richtigen Kandidaten die Bühne um das Publikum wieder ordentlich auf Touren zu bringen. Und genau dies taten sie dann auch und performten einige Songs ihres aktuellen Albums Outlaw Gentlemen & Shady Ladies. Passend zu dem Sound dieses Albums gabs dann noch ein paar Johnny Cash Klassiker als Zugabe obendrauf. „Ring Of Fire“ wurde zwar nur angestimmt, um vom Publikum weitergesungen zu werden aber bei „Sad Man’s Tongue“ ließen es sich Jungs aus Dänemark nicht nehmen selbst zu singen.

Anschließend war unser Plan gewesen rechtzeitig zu Graveyard bei der Clubstage zu sein. Bereits im Shuttle Bus ging das Gerückt um, dass die Beatsteaks heute wohl noch einen Überraschungsauftritt absolvieren werden, aber niemand hatte genauere Infos darüber wann und auf welcher Bühne dieser stattfinden sollte.

Als wir uns also der Clubstage näherten und anstatt der für diese Zeit eigentlich eingeplanten Kate Nash ein paar Jungs auf der Bühne sahen, die hart am abrocken waren, wurde uns schnell klar, dass wir ganz zufällig am richtigen Ort zur rechten Zeit waren. Es handelte sich hier tatsächlich um die Beatsteaks die mit ihrem Auftritt, von dem selbst auf der Rock Am Ring Pressekonferenz kurz vorher noch niemand etwas gewusst haben wollte, für jede  Menge Begeisterung in der Menge sorgten. Gleichzeitig jedoch wurde der geplante Ablauf auf der Clubstage dadurch ein wenig verschoben.

Hatten wir zunächst vermutet, dass die Beatsteaks eventuell für Kate Nash eingesprungen sein könnten, wurden wir kurz darauf eines besseren belehrt, als besagte Dame dann als nächstes auftrat. Nun standen wir vor der Wahl, ob wir an der Clubstage auf Graveyard warten sollten, rüber zur Alternastage um Hurts zu sehen oder doch Richtung Centerstage für The Prodigy aufbrechen sollten.

Glücklicherweise gelang es uns, wenn auch verbunden mit etwas Hektik und Hetzerei, alle drei abzudecken. Zuerst hetzten wir also zur Alternastage wo der Auftritt von Hurts gerade losging. Hier wurde mit knapp bekleideten Tänzerinnen und weissen Rosen, die von den  Bandmitgliedern ins Publikum geworfen wurden, für Wohlgefallen und volle Aufmerksamkeit sowohl der männlichen wie auch der weiblichen Zuschauer gesorgt. Lieder wie zum Beispiel „Wonderful Life“ sorgten dann dafür, dass der Auftritt rundum gelungen war. Gerade rechtzeitig um noch mitzubekommen dass die Mitglieder von Graveyard ihren Soundcheck höchst persönlich übernahmen waren wir wieder an der Clubstage. Die Skandinavier überzeugten dann voll und ganz, stellten einige Songs ihres neuen Albums vor aber enttäuschten auch die Fans ihrer zuletzt erfolgreichen Platten nicht.

Graveyard machten definitiv super Stimmung, weswegen es uns schwer fiel ihnen nicht bis zum Ende zuhören zu können. Der Lärm der Zuschauer, sowie die Maschinengewehr-artig ratternden Bässe von der Centerstage und der dort nun auftretenden Gruppe The Prodigy waren in ruhigeren Phasen bis zur Clubstage hörbar.

Wir eilten also über den ganzen Platz, da der Shuttle Service zu diesem Zeitpunkt nicht mehr angeboten wurde und waren pünktlich auf der Pressetribüne um die vermutlich heißeste Phase des Auftritts von The Prodigy mitzuerleben. Lieder wie „Smack My Bitch Up“ oder „Take Me To The Hospital“ sorgten zum einen dafür, dass das riesige Meer aus Menschen auf dem Platz aber auch die Anwesenden auf der Tribüne stets in Bewegung blieben, zum anderen gipfelte das ganze aber auch in dem vermutlich größten „Crowd Circling“ des bisherigen Festivals, welches wohl nur schwer zu überbieten sein dürfte.

Bemerkenswert war hier auch, dass trotz der recht harten Gangart von The Prodigy und zahlreicher in den Zuschauern entzündeter Bengalos, zumindest von unserem Blickpunkt aus keine Verletzten abtransportiert werden mussten.

Bilder vom The Prodigy Auftritt konnten wir leider keine machen, da die bis ins extreme neigende Lightshow auf der Bühne gute Bilder unmöglich machte.

 Euer Ww-Rock-Am-Ring Team Alex & Felix

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Von Alexander Jeppe

Freier Autor und Event-Fotograf

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