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Bei der Vorstellung des neuen Kulturgenussschein:  Olaf Menne, Julia Ures und Marku Runde | (c) Lautstrom | Fotograf: HaraldMorsch
Bei der Vorstellung des neuen Kulturgenussschein: Olaf Menne, Julia Ures und Marku Runde | (c) Lautstrom | Fotograf: HaraldMorsch

Das Paderborner Kulturheimspiel 2024 wird dank eines innovativen Finanzierungsmodells erneut stattfinden können. „Das beliebte Kulturheimspiel kann auch 2024 stattfinden!“, verkündete Markus Runte, bis zum Frühjahr Leiter des Paderborner Stadtmuseums und Mitgründer des Vereins Kultur- und Kreativmotor OWL e.V. Die Stadt Paderborn hat entschieden, den Jahresrückblick freizugeben und die Organisation dem genannten Verein zu überlassen.

Paderborner Kulturheimspiel: Einführung der Kultur-Genussscheine

Olaf Menne, Vorsitzender des Kultur- und Kreativmotors OWL und Inhaber einer Bookingagentur in Paderborn, erklärte: „Damit können wir jetzt in die Vorbereitung und in den Vorverkauf gehen. Wir setzen hierbei auf ein neues Konzept, das es bundesweit nach unserer Kenntnis noch nicht gibt.“ Dieses neuartige Konzept beinhaltet die Einführung der Kultur-Genussscheine für das Paderborner Kulturheimspiel 2024.

Während der Corona-Pandemie hatten sich Julia Ures, Markus Runte und Olaf Menne mit dem Paderborner Kultur-Soli für die heimische Kulturszene stark gemacht und über 200.000 Euro für Projekte und Kulturschaffende gesammelt.

Nun stellen sie als Kultur-Kreativmotor e.V. eine neue Finanzierungsform vor: den Kultur-Genussschein. Diese innovative Methode ermöglicht es, am Erfolg einer Kulturveranstaltung teilzuhaben und gleichzeitig ein kulturelles Erlebnis zu genießen.

Kultur-Genussschein | (c) Lautstrom
Kultur-Genussschein | (c) Lautstrom

Herausforderungen und Lösungen in der Kulturbranche

Die stark gestiegenen Personalkosten und die anhaltende Inflation sind nach der Corona-Pandemie große Hürden für die Kulturbranche. „Aufwändige Produktionen können fast nur noch stattfinden, wenn öffentliche Kulturbudgets zur Verfügung stehen oder eine Seite nichts verdient“, erläuterte Olaf Menne.

An dieser Stelle kommen die Kultur-Genussscheine ins Spiel: „Diese sind im Prinzip Eintrittskarten für eine Veranstaltung, die Kunden gleichzeitig am wirtschaftlichen Erfolg der Veranstaltung beteiligen. Es gibt pro Veranstaltung maximal 100 Genussscheine. Die Besitzer der Genussscheine erhalten die besten Plätze und nach der Veranstaltung Geld zurück. Im Idealfall machen sie einen satten Gewinn.“

Die Pilotveranstaltung wird das „Kulturheimspiel – der Paderborner Jahresrückblick“ am 7. Dezember in der PaderHalle sein. Der Verein bietet 100 Genussscheine zu je 100,- Euro für diese Veranstaltung an. Bis spätestens 31.08.2024 können die Genussscheine über www.buehne21.de erworben werden. Werden genug Genussscheine verkauft, startet der reguläre Vorverkauf.

Finanzielle Absicherung durch Genussscheine

Julia Ures erklärt: „Damit können wir die Künstlergagen, Crew-, Technik- und Hallenkosten, Ausgaben für Werbung sowie Abgaben an GEMA, KSK und Versicherungen decken.“ Nach der Veranstaltung erhalten die Genussschein-Inhaber Geld zurück.

Ein normales Ticket wird durchschnittlich 25,- Euro kosten. „Ist die Veranstaltung ausverkauft, erhalten die Investoren 131 Euro zurück. Das entspricht einer Rendite von über 30%. Kommen nur 300 Zuschauer, fließen 42 Euro zurück. Das Risiko der Investition ist also sehr überschaubar.“ Ein Minus sei ausgeschlossen.

Ziel ist eine nachhaltige Finanzierungslösung für die Kulturbranche!

Olaf Menne

Funktionsweise des Kultur-Genussscheins

Die Produktionskosten einer Veranstaltung werden auf 100 Anteile verteilt, die als Genussscheine angeboten werden. Diese Genussscheine beteiligen die Käufer am Erfolg der Veranstaltung und fungieren gleichzeitig als Bestplatztickets.

Nach der Veranstaltung wird der Umsatz aus den Eintrittseinnahmen nach Abzug der Produktionskosten auf die Investoren verteilt. Es gibt Geld zurück, und im Idealfall winkt ein großer Gewinn – und natürlich ein kultureller Genuss.

Zukunftsperspektiven des Kultur-Genussscheins

Sollte die Pilotveranstaltung erfolgreich verlaufen, plant der Kultur-Kreativmotor e.V., das Konzept auf weitere Veranstaltungen auszudehnen. „Unser Ziel ist es, eine nachhaltige Finanzierungslösung für die Kulturbranche zu etablieren“, erläutert Olaf Menne. „Mit den Genussscheinen möchten wir zeigen, dass Kultur wirtschaftlich tragfähig sein kann, wenn alle gemeinsam an einem Strang ziehen.“

Mit diesem neuen Ansatz könnte das Paderborner Kulturheimspiel 2024 nicht nur ein kulturelles Highlight, sondern auch ein Vorbild für die nachhaltige Finanzierung von Kulturveranstaltungen in ganz Deutschland werden.

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Von Wildwechsel

Online-Redaktion des Printmagazin Wildwechsel. Wildwechsel erscheint seit 1986 (Ausgabe Kassel/Marburg seit 1994). Auf Wildwechsel.de veröffentlichen wir ausgewählte Artikel der Printausgaben sowie Artikel die speziell für den Online-Auftritt geschrieben wurden.