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Martin Barta als Nabucco | Foto: T. Weber

Mit der Oper „Nabucco“ gelang Giuseppe Verdi 1842 der internationale Durchbruch als Komponist und der berühmt gewordene Gefangenenchor im 3. Teil wurde zur heimlichen Nationalhymne des italienischen Volks. Am 24. August wird die Oper in Edertal aufgeführt.

Kein ganz leichter (antiker) Stoff, der da in der musikalischen Umsetzung so mühelos von den Italienern begeistert mitgeschmettert wurde. Die Befreiung des jüdischen Volkes aus babylonischer Gefangenschaft und die etwas übersteigerte Selbsteinschätzung des Titelhelden Nabucco, der nur zu gern selbst Gott spielen würde.

Doch Verdi ist genau das gelungen. Es scheint, als habe er Feuer gefangen an diesem Versuch des jüdischen Volkes, sich aus der Unmündigkeit zu befreien, und hat die antike Vorlage auf das Italien des 19. Jahrhunderts übertragen.

Reiner Zufall, dass es überhaupt dazu kam, denn zunächst mal hatte Verdi gar keine Lust, sich mit dem ihm schnell in die Hand gedrückten Libretto zu beschäftigen, doch die wutentbrannt auf den Tisch geknallten Seiten schlugen just an der Stelle auf, die Verdi zum Innehalten und zum Nachdenken brachten.

1. Akt: Jerusalem

Nabucco belagert Jerusalem. Die Einwohner beten unter dem Hohepriester Zacharias um Gottes Schutz. Zacharias sagt den Hebräern, dass ihnen Fenena, die Tochter Nabuccos, als Geisel dienen soll. Er überantwortet sie Ismael, dem Neffen des Königs von Jerusalem. Fenena und Ismael lieben einander, seit Fenena einst Ismael aus dessen babylonischer Gefangennahme befreit hat und mit ihm nach Jerusalem gekommen ist. Doch auch Abigail, vermeintliche Erstgeborene Nabuccos, verliebt sich in Ismael. Es gelingt ihr, das liebende Paar im Tempel gefangen zu nehmen. Abigail ist bereit, Ismael freizulassen, wenn er sie liebt und Fenena verlässt. Doch Ismael weist sie zurück. Er will das Schicksal seines Volkes teilen. Nabucco erobert Jerusalem. Zacharias offenbart ihm, dass Fenena Geisel der Hebräer ist. Als Nabucco, um seine Tochter zu retten, daraufhin die Stadt nicht mehr plündern will, entlässt Ismael Fenena in die Freiheit. Da verbrennen die Babylonier den Tempel, und die Hebräer verfluchen Ismael.

2. Akt: Der Frevler

Abigail erfährt, dass sie eigentlich eine Sklavin ist und Fenena die echte Königstochter und Thronfolgerin. Sie lässt sich vom babylonischen Hohepriester in Nabuccos Abwesenheit die Macht übertragen und will Fenena beseitigen. Da erscheint der schon Totgeglaubte Nabucco. Voller Zorn ruft er sich selbst zum Gott aus. Ein Blitzstrahl Jahwes schlägt ihn mit Wahnsinn. Abigail nimmt seine Stelle ein.

3. Akt: Die Prophezeiung

Abigail hat den umnachteten Nabucco in ihrer Hand. Sie bringt ihn dazu, den Befehl zur Hinrichtung der Hebräer auszustellen. Das würde auch Fenenas Ende bedeuten, denn sie ist inzwischen zum Judentum übergetreten. Abigail vernichtet den Beweis ihrer niederen Herkunft. Die gefangenen Hebräer beklagen am Ufer des Euphrat ihr Schicksal. Doch ihr Hohepriester Zacharias prophezeit das bevorstehende Ende Babylons.

4. Akt: Das zerbrochene Götzenbild

Fenena wird zur Hinrichtung geführt. Als Nabucco dies sieht, unterwirft er sich Jahwe, dem Gott der Hebräer, und bittet ihn um Beistand. Sofort fällt die Umnachtung von ihm ab. Mit seinem Getreuen Abdallon befreit er im letzten Augenblick seine Tochter Fenena und alle Hebräer. Abigail sieht, dass alles verloren ist, vergiftet sich und fleht um Verzeihung. Nun offenbart sich auch Gottes Macht und der Sieg über den babylonischen Gott Baal. Dessen Götzenbild stürzt machtlos zu Boden.

Tickets für Nabucco gibts hier:

Telefon: 0531 34 63 72
Telefax: 0531 33 84 28

E-Mail: tickets@paulis.de

» 24. August 2019, Nabucco, Sperrmauervorplatz am Edersee, Edertal

» Website des Veranstalters

Von Wildwechsel

Online-Redaktion des Printmagazin Wildwechsel. Wildwechsel erscheint seit 1986 (Ausgabe Kassel/Marburg seit 1994). Auf Wildwechsel.de veröffentlichen wir ausgewählte Artikel der Printausgaben sowie Artikel die speziell für den Online-Auftritt geschrieben wurden.

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