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Eisbrecher in weißen Jacken vor schwarzem Hintergrund; Alexx Wesselsky steht mit hellem Hut und roter Krawatte im Vordergrund.
Eisbrecher kommen am 21. November 2026 mit ihrer „Kaltfront Show“ in die Hessenhalle Alsfeld. | Foto: (c) vollvincent

Schwere Gitarren, kühle Elektronik – und ein Sänger, der sich zurück ins Leben gekämpft hat: Wenn Eisbrecher am 21. November 2026 ihre „Kaltfront Show“ in die Hessenhalle Alsfeld bringen, steht hinter der musikalischen Wucht ein persönlicher Neuanfang. Nach der Trennung von Mitgründer Noel Pix und gesundheitlichen Rückschlägen hat Alexander „Alexx“ Wesselsky die Band neu ausgerichtet. „Kaltfront°!“ ist das Album, mit dem er diesen Aufbruch hörbar macht.

Eisbrecher in Alsfeld: Ein Neuanfang mit „Kaltfront°!“

Wer Eisbrecher hört, kennt das Wechselspiel: Riffs schieben nach vorn, elektronische Rhythmen geben den Takt vor, Wesselskys tiefe Stimme hält dagegen. Diese Verbindung aus Härte und Eingängigkeit prägt auch „Kaltfront°!“. Doch die Entstehung des Albums erzählt davon, wie viel sich hinter einer vertrauten musikalischen Fassade verändern kann.

Dass dieser Neustart weit über die Szene hinaus interessiert, hat eine lange Vorgeschichte: Eisbrecher gehören zu den erfolgreichen Vertretern der Neuen Deutschen Härte. „Die Hölle muss warten“ und „Schock“ wurden mit Gold ausgezeichnet; „Sturmfahrt“ und „Liebe Macht Monster“ erreichten jeweils Platz eins der deutschen Albumcharts, wie Sony Music dokumentiert. Die Verbindung von druckvollen Riffs, elektronischen Grooves und eingängigen Refrains hat der Band ein Publikum erschlossen, das sich nicht auf eine einzige musikalische Schublade festlegen lässt.

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Noel Pix war über zwei Jahrzehnte Wesselskys kreativer Partner. Gemeinsam hatten sie Eisbrecher 2003 gegründet. Als sich ihre Wege 2024 trennten, ging deshalb weit mehr verloren als die bisherige Besetzung an der Gitarre. Die Band musste ihre Zusammenarbeit und ihre Entscheidungswege neu ordnen.

Im Interview mit Metal Hammer vom 25. März 2025 schildert Wesselsky, wie sich die musikalischen Vorstellungen über Jahre auseinanderentwickelt hatten. Sein Fazit: „Diese Trennung war schmerzhaft, aber dringend notwendig.“ Besonders aufschlussreich ist die Geschichte des Titelsongs: „Kaltfront“ entstand bereits in der Arbeitsphase des Vorgängeralbums „Liebe Macht Monster“, wurde damals aber nicht ausgewählt. Aus einem zurückgestellten Stück wurde später der Name eines neuen Kapitels.

Mehr Verantwortung, neue Mitstreiter

Die neue Freiheit bedeutet für Wesselsky zugleich, die Verantwortung allein zu tragen. Musik entsteht trotzdem im Austausch: Im Nightshade-Interview vom 11. März 2025 nennt er unter anderem Rupert Keplinger und Frank Herzig von Schattenmann als kreative Mitstreiter. Die Produktionsleitung übernahm Henning Verlage.

Auch die Gäste passen zu diesem offenen Arbeitsprozess: Joachim Witt ist bei „Zeitgeist“ dabei, Sotiria bei „Meine Liebe ist Gift“, Schattenmann bei „Am Abgrund“. Laut Wesselsky entstanden diese Begegnungen aus der Zusammenarbeit heraus. Sie waren keine von der Plattenfirma verordnete Gästeliste.

„Für diese Platte lege ich beide Hände ins Feuer.“

Alexx Wesselsky über „Kaltfront°!“, Nightshade, 11. März 2025

Hinter der Härte steht ein Mensch

Zur musikalischen Neuordnung kamen gesundheitliche und persönliche Grenzerfahrungen. Die offizielle Bandbiografie bei Eisland Entertainment beschreibt eine Phase, in der selbst die Zukunft von Eisbrecher infrage stand. Vor diesem Hintergrund bekommen die Themen des Albums Gewicht: Kontrollverlust, innere Kämpfe und die Entscheidung, weiterzumachen.

Wie Wesselsky die Botschaft versteht, erklärte er im Interview mit RafaBasa vom 25. März 2025. Aus dem Spanischen übersetzt: „Es ist ein Aufruf zu Freiheit, Frieden, Zusammenhalt und psychischer Gesundheit.“ Ein bemerkenswerter Gedanke für Musik, die zunächst vor allem körperlich wirkt.

Auch musikalisch lohnt der zweite Blick. Wesselsky nennt in diesem Gespräch Oomph!, Die Krupps, Kraftwerk und die Neue Deutsche Welle als Bezugspunkte. Eisbrechers Klang hat damit ebenso Wurzeln in elektronischer Musik wie im harten Gitarrenrock.


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Die „Black Edition“ zeigt auch die verletzliche Seite

Seit dem 24. April 2026 ist „Kaltfront°!“ zusätzlich als „Black Edition“ im Stream und als Download erhältlich. Sie erweitert das Album um elf Liveaufnahmen, die neue Single „Tot oder lebenslänglich“ und eine Pianoversion von „Festung der Einsamkeit“. Der reduzierte Klavierklang setzt einen bewussten Gegenpol zur Gitarrenwucht und rückt Wesselskys verletzliche Seite nach vorn. So macht die Edition die Spannweite dieser Bandphase auch musikalisch greifbar.

Einen aktuellen Eindruck von Eisbrecher auf der Bühne liefert ARTE Concert mit dem Auftritt beim Summer Breeze 2026. Der 91-minütige Konzertfilm ist laut Sender bis zum 13. August 2027 verfügbar und bietet Gelegenheit, die Band vor dem Alsfelder Termin live zu erleben – am Bildschirm.

Tickets für Eisbrecher in der Hessenhalle Alsfeld

In Alsfeld beginnt das Konzert am 21. November 2026 um 20 Uhr, Einlass ist ab 18:30 Uhr. Veranstalter ist die Depro Entertainment GmbH. Die Hessenhalle liegt an der Adresse An der Hessenhalle 1, 36304 Alsfeld.

Der offizielle Bandshop bietet Stehplatzkarten für 52,80 Euro zuzüglich Versand an (Abruf: 21. Oktober 2026). Je nach Verkaufsstelle können die Preise abweichen. Tickets für Rollstuhlfahrer und Besucher mit dem Merkzeichen B werden laut Shop ausschließlich über den Veranstalter angeboten.

Nützliche Links zu Eisbrecher in Alsfeld


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Von Fedor Waldschmidt

Inhaber und Herausgeber des Magazin Wildwechsel

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