
(Kassel) Eine Weltklassestimme, die Michael Jackson und Prince begeisterte, kommt nach Kassel: Wildwechsel.de präsentiert Judith Hill am 24. Oktober 2026 im Anthroposophischen Zentrum. Die Grammy-Preisträgerin bringt Soul, Funk, Blues und Rock zusammen – als Sängerin, Gitarristin, Komponistin und Produzentin mit einer bewegenden eigenen Geschichte.
Judith Hill: Eine eigene Stimme zwischen berühmten Namen
2009 probte Judith Hill mit Michael Jackson für dessen geplante „This Is It“-Konzerte. Als Duettpartnerin für „I Just Can’t Stop Loving You“ stand sie neben einem der bekanntesten Sänger der Popgeschichte. Die Konzertserie fand nach Jacksons Tod nicht mehr statt. Stattdessen sang Hill bei seiner öffentlichen Trauerfeier „Heal the World“. Die später veröffentlichte Filmdokumentation „This Is It“ machte auch ihre gemeinsame Probenarbeit sichtbar.
Ein Auftritt, der Millionen Menschen erreichte – und eine Wahrnehmung, die sich festsetzte: Judith Hill, die Sängerin an der Seite der Stars. Dabei hatte sie längst eigene musikalische Vorstellungen. Im Interview mit Joshua Maloni für Niagara Frontier Publications vom 10. April 2024 beschreibt sie, wie ihre persönlichen Erfahrungen immer wieder hinter den Namen jener Menschen verschwanden, mit denen sie gearbeitet hatte.
Dieses Album bin wirklich ich.
Judith Hill über „Letters from a Black Widow“, Niagara Frontier Publications, 10. April 2024; eigene Übersetzung
Der kurze Satz bringt den Anspruch des Albums auf den Punkt: Hill bestimmt selbst, was sie erzählt und wie ihre Geschichte klingt.
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Eine Familiengeschichte mit Funk im Fundament
Diese Geschichte beginnt lange vor den Begegnungen mit Jackson oder Prince. Hills japanische Mutter Michiko und ihr afroamerikanischer Vater Robert „Peewee“ Hill lernten sich in den 1970er-Jahren in einer Funkband kennen. Musik gehörte zum Familienalltag. Später wurden die Keyboarderin und der Bassist auch Teil der Band ihrer Tochter.
Hill wuchs in Los Angeles auf und studierte Musikkomposition an der Biola University. Ihre damalige Hochschule würdigte 2009 ausdrücklich ihre Fähigkeiten als Komponistin. Wer sie vor allem als ausdrucksstarke Sängerin kennt, entdeckt hier eine weitere Seite: Hill denkt auch in musikalischen Formen, Klangfarben und Arrangements.
Wie unterschiedlich ihre Songs beginnen können, erläuterte sie im Interview mit Fifteen Questions vom 11. Oktober 2021. Manchmal steht zunächst eine Basslinie oder ein Gitarrenriff, manchmal ein Rhythmus, ein Titel oder eine Textidee. Der Ausgangspunkt wechselt; entscheidend bleibt für sie, welches Gefühl ein Stück vermittelt.

Was Prince ihr im Studio mitgab
2015 erschien ihr Debütalbum „Back in Time“, das sie gemeinsam mit Prince produzierte. Die Arbeit mit ihm bestärkte Hill darin, auf den unmittelbaren Klang einer Band zu vertrauen.
Für Hill blieb davon mehr als eine prominente Referenz. Im Gespräch mit Ian Saint für WOUB Public Media vom 22. März 2024 beschreibt sie die Aufnahmen mit einer echten Band als prägende Erfahrung. Dieser Ansatz wurde zum Vorbild für ihre weitere Arbeit.
„Ich schreibe Musik mit der Band und der Bühne im Kopf“, erklärt sie dort (eigene Übersetzung). Das Zusammenspiel gehört für sie bereits zum Entwurf eines Songs.
Auch ihre Auszeichnung für „20 Feet from Stardom“ passt zu dieser Suche nach Sichtbarkeit. Für den Dokumentarfilm über Backgroundsängerinnen und ihre oft unterschätzte Bedeutung gewann Hill 2015 gemeinsam mit Darlene Love, Merry Clayton und Lisa Fischer den Grammy in der Kategorie „Best Music Film“.

„Letters from a Black Widow“: Die Geschichte zurückerobern
Der Titel des 2024 erschienenen Albums greift eine verletzende Zuschreibung auf. Nach dem Tod von Michael Jackson und Prince wurde Hill als „Black Widow“, als schwarze Witwe, bezeichnet. Im WOUB-Interview schildert sie, wie sehr diese Bezeichnung ihre Trauer zusätzlich belastete und Scham auslöste.
Die ersten Texte darüber entstanden zunächst für sie selbst. Wie sie Niagara Frontier Publications erzählte, schrieb sie auf Anregung ihrer therapeutischen Beratung über diese Erfahrungen, ohne zu wissen, ob die daraus entstehenden Songs jemals veröffentlicht würden. Schließlich entwickelte sie daraus die musikalische Form des Albums, das sie selbst produzierte.
„Flame“ steht dabei für Widerstandskraft und den Willen, sich nicht zum Verstummen bringen zu lassen. „Dame de la Lumière“ richtet den Blick auf ihre Mutter und Großmutter: auf Frauen, deren Erfahrungen und Stärke Hill mit ihrer eigenen Geschichte verbindet. Persönlicher Schmerz wird so zum Ausgangspunkt für Songs über Zusammenhalt und Selbstbehauptung.

Video: „Dame de la Lumière“ – eine Hommage an starke Frauen
Was Judith Hills Gitarre heute erzählt
Zur Stimme kommt inzwischen ein Instrument, das in ihrem Ausdruck zunehmend Gewicht erhält: die Gitarre. Die KNKX-Studiosession vom Juni 2026 zeigt, wie selbstverständlich Hill zwischen Gesang und Gitarrenspiel wechselt.
Im begleitenden Gespräch erklärt sie ihre Hinwendung zur Gitarre: Töne zu ziehen und zu formen, eröffnet ihr Ausdruckswege, die das Klavier ihr nicht bietet. Rhythmischer Funk und scharfe Blueslinien greifen im Mitschnitt ineinander.
Dazu passt ihr Verständnis von Aufnahmen. „Ich mag das organische, rohe Gefühl einer menschlichen Darbietung“, sagte sie im Interview mit Fifteen Questions von 2021; eigene Übersetzung. Kleine Unebenheiten dürfen bleiben, wenn sie dem Gefühl eines Songs dienen. Kompositorische Sorgfalt und spontane Energie finden bei Hill zusammen.
Video: Judith Hill live bei KNKX
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Wildwechsel präsentiert Judith Hill in Kassel
Das Theaterstübchen Kassel veranstaltet den Abend im Großen Saal des Anthroposophischen Zentrums. Beginn ist am 24. Oktober 2026 um 19:30 Uhr. Tickets sind laut Veranstalter ausschließlich online erhältlich und kosten ab 42,80 Euro.
Ihr Kasseler Auftritt bietet die Gelegenheit, diese eigenständige Künstlerin live zu erleben: mit der Kraft ihrer Stimme, ihren eigenen Songs und einem Sound, der zwischen Soul, Funk, Blues und Rock mühelos Grenzen überwindet.
Wildwechsel präsentiert:
Judith Hill
19:30 Uhr | Konzert in Kassel, Anthroposophisches Zentrum Kassel e.V.
Genre: Soul, Funk, Gospel
Hier gibts die Tickets!
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Weitere Konzerte im Anthroposophischen Zentrum
Wildwechsel präsentiert:
Youn Sun Nah
»Lost Pieces«
19:30 Uhr | Konzert in Kassel, Anthroposophisches Zentrum Kassel e.V.
Genre: Jazz, Chanson, Folk
Hier gibts die Tickets!
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»Mackefisch + Trugschluss«
20:00 Uhr | Konzert in Kassel, Anthroposophisches Zentrum Kassel e.V.
Genre: Liedermacher
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Links zu Judith Hill und zum Konzert
- Judith Hill: offizielle Website mit Musik und Tourterminen
- Tickets für Judith Hill am 24. Oktober 2026 in Kassel
- Konzertinformationen beim Veranstalter Theaterstübchen
- Judith Hill im Anthroposophischen Zentrum Kassel
- KNKX: komplette Studiosession und Gespräch von 2026
- Theaterstübchen Kassel – Offizielle Website mit weiteren Infos und Tickets

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