
Von kraftvollem Blues bis zu filigranen Klassik-Arrangements: Die Nacht der Gitarren 2026 bringt am 13. Oktober vier internationale Künstler ins KFZ Marburg. Minnie Marks, Roxane Elfasci, Niwel Tsumbu und André Cavalcante feiern das zehnjährige Jubiläum der Reihe – mit eigenen Stücken, Coverversionen und gemeinsamen Auftritten, die ihre unterschiedlichen musikalischen Welten zusammenführen.
Das Besondere ist der Wechsel zwischen Solo-, Duett- und Quartettauftritten. Jede Persönlichkeit bekommt Raum für ihren eigenen Sound; im Zusammenspiel entstehen neue Begegnungen zwischen Blues, klassischer Gitarre, kongolesischen Rhythmen und brasilianischem Fingerstyle. So lässt sich an einem Abend entdecken, wie unterschiedlich ein und dasselbe Instrument klingen kann.
Diese vier Künstler spielen bei der Nacht der Gitarren in Marburg
Minnie Marks: Blues, Stimme und ein Schlagzeug für die Füße

Die Australierin Minnie Marks ist Sängerin, Songwriterin und Multiinstrumentalistin. Ihr Live-Konzept verlangt einiges an Koordination: Während sie singt und ihre alte Goldtop spielt, begleitet sie sich mit den Füßen auf einem Foot-Drum-Set. Melodie, Stimme und Schlagzeugrhythmus kommen damit aus einer Hand – beziehungsweise von einer einzigen Musikerin.
Ihre Musik verbindet Blues, Roots und Rock mit einem ausgeprägten Sinn für Groove. Zur Diskografie gehören laut ihrer Künstlerbiografie drei Studioalben und ein in Stuttgart aufgenommenes Livealbum. Auch ihre Auszeichnungen erzählen von dieser Bühnenarbeit: 2011 gewann sie die Bluesfest Busking Competition; 2025 wurde sie bei den Sunshine Coast Music Awards als »Musician of the Year« ausgezeichnet.
Roxane Elfasci: Von Debussy zu Philip Glass

Die französische Gitarristin Roxane Elfasci studierte am Pôle Supérieur de Paris bei Jérémy Jouve und Gérard Abiton. Ihre Ausbildung umfasst Instrumentalinterpretation, Musikwissenschaft und Pädagogik. Neben Konzerten und Unterricht widmet sie sich intensiv dem Arrangieren: Musik, die ursprünglich für andere Instrumente geschrieben wurde, überträgt sie auf die Gitarre.
Ihr erstes Album »Hommage à Debussy« nahm sie 2021 auf; 2023 folgte »Poésie Française«. Besonders interessant ist ihr im Mai 2025 erschienenes »GLASS GAZE«: Gemeinsam mit Gitarrist Baptiste Erard und Perkussionist Théo Lampérier interpretiert sie dort Etüden von Philip Glass. Deren wiederkehrende Muster bekommen durch zwei Gitarren und Schlagzeug eine neue klangliche Gestalt.
Niwel Tsumbu: Kongolesische Wurzeln und irische Heimat

Niwel Tsumbu wurde in der Demokratischen Republik Kongo geboren und lebt in Irland. Sein Gitarrenspiel schöpft aus Rumba, Jazz, Klassik, Rock und Folk. Bewegliche Rhythmen und Improvisation verbinden diese Einflüsse zu einer eigenen musikalischen Sprache, in der seine kongolesischen Wurzeln hörbar bleiben.
Auf seiner Website nennt er Auftritte mit Sinéad O’Connor, Buena Vista Social Club und Baaba Maal. Die Tourwebsite verweist außerdem auf seine Zusammenarbeit mit Rhiannon Giddens und dem Silk Road Ensemble. Diese Begegnungen passen zu einem Musiker, der unterschiedliche Traditionen zusammenbringt und seine Gitarre dabei sowohl melodisch als auch rhythmisch einsetzt.
André Cavalcante: Fingerstyle und ein Bogen für die Gitarre

Der brasilianische Gitarrist und Musikproduzent André Cavalcante nutzt Fingerstyle, um Basslinien, Begleitung und Melodie auf einem Instrument zusammenzuführen. Dabei werden die Saiten einzeln mit den Fingern gezupft. Tapping, Slapping und rhythmisches Klopfen auf dem Gitarrenkorpus erweitern seine Möglichkeiten um perkussive Akzente.
Brasilianische und lateinamerikanische Rhythmen treffen bei ihm auf Flamenco-Einflüsse und atmosphärische Instrumentalarrangements. Eine weitere Besonderheit ist der Pickaso Guitar Bow: Dieser spezielle Bogen ermöglicht auf der Akustikgitarre lang gehaltene, an ein Cello erinnernde Töne. So erschließt Cavalcante seinem Instrument Klangfarben, die weit über das vertraute Zupfen und Anschlagen hinausgehen.
Zehn Jahre Nacht der Gitarren: Begegnungen statt Wettbewerb
Die europäische Reihe steht in der Tradition von Brian Gores International Guitar Night. Deren Geschichte begann 1995 in der kalifornischen Bay Area in einem umgebauten Waschsalon. Die Grundidee ist bis heute das gemeinsame Musizieren: Individuelle Spielweisen werden vorgestellt und anschließend miteinander verbunden. Gerade dieses Miteinander macht den Reiz des Formats aus.
Die Jubiläumstour 2026 führt im Oktober und November durch mehrere europäische Länder. Einen Tag vor dem Marburger Konzert steht am 12. Oktober das Kasseler Theaterstübchen im Tourplan. Sämtliche Stationen veröffentlicht die offizielle Website der Nacht der Gitarren.
Termin, Einlass und Tickets für das KFZ Marburg
Dienstag, 13. Oktober 2026 · KFZ Marburg, Biegenstraße 13 · Einlass: 19 Uhr · Beginn: 20 Uhr · geplantes Ende: etwa 22.30 Uhr. Das Konzert ist bestuhlt, es gilt freie Platzwahl.
Das KFZ nennt 35,70 Euro im Vorverkauf, 33,40 Euro beim Kauf im KFZ-Büro (inklusive Gebühren und RMV-Ticket) und 37 Euro an der Abendkasse. Vorverkaufstickets mit RMV-Kombiticketlogo gelten für die Hinfahrt ab fünf Stunden vor Beginn und die Rückfahrt bis Betriebsschluss im RMV-Verbundnetz. Den Ticketshop und weitere Hinweise findest Du auf der Veranstaltungsseite des KFZ Marburg.
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Besetzung der Nacht der Gitarren 2026 · Minnie Marks · Roxane Elfasci · Niwel Tsumbu
Minnie Marks (Australia), Roxane Elfasci (France), Niwel Tsumbu (Congo), André Cavalcante (Brazil)
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