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Vormarsch von MP3 ist unaufhaltsam. Schließlich bekommt man damit die
Musik so auf den heimischen PC, wie sie im Original klingt, ohne dass
dabei Unmengen an Speicherplatz gefressen werden wie bei WAV-Files. Ist
damit die Midi-Technik weg von Fenster? Fast möchte man es glauben. Zum
Beispiel überlegen die Macher der beliebten Oldies-Internet-Seite melaman2.com/oldiesmidi.html
aus Philadelphia, bei der sich viele Midi-Enthusiasten Nummern von Elvis
bis Isley-Brothers ins Haus holten, im Ernst, ihr Angebot von MIDI auf
MP3 umzustellen. Sie führt z.Zt. eine User-Umfrage durch, und alle Freunde
der MIDI-Technik sollten dort schleunigst ihr Votum abgeben, sonst haben
sie bald einen Anlaufpunkt weniger. "Wäre das denn ein Verlust?", fragen
viele Consumer, die mit MIDI irgendwelche Spielzeugklänge aus ihrem Monitor-Lautsprecher
verbinden. Sie kennen nur die Midi-Player, die auf ihrem Computer installiert
sind. Wenn sie damit ein Midi-File abspielen, wundern sie sich, dass die
Musik oft ziemlich anders klingt, als sie es vom Original gewohnt sind.
Das hängt damit zusammen, dass Midi-Files keine Musik-Aufnahmen im eigentlichen
Sinn darstellen, sondern eine Sammlung von Befehlen, die an bestimmte
Klangerzeuger (z.B. eine Soundkarte oder ein Keyboard) geschickt werden.
Durch diese Befehle werden dann die dort gespeicherten Sounds wie "Schlagzeug",
"Bass", "Glockenspiel", "Klavier" oder "Gitarre" aufgerufen. Midi sendet
diesen "Instrumenten" Informationen wie Lautstärke, Tonhöhe, Tonlänge
oder Anschlagsdynamik, auch Informationen über Effekte wie Hall oder Echo
und die Tempi der Songs werden gegeben. Obwohl in den 80er Jahren alle
Hersteller sich auf einen "General MIDI Standard" geeinigt haben, der
z.B. festlegt, welches Instrument auf welcher Soundbank liegt, sind die
Klangergebnisse natürlich sehr unterschiedlich. Das ist einfach zu verstehen:
Ein edler Sampler, der mehrere Tausend DM kostet, hat natürlich feinere
Klavier- oder Gitarrensounds an Bord als eine Billig-Soundkarte. Hier
klingen dieselben Midifiles dann wie hochwertige Audio-aufnahmen, wie
man sie von CD kennt. Trotzdem: Wem es allein darum geht, Musik zu konsumieren,
der ist mit MP3 besser bedient! Doch MP3 kann für Musiker, die ihren Computer
auch als Instrument begreifen, die 2MIDI-Technik nicht ersetzen. Denn
MIDI ermöglicht ein kreatives Arbeiten mit Musik. Sequencer- und Notationsprogramme
ermöglichen nämlich, tief in die musikalische Substanz der Midifiles einzudringen.
Die Musik lässt sich z.B. als Partitur ausdrucken, d.h. man kann sich
genau damit beschäftigen, was Keyboard, Gitarre oder Schlagzeug in jedem
Takt spielen. Dies ist eine große Hilfe, um seinen eigenen Spielstil zu
schulen oder kompositorische Feinheiten zu erkennen. Man hat aber auch
Möglichkeiten, Spuren zu verändern und eigene Ideen in das Arrangement
zu integrieren. Anpassungen von Lautstärke und Sounds an das eigene Equipment
sind meist ohnehin nötig, um zu sinnvollen musikalischen Ergebnissen zu
kommen. Außerdem ist die Qualität von Midifiles höchst unterschiedlich:
Manche stammen von genialen Bastlern, die sich den Originalvorlagen bis
aufs i-Tüpfelchen und den feinsten Beckenschlag nähern, andere von musikalische
Halb-Alphabeten, denen es noch nicht einmal gelingt, die Gesangsmelodie
und die harmonische Grundstruktur eines Songs halbwegs adäquat wiederzugeben.
Auch deshalb ist es gut, dass man bis ins kleinste musikalische Element
wie Tonhöhe und -dauer ins Arrangement eingreifen kann und seine verbesserte
Version abspeichern kann. Man kann so aber auch nach Herzenslust mit seiner
Lieblingsmusik herumexperimentieren und sie durch Kopieren von Abschnitten,
durch Hinzufügen eigener Soli oder neuer Begleitinstrumente ganz dem eigenen
Geschmack anzupassen. Der Zugriff auf jedes Klang-Ereignis ermöglicht
auch, sich die Tricks und Kniffe eines Arrangeurs im Detail abzuschauen
und das als handwerkliche Anregung für eigene Kompositionen zu benutzen.
Durch Stummschaltung einer Spur kann man das ga8nze auch als "Karaoke"-Grundlage
für eigene Gesangsversuche oder das Üben von Instrumentalparts benutzen.
Mit Transpose-Funktionen lässt sich die Tonlage einer Begleitung genau
der Stimmlage eines Sängers anpassen. Zum Üben ideal ist auch die Möglichkeit,
wie mit einem Metronom das Tempo eines Stückes stufenweise zu verändern:
So kann man das Solo zunächst im Schneckentempo einstudieren, um dann
nach und nach sich dem Originaltempo anzunähern. Die Midi-Technik war
zum Zeitpunkt ihrer Einführung eine Sensation: Die Hersteller der unt8erschiedlichsten
Fabrikate einigten sich sehr früh auf einen einheitlichen Standard, der
es ermöglichte, dass ihre Produkte miteinander kommunizieren: Ein Tasteninstrument
oder Sequencer fungiert dabei als "Master", dessen Befehle alle anderen
angeschlossenen Klangerzeuger als "Slaves" ausführen. Ganz anders als
auf dem Computersektor, wo die Firmen jahrelang erbittert gegeneinander
kämpften und aus kurzsichtigen Eigeninter6essen heraus sogar verhindern
wollten, dass man Geräte unterschiedlicher Fabrikate miteinander kombiniert!
Erst in den letzten Jahren hat hier ein Umdenken eingesetzt, weil man
erkannt hat, wie wichtig eine Kompatibilität vor allem im Hinblick auf
Vernetzung und elektronische Kommunikation ist. Die Musiker haben das
schon früher verstanden, auch deshalb gibt es inzwischen fast jede Musik
als Midi-File, für die man sich interessiert: selbst klassische Meisterwerke
sind zu finden. Begren8zungen hat die Midi-Technik vor allem in Bezug
auf das eingeschränkte Sound-Repertoire. Vor allem die fehlende Möglichkeit,
den für fast alle Musikrichtungen so wichtigen Gesang einzubinden, sorgten
für Weiterentwicklungen in der Musiksoftware und neue Konzepte. Intelligente
Musikprogramme der Gegenwart wie Cubase von Steinberg oder Logic von E-magic
verbinden die klassischen Midi-Sequencer-Funktionen mit der Einbindung
von echten Audiofiles und Samples. Hier hat der praktizierende Musiker
dann wirklich die Möglichkeit, seine Musik individuell zu gestalten. Als
wichtiger Baustein solcher Systeme, aber auch im Hinblick auf die oben
beschriebenen Vorteile sollte MIDI auch in der Musik- und Computerlandschaft
des 21. Jahrhundert einen gesicherten Platz behalten. Die rechtlichen
Probleme der Technik entsprechen dem, was auch für MP3 gilt. Wer urheberrechtlich
geschützte MIDI-Files ohne Einverständnis des Urhebers zur eigenen kommerziellen
Nutzung weiterverwendet, macht sich strafbar. Dies wurde in Deutschland
kürzlich auch in einem Gerichtsurteil bestätigt: Ein kommerzieller Anbieter
von Midifiles hatte sich dagegen zur Wehr gesetzt, das seine Produktionen
von einer anderen Firma ins Internet gestellt wurden. (lj)
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MIDI IM INTERNET
Firmen, die Midi-Software
anbieten
steinberg.de
e-magic.de
m3c-berlin.de
Firmen, die Midifiles vertreiben
pressel.de
musicmedia.de
midishop.com/de
midifiles.de
Suchmaschinen
für Midifiles
midisites.com
musicrobot.com
gshome.com
searchmidi.hypermart.net
aitech.ac.jp
midiindex.hypermart.net
Treffpunkte
für Midifans
midipage.com
midiweb.com
midisound.de
Erfolgreiche
Midisites im Überblick
ifni.com/top100
top219.org/midi
Spezielle
Musikrichtungen
Chart-Hits (gut arrangiert): musik.freepage.de/go/chart.htm
Aktuelle Hits und gutes Archiv: ifni.com/home111.php3
Dance:
redrival.com/dance
Harter Rock: geocities.com/kc_hega8rty
Rock'n'Roll und Rock aus 4 Jahrzehnten:
echo.basd.k12.pa.us
Oldies:
melaman2.com/oldiesmidi.html
Elektronik (Oldfield, Enya, Jarre): lostsoul.org
Deutsche Schlager und Italo-Hits: crosswinds.net
Beatles:
ifni.com/beatles
Elvis:
melaman2.com/oldies/elvis.html
Depeche Mode:
dagobah.demon.co.uk
Nirvana:
ifni.com/nirvana
Klassik:
prs.net/midi.html
Klassische Gitarre: homepage1.nifty.com
Film- und TV-Musik: dragonriders.com
Moderne Kirchenlieder: songsofpraise.org
Ragtime und Swing Piano: members.aol.com/ragtimers
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