Wildwechsel-Plattenkritiken
Kurz und klein 1997


CARL CRAIG
More songs about food and revolutionary art (planet e)
Weniger Floor-filler mehr Home-chiller. Der Detroiter Techno-mit-Initiator CARL CRAIG läßt die Chill Out-Wanne voll - raffinierte Synapsen-Massage inklusive - eigenwillig - tiefgründig - wirkt langsam ein und lange nach. Lohnt sich!

IDYLLIC RECORDS COMPILATION "NEW CHAPTER" (99 records)
Gleich laufen und kaufen! Für DM 9,99 gibt's 50 min. Erlesenes vom japanischen Idyllic Label. Easy Listening - Trip Hop - Acid Jazz -Post Club Musik von den Silent Poets, von den Spiritual Vibes, Natural Calamity und Labelchef Nobukazu Takemura. 9 Perlen des gelassen Daseins für'n Zehner, genial. (ce)

DIVERSE
Love Vision (Audio-CD & CD-ROM) (Philips)
Hier kommt der "interaktive Techno/House-Szeneführer auf CD-ROM". Große Namen wie Altmeister WESTBAM, MARUSHA, DJ DICK, PAUL VAN DYK erwecken den Eindruck, daß sie hier die eigentlichen Zugpferde sind, und nicht die Software. Dem Anspruch eines "Szeneführers" kann LOVE VISION nicht ganz gerecht werden. Dazu kommt noch, daß die Programmierer bei der Gestaltung nicht an  Bedienfreundlichkeit gedacht haben. (mad)

DIVERSE
Counting Compilation Vol. I (Bear Music Factory)
House steht 'drauf und House ist 'drin. Da darf man sich auch nicht vom ersten Stück "Oh Happy day" täuschen lassen, das zwar als Gospel anfängt, aber schnell zum House mutiert. Diese Doppel-CD ist eine Hommage an den klassischen House, wie er einst aus England als Nachspiel der Acid-Scene zu uns 'rübergeschwappt ist. (mad)

BACKBONE
Comin' to get ya
Billige HipHop-Variante. BACKBONE, hat zwar den Anspruch als europäischer Kontrapunkt zu der US-HIPHOP-Szene zu gelten, kann diesem aber in keinerweise gerecht werden. Schwache Backgroundbeats und Möchtegern-Rap können der amerikanischen Konkurrenz keine Angst einjagen. (nn)

TONI-L
Der Pate (360  Records)
Schon Stefan Raab lud TONI-L zu sich ins Fernsehstudio ein. Nicht nur dessen Outfit sondern auch die Texte und dessen Image unterscheidet sich von denen der anderen HipHop-Musikern. Im Anzug und Schirmmütze rappt Toni-L im besten Dialekt, was ihn gerade bewegt. Lustig, ironisch, aber auf jeden Fall anders. (nn)

DAS DUALE SYSTEM
Gipfeltreffen (Massive Töne)
Noch sitzen DAS DUALE SYSTEM in den hinteren Reihen der deutschen HipHop-Szene. Sozialkritisch angehaucht beschreiben die Drei zusammen mit ihren Gästen Scopeman und Aphor auf dieser Maxi-CD ihren Alltag und ihre Zukunft. Mit Kanten und Ecken, noch nicht charttauglich. Kommenim  Mai nach Kassel. (nn)

ELÄKELAISET
In Humppa We Trust - live (Tug Rec)
Hier wird Fun-Polka von Finnlands bester Spaß- und Entertainkapelle vor mehr als 10.000 Menschen live zelebriert. Die Fünf verhumppaen sogar "Makarena" bis zur beinahe-Unkenntlichkeit, nach dem Motto, aus allem läßt sich Polka machen. Sehr gelungene Kult- Scheibe. (ss)

BROTHERS ON THE 4TH FLOOR
There's A Key (Arcade)
Zwei Brüder aus den Niederlanden produzieren seit einigen Jahren Hits am laufenden Band. Mit ihrer Dancemusik haben sie diverse Auszeichnungen eingeheimst und stellen auch auf dieser Scheibe Dancefloor mit HipHop-Parts vor. Ein nettes Produkt ohne Ecken und Kanten, etwas seelenlos. (ss)

CHRISTOPHER FRANKE
Babylon 5 (Sonic Images)
Dem Soundtrack zur gleichnamigen Fernsehserie kann man anhören, daß CHRISTOPHER FRANKE klassische Musik studierte. Futuristisch, bombastisch und symphonisch unterstreichen die Songs das Filmgeschehen und setzen dramatische Höhepunkte. Auch wenn er  partweise etwas zu dick aufträgt, entdeckt man bei jedem Hören Neues. (ss)

DISGUST
A World Of No Beauty (Nuclear Blast)
Der Name ist Konzept. Die Hauptaussagen  der fünf Musiker der Band "DISGUST" sind: Zivilisten sind die Opfer des Krieges, das Resultat jedes Krieges ist Tod, wer am Krieg profitiert, profitiert am Tod und die Menschheit richtet die Erde zugrunde. Musikalisch umgesetzt wird dies zu einem, mit unschönem, ekligen Schreigesang unterlegtem Brachialinferno. (ss)

DIVERSE
West Coast Rap Vol.2 (Dance Factory)
Man nehme etwas ICE T., ein wenig KID FROST, diverse Kollegen,  bringe sie auf einem Rap-Sampler zusammen und erhält trotzdem kein aufregendes Werk. Nicht unbedingt eine überflüssige CD, aber doch eher zum nebenher laufen lassen, während man einkaufen geht. (ss)

VARIOUS ARTISTS
Call On The Dark ( Nuclear Blast)
Schöner Gothic, Wave und Electronic-Sampler, der mit unveröffentlichten oder raren Stücken von Größen wie, FIELDS OF THE NEPHILIM, NITZER EBB oder THE DREAMSIDE glänzen kann. Ergänzt wird die Sammlung mit diversen Live-Einspielungen. Besonders erfreulich ist  das Stück "Disorder" als unreleased JOY DIVISION-Covervision von SHOCK THERAPY. (ss)

THE BOYS
Power Cut (eastwest)
Punk unplugged, wär hätte das gedacht. Die einstigen englischen Punkrebells spielen ohne Strom dafür mit Campino an den Vocals.
Gute Laune mit Hits wie "Brickfield Nights" oder "See You Later". Mit Strom jedoch wesentlich cooler. (hs)

ASIA
Live In Nottingham (Blueprint)
Wie kann man sich so gehen lassen: Eine Live CD mit miserablem Sound, von den gesanglichen Leistungen ganz zu schweigen, dazu ein Cover in Bootlegqualität. Die einstigen Rockdinos hätten sich diese Peinlichkeit wirklich sparen sollen. (hs)

MUTABOR
Mutabor (Virgin)
Blockflötenpunkrock gibt es tatsächlich! Wie Minnesänger vom Königshof, die plötzlich dem Folkpunk verfallen sind, klingen die Berliner. Eine kraftvolle, mitreißende CD. Ich wette: Live geht das ab wie ein Zäpfchen! Zu überzeugen beim diesjährigen Open Flair. (hs)

DIVERSE
Die Pauli Platte (PIAS)
Hamburger Bands zollen dem Traditonsfußballclub ein Tribut. Alles was die Hansestadt derzeit zu bieten hat, ist vertreten. Namen? FETTES BROT, NATIONALGALERIE, DIE STERNE, SELIG, SLIME oder Bernd Begemann. Alles dabei von Liedermacher bis Alternativ  und HipHop. Einfach klasse Scheibe! Nur BLUMFELD vermißt man. (hs)

DEEP PURPLE
Fireball Anniversary Edition (EMI)
Zum 25. des legendären Purple Albums liegt nun ein Prachtexemplar vor: 8 zusätzliche Songs in Remixen oder Alternativaufnahmen, fettem Booklett und die Originale remastered. Für Fans deren alte Vinyl längst durchgehört ist, ein Muß! (hs)

TERRY LEE HALE
Leaving West (Glitterhouse)
Ein Gefühl von Lagerfeuer Romantik und der Gedanke an die endlose Prärie ergreifen den Zuhörer bei den Songs von Terry Lee Hale. Der Singer/Songwriter arrangiert seine Folk-Rock Songs mit Gitarre, Percussion und Akkordeon einfach, aber genial. (mm)

CREEP
Below C-Level (Langstrumpf/eastwest)
Grunge aus deutschen Landen mit viel Power und Gefühl. Zwar zeigt sich verblüffende Ähnlichkeit mit ALICE IN CHAINS (nicht nur stimmlich), aber trotzdem wissen CREEP absolut zu gefallen. Live sicherlich ein Knaller. (hs)

JOURNEY
Trial By Fire (Columbia)
Wieder eine Reunion die vor 5-6 Jahren wesentlich interessanter gewesen wäre. Heute tut leider der Mainstreamrock der Bombastrockgötter vergangener Tage, nicht mehr allzu viele interessieren. Ideenloser, lupenreiner Pop der keinem weh tut.  (hs)

WICKET
Enemy Unknown (Eigenvertrieb)
Vielleicht tritt Heavy Metal auch irgendwann seinen Siegeszug wieder an. Bands wie die Lauterbacher WICKET arbeiten jedenfalls daran. Geradlinieger Metal, beeinflußt von Iced Earth oder den alten Metallica, Düsterimage inklusive! Kontakt unter: 0661/70604. (hs)

KEVIN COYNE
Knocking On Your Brain (Rockport Rec./Rough Trade)
Bluesrock-Urgestein wird er gerne genannt, 34 Alben hat er bisher veröffentlicht. Diese DoCD entstand in nur 3 Tagen mit so illustren Gästen wie Bandmitgliedern von Flowerporneos, Jeff Buckley, Lou Reed, Nick Cave, Rodgaus, oder Wolf Maahn. Ein Werk aus vielen Ecken und Kanten mit Blues und Rock. Live beim Burgbergfestival in Homberg und dem Folkfestival Bad Wildungen. (hs)

EDGUY
Kingdom Of Madness (AFM)
Die inoffiziellen Nachfolger HELLOWEENS sind gerade mal 18 Jahre und kommen aus Fulda. Ein Debüt einer aufstrebenden Melodic-Hardrockband. Hymnenhafte Songs wie "Paradise" schlagen den Bogen zu dem damaligen Opus "Keeper Of The 7 Keys". EDGUY setzen  auch zuckersüße Balladen ("When A Hero Cries"). Eine beachtliche Band mit ihren jungen Lenzen. (hs)

KAFKAS
Hypochonder (Kulturschock)
Noch ein Debüt aus Fulda! Die Punkrocker konnten schon im Vorprogramm der BATES überzeugen. Auf ihrer CD mit dem tollen Cover wechseln sich deutsche und englische Titel (am besten kommen die Deutschen), als Bonus gibts Demoversionen und Liveaufnahmen. Anspieltip: der an die Hosen erinnernte Song "Allein". Insgesamt 'ne geile Scheibe. Wer Bezugsprobleme hat: 0661/44656. (hs)

GABBER NATION 3
Bleeding Ears (Sound Wave Productions)
»Bleeding Ears« - der Name ist Programm dieses  Hardcore-Techno-Samplers. Titel wie »Need To Kill«, »The Hardcore Train Is Comin'« oder »XTC Power« sprechen für sich. Leute, die auf 240 Beats pro Minute oder Wodka intravenös stehen, werden Gefallen an den 38 Tracks finden. Aber auch nur die. (mad)

AVALONGE
Scream (T.T.F. Records)
Gleich vier Versionen des Songs »Scream« bieten uns AVALONGE (Marc Puchta und Nicky Bieschke) auf ihrer Maxi-CD an. Der einzig gelungene Remix zur Originalversion scheint jedoch die »Hardtrance Version« zu sein, der zwar ein echter Höhepunkt fehlt, die den Zeitgeist aber noch am ehesten trifft. Das Anhängsel »Window Speaks« (Track 5) hätte mehr hergegeben als das etwas zu simple »Scream«. (mad)

RELATIVITY
Urban Assault (Relativity Recordings Inc.)
"Yo man!" - so macht Rap richtig Spaß. Die Eastcoast (BEATNUTS, PMD u.a.) trifft auf die etwas melodiösere Westcoast (MAC MALL, DRU DOWN usw.). Insider erkennen das sowieso am Slang, oder? Egal, auch  der geradezu inflationäre Gebrauch der Vokabel "Motherfucker" ändert nichts an der Originalität dieses Samplers. Kapuze auf und mitgewippt, je know what I'm sayin'? Anspieltip: »The Real Weight« von  NO I.D. oder »La Raza II« von Frost. (mad)

SHAPE RAVE
Vol. 4 (Pikosso Records)
24 Jahre mußte die Band HOT BUTTER also nun warten, bis eine peinlich anmutende Panflöten-Technoversion ihres Hits »Popcorn« auf einem Sampler namens SHAPE RAVE erschien. Trance, House, bißchen dies und das, nicht Fisch, nicht Fleisch, und ganz bestimmt keinen Rave (im Sinne des Erfinders) finden wir hier. Einzig erwähnenswert für ambitionierte DJs »No Hurdles« von JAZZY BREEZE. Abschließende Frage an STEINBERG, vertreten mit "Formula 1": Brauchen wir 13-Minuten-Versionen von Themen, die man auch in vier abhaken kann? (mad)

DECEMBER'S FIRE
Vae Victis (Last Epitaph/Atratus)
Düster, martialisch, melancholisch und teils zäh kriecht sie aus den Membranen, die Musik von DECEMBER'S FIRE. In bester Gothic-Manier steht das Projekt des polnischen Musikers Pjotr Weltrowski. »Vae Victis« ist musikalisch schlichte, aber keine leichte Kost. Die polnische Sprache im Umfeld mystischer Klänge wirkt wie eine Perle aus fernen Tagen. (om)

DIRTY MINDS
Bloody Marvellous (Sunny Music)
Haudruff-Rock der übelsten Sorte - daß es sowas überhaupt noch gibt... (lj)

DIVERSE
Palo Palo - Groove out your funky soul III (Peppermint/Semaphore)
Ei, das gruuft ja wieder göttlich! Zum 3. Mal gemischtes Programm aus Hannovers Spitzenclub Palo Palo: Ziggy Marley, Jazzkantine, Rany Crawford, die Culture Pearls, Boris Dlugosch und viel anderes, was in die Beine geht und auch das Herz streift. (lj)

DIVERSE
Who Needs America? (Mad Butcher)
Knalliger Punk aus deutschen Landen, darunter Bonbons aus der Region: VULTURE CULTURE, SWOONS, SCHÜSSLER DÜ, erstmals die  UNDERSHIRTS und die göttliche BRADLEYS-Version des Klassikers »The Letter«. Ein Mißgriff ist lediglich das Cover mit Saddam Hussein: Ist der brutale Diktator ein Idol für die deutsche Punk-Szene???? (lj)

Baroudi
HAMID BAROUDI
Mad C.T. Mix (EFA)
Kassel Weltmusik-Star läßt remixen: 5 x »Caravan II Bagdad«, 4 x »Salama« und noch ein paar Anhängsel - so kann man auch eine neue CD vollmachen. Das Ganze schließt mit einer überaus merkwürdigen Version des KING-CRIMSON-Klassikers »I Talk To The Wind«. (lj)


FOUR MEN AND A DOG
Long Roads (Castle)
Folkrock ist an sich nie verkehrt, doch ein wenig vitaler als hier muß er schon sein, um die Augenlider oben zu halten. Sonst ist lange vor Ablauf der 56 Minuten die Tiefschlafphase erreicht. (ms)

CHOKEBROKE
A Taste For Bitters (Amp/Rep)
Kurz nach Kurt Cobains Tod tauchten CHOKEBROKE auf, klangen wie Nirvana 2 und hatten somit sofort ihren Stempel weg als Leichenfledderer. Jetzt fleddern sie nur noch die Amp/Rep Grunge Leiche - streckenweise finden sie auch 'n paar Juwelen, aber sonst... (ce)

DIVERSE
Silent Crying Vol. 2 (Modern Music)
Wer "Ballade" mit "machtvoll" und "majestätisch" definiert, kommt an diesen 12 Bombast-Granaten nicht vorbei. Vertreten sind u.a. VIRGIN STEELE, AMORPHIS, STRATOVARIUS und MOURNBLADE. (ms)

TWILIGHT
Eye For An Eye (Seagull)
Dänen lügen nicht: Knackiger Power Metal, bei dem Keyboards und Gitarre gleichberechtigt sind und prächtig harmonieren, läßt die 12 Songs/60 Minuten zu einem Erlebnis werden. Unbedingt anchecken! (ms)

HAREM SCAREM
Live In Japan (Wea)
Die Melodic-Kings aus Kanada mit 12 ihrer Highlights in geilen Liveversionen plus 2 neuen Tracks, von denen es mir vor allem das mitreißende
Instrumental »Pardon My Zinger« angetan hat. Feines Ding! (ms)

POVERTY'S NO CRIME
The Autumn Years (Modern Music)
Hardrock mit Anleihen beim Progressive and Power Metal haben sich PNC auf die Fahnen geschrieben. Handwerk, Kompositionen und Arrangements haben internationales Format. Bleibt zu hoffen, daß dieser tollen Scheibe der verdiente Erfolg zuteil wird! (ms)

SPOCK'S BEARD
The Light (GEP/SPV)
Abgedreht, dabei in keinster Weise abgehoben präsentieren sich die kalifornischen Enterprise-Freaks auf 4 überlangen Tracks. In den spacigen Instrumentalparts kommen die gelegentlichen Power-Eruptionen besonders heftig. Für Anspruchsvolle, die das Besondere lieben. Sonstigen Neugierigen erleichtert der entspannte Gesang den Einstieg. (ms)

AVALONGE
Scream (T.T.F. Records)
Gleich vier Versionen des Songs »Scream« bieten uns AVALONGE (Marc Puchta und Nicky Bieschke) auf ihrer Maxi-CD an. Der einzig gelungene Remix zur Originalversion scheint jedoch die »Hardtrance Version« zu sein, der zwar ein echter Höhepunkt fehlt, die den Zeitgeist aber noch am ehesten trifft. Das Anhängsel »Window Speaks« (Track 5) hätte mehr hergegeben als das etwas zu simple »Scream«. (mad)

THE LOST TRYBE OF HIP-HOP
Lyfestylz (Raging Bull/Semaphore)
Routiniert wie nur wenige markieren die 5 Jungs vom "verlorenen Stamm", was "state of the art" im Hip-Hop-Dschungel der Städte ist. Brillant produziert, souverän eingespielt, locker vorgetragen! (lj)

RENT A COW
High Noon In Wankers County (TUG Rec)
Die Duisburger Cowpunks um Sänger Tom Tonk liefern eine Mini-CD mit 8 Stücken ohne einen einzigen Ausrutscher ab. Jeder Song im westerngetränkten Punkrock ist nur geil. Die Jungs sind näher an Neil Young als an Green Day, das macht sie so außerordentlich sympathisch. Volltreffer! (hs)

Setlur
SABRINA SETLUR
Die neue S-Klasse (Epic)
Wir kennen sie derzeit noch unter Schwester S. Das Aushängeschild des ehemaligen Projektes ist nun solo und legt das 1. Album vor. Immer noch begegnet uns Frankfoddä Slang im Rap- und HipHop-Gewand mit einem kräftigen Schuß Soul. Ein wirklich gutes, abwechslungsreiches Album mit hervorragendem Hitpotential: »Du liebst mich nicht« wird der nächste Chartstürmer. (hs)

Westfield
STEVE WESTFIELD AND THE BURNOUTS
Brainwreck (Glitterhouse)
Drogenrock! Der Amerikaner wird mit seinem Nebenprojekt THE BURNOUTS als heftige Version von Monster Magnet gehandelt. Rockig, gitarrig, abgefahren. Im Song »Smoked A Little Too Much Monkey Brain Tonight« gelingt ihm gar die Mischung aus Beck und Metallica. Die US-Import E.P. mit der Spielzeit von knapp 30 Min. ist auf 1.000 Exemplare limitiert. (hs)

UNBELIEVABLE SCENES
Tribes (Selbstverlag)
Die Lippstädter bringen satten Alternative-Rock mit kernigem, leicht melancholisch angehauchtem Gesang: druckvolle Produktion, satter Baß, schöne Ideen. Der Texter sollte allerdings dringend einen VHS-Grundkurs Englisch besuchen! (lj)

DIRTY BEATNIKS
One One Seven In The Shade (Wall of Sound Recordings)
Mit diesem Album schaffen es die DIRTY BEATNIKS eindrucksvoll, sich und ihren Sound in keine musikalische Ecke drängen zu lassen. Wie soll man das nennen, was sie treiben? Es ist gute Musik, sauber eingespielt, perfekt abgemischt, gelegentlich etwas langatmig. Instrumental Cyber-Pop? Wohl kaum, "ART OF NOISE der 90er" kommt dem Ganzen wahrscheinlich noch
am nächsten.  (mad)

CHOKEBROKE
A Taste For Bitters (Amp/Rep)
Kurz nach Kurt Cobains Tod tauchten CHOKEBROKE auf, klangen wie Nirvana 2 und hatten somit sofort ihren Stempel als Leichenfledderer weg. Jetzt fleddern sie nur noch die Amp/Rep Grunge Leiche - streckenweise finden sie auch 'n paar Juwelen, aber sonst... (ce)

DIVERSE
Silent Crying Vol. 2 (Modern Music)
Wer "Ballade" mit "machtvoll" und "majestätisch" definiert, kommt an diesen 12 Bombast-Granaten nicht vorbei. Vertreten sind u.a. VIRGIN STEELE, AMORPHIS, STRATOVARIOUS und MOURNBLADE. (ms)

TWILIGHT
Eye For An Eye (Seagull)
Dänen lügen nicht: Knackiger Power Metal, bei dem Keyboards und Gitarre gleichberechtigt sind und prächtig harmonieren, läßt die 12 Songs/60 Minuten zu einem Erlebnis werden. Unbedingt anchecken! (ms)

HAREM SCAREM
Live In Japan (Wea)
Die Melodic-Kings aus Kanada mit 12 ihrer Highlights in geilen Liveversionen plus 2 neue Tracks, von denen es mir vor allem das mitreißende Instrumental »Pardon My Zinger« angetan hat. Feines Ding! (ms)


POVERTY'S NO CRIME
The Autumn Years (Modern Music)
Hardrock mit Anleihen beim Progressive and Power Metal haben sich PNC auf die Fahnen geschrieben. Handwerk, Kompositionen und Arrangements haben internationales Format. Bleibt zu hoffen, daß dieser tollen Scheibe der verdiente Erfolg zuteil wird! (ms)

SPOCK'S BEARD
The Light (GEP/SPV)
Abgedreht, dabei in keinster Weise abgehoben präsentieren sich die kalifornischen Enterprise-Freaks auf 4 überlangen Tracks. In den spacigen Instrumentalparts kommen die gelegentlichen Power-Eruptionen besonders heftig. Für Anspruchsvolle, die das Besondere lieben. Sonstigen Neugierigen erleichtert der entspannte Gesang den Einstieg. (ms)

TONTO TONTO
Mirror For The Blame (Victory)
Namen sind Schall und Rauch... solange die Mucke stimmt, und das ist hier der Fall. Im besten Sinne kommerzieller Hardrock, der seine Spannung aus dem versierten Songwriting und cleveren Arrangements bezieht. Nick Fowlers an Steve Perry (JOURNEY, DIE AOR-BAND) erinnerndes Organ verstärkt den melancholischen Touch der 12 Songs noch. Ideal zum Kuscheln! (ms)

311
311 (Mercury)
14 Songs, die nur ganz selten die 3-Minuten-Grenze überschreiten, innerhalb dieser kurzen Zeit aber mehr Stile mixen, als ich in diesen paar Zeilen runterleiern kann. Trotzdem mit Sinn, Verstand und Klasse - obendrein für fast jede Tageszeit geeignet. Kompliment! (ms)

SINNER
Judgement Day (High Gain/Arcade)
Alter Schwabe! Diese Hammerplatte bietet genau den Rock vom Faß, den ich von Mat und seiner Mannschaft schon vor Jahren erwartet hatte. Aber in diesem Fall habe ich mich gerne geirrt! (ms)

SIAM
Prayer (Milestone/Semaphore)
Heißa! SIAM führen die Linie fort, die QUEENSRYCHE nach »Operation: Mindcrime« verlassen haben. Von diesem Geheimtip werden wir noch eine Menge hören! (ms)

SKEW SISKIN
Electric Chair Musik (GUN/BMG)
Hossa! Schweinegeiler Old-Fashioned-Rock, der seine Wurzeln eindeutig in den Siebzigern hat und ohne Gefangene zu machen drauflosfetzt. Nicht umsonst arbeitet MOTÖR-Head- Lemmy mit den Jungs und dem Mädel zusammen. Zusätzlich zu den 14 regulären Gefühlskrachern als limitierte Doppel-CD! (ms)

SILENCE CREATION
Between Dream and Reality (Rockwerk)
Vielversprechender 3-Track-Appetizer auf das erste vollwertige Album der Norddeutschen. Abwechslungsreicher Progressive Metal; vertrackt, verschachtelt, ohne zu nerven. (ms)

FIRST STRIKE
First Strike (Eigenproduktion)
Wer immer noch den ganz frühen QUEENSRYCHE nachtrauert, liegt hier richtig. Zwar sind die Melodien nicht so unwiderstehlich, wie seinerzeit auf »The Warning«, aber ansonsten sind die Ähnlichkeiten frappierend. Bin gespannt wie ein Flitzebogen, was da noch kommt! (ms)

ROUGH SILK
Circle Of Pain (Massacre/IRS)
Die Hannoveraner bewegen sich auf ihrem bislang besten, operettenhaft anmutenden Werk irgendwo im Dunstkreis von SAVATAGE und QUEEN, obendrauf ein Spritzer MEAT LOAF-Pathos. Well Done! (ms)

DEATH IS JUST THE BEGINNING IV
Nuclear Blast
Selbsterfüllende Prophezeihung zum Vierten, weitermachen, wo eigentlich (musikalisch) alles tot ist. Naja, immerhin 29, größtenteils unveröffentlichte, Statements musikalischen Erneuerungsvermögens (ausgenommen Pyogenesis & Gorefest.) (ce)

COAL CHAMBER
Same (Roadrunner Rec.)
40% top, 60% flop oder so. CC mit Groovecore a la Korn, Songs wie »Unspoiled« sind glatte Offenbarungen, andere liegen irgendwie haarscharf daneben. Sepultura & Korn Adepten sollten trotzdem dringend ein Ohr riskieren. (ce)

SVELT
Souvenir (Trocadero/Rough Trade)
Der Sticker "No. 4 US College Radio Charts", als Werbung gedacht, stellt der Jugend im "Land der begrenzten Unmöglichkeiten" ein Armutszeugnis aus: Schrammel-Rock vom Überflüssigsten. Öde, schnöde, blöde. (ms)

SPOCK'S BEARD
The Light (GEP/SPV)
Abgedreht, dabei in keinster Weise abgehoben präsentieren sich die kalifornischen Enterprise-Freaks auf 4 überlangen Tracks. In den spacigen Instrumentalparts kommen die gelegentlichen Power-Eruptionen besonders heftig. Für Anspruchsvolle, die das Besondere lieben. Sonstigen Neugierigen erleichtert der entspannte Gesang den Einstieg. (ms)

TONTO TONTO
Mirror For The Blame (Victory)
Namen sind Schall und Rauch... solange die Mucke stimmt, und das ist hier der Fall. Im besten Sinne kommerzieller Hardrock, der seine Spannung aus dem versierten Songwriting und cleveren Arrangements bezieht. Nick Fowlers an Steve Perry (JOURNEY, DIE AOR-BAND) erinnerndes Organ verstärkt den melancholischen Touch der 12 Songs noch. Ideal zum Kuscheln! (ms)

Rodgers
PAUL RODGERS
Now (SPV/CBH)
Als Texter fand ich Paul immer ziemlich daneben, aber der Mann hat eine Stimme, die es einfach bringt. »Now« ist ein mitreißender Knaller geworden; viel besser, als ich erwartet habe. Anspieltip: »I Lost It All«. (ms)

McLain
CRAIG McLACHLAN & THE CULPRITS
Craig McLachlan And The Culprits (Roadrunner)
Platte vom Typ: "Wie lande ich garantiert einen Hit?" Antwort: Je einen Tophit aller großen Top-Rock-Bands nachempfinden. Ergebnis: Kein Song hat Format. Aber der Abklatsch ist perfekt bis in die Charts hinein. Ob das Konzept so aufgehen wird...? (pw)

TOSCHO
Serious Fun (INAK)
Der Sänger und Gitarrist der Formation BLUES COMPANY Todor Todorovic geht solo, und das mit nicht geringen Ambitionen. Gefühlvolle Soli und eine erotische Reibestimme reizen die Grenzen des Blues aus. Klanglich wie musikalisch: erste Sahne. (pw)

DOYLE BRAMHALL II
Doyle Bramhall II (Geffen)
Sein Vater gleichen Namens spielte mit Stevie Ray Vaughan zusammen. Mit einer Stimme wie Hendrix und Gitarrensoli wie Clapton erinnert er zuweilen peinlich an Lennie Kravitz. Die Songs jedoch überzeugen durch Feeling und ausgefeilte Arrangements. (pw)

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