Wildwechsel-Plattenkritiken
Kurz und klein 2001


FREIBURGER SPIELLEYT
Pilgerweg (Verlag der Spielleute)
Im Gegensatz zum aufwendigen »Waves Of Vigo« beschränken sich die SPIELLEYT hier auf spärliche, fast karge Arrangements. Doch das reicht auch, denn nach jahrelanger Erfahrung können sie auch aus wenig ganz viel machen. Die richtige Musik für eine archaische Reise zum inneren Licht. (lj)

DIVERSE
TV sucks (Wolverine Records)
Ein großes Aufgebot von deutschen Punk- und Skabands covert sich durch einen wilden Mix von Fernsehmelodien. Das Ergebnis reicht von äußerst gelungen bis  zu absolut furchtbar. Mit dabei u.a. BUSTERS, HEARTBREAKERS, EX-MAQUINA, NO USE FOR A NAME, SWOONS, BRADLEYS. (stb)

K's CHOICE
Almost Happy (epic)
Die belgische Erfolgsband mit der traumhaften Stimme von Sarah Bettens legt mit ihrem vierten Album eine echt relaxte Scheibe vor. Feiner PopRock mit reichlich balladesken und Midtempo-Stücken. Der Feinschliff stammt übrigens von Tchad Blake, der erst die letzte Pearl Jam Platte sahnemäsig gemixt hat. (hs)

SCHWARZ AUF WEISS
Supersprint (Weserlabel)
Ska, Ska, Ska und kein Ende. Bei gepflegten Offbeat, schönen Bläser-Arrangements und gar nicht peinlichen deutschen Texten kann man wirklich nicht meckern. Weiter so. EL BOSSO UND DIE PING PONGS wurden schon vermisst. (stb)

SIN CITY SUCKERS
Supercharged-EP (Rockwerk Records)
Neues von Paderborns einziger Punk'n'Roll Band. Es dröhnt und knirscht unter der Wucht, der Wüstenstaub wirbelt auf und der Whisky schmeckt. Jungs, Ihr habt Euch gemacht. Es rockt! (stb)

DR. CALYPSO
Barbarossaplatz (Groover Recors)
10 köpfige spanische Band, die verteufelt gut Ska, Rocksteady, Reggae und eine Prise Soul vermischen. Musikalisch absolute Spitze zuckt das Tanzbein nach spätestens einem   Song mit. Super! Barcelona hat was zu bieten... (stb)

DOWNSET.
Check your people (Epitaph Europe)
Fett produzierter Groove-Hardcore aus Los Angeles. Trotz überstrapazierter Stimmbänder findet man in der Gitarrenwand der Amis die Melodie immer wieder. Das beruhigt Eltern und die Freundin. (stb)

SUICIDAL TENDENCIES
Free your soul... and save my mind (Suicidal Records)
Highspeed-Gitarrensalven mit einer gehörigen Portion Metal lassen sich auch nach 18 Jahren nicht totkriegen. Mit neuem Line-up unterwegs knallt der groovige Metal-Punk der Kalifornier wieder und geht dabei sehr vielseitig und einfallsreich vor. (stb)
 
 

BAMBIX
What's In A Name (Vitaminepillen)
Holländischer Punkrock hat in Deutschland normalerweise einen schweren Stand. Amders beo BAMBIX: Längst schon kein Geheimtip mehr, verzaubert ihr leicht melancholischer, englischsprachiger Punkrock durch schöne Gesangslinien, harte Gitarren und enorme Geschwindigkeit. Am 24.2. mit dabei auf dem Vita-Festival mit WOHLSTANDSKINDER und PSYCHO GAMBOLA im Kasseler Spot. (stb)

DIVERSE
Stoned Immaculate - The Music Of The Doors (Elektra)
Wieder mal ein Tribute Album um den sagenumwobenen Jim Morrison und seinen DOORS. Diesmal erfährt das ganze Projekt die Absegnung der Doors-Restmitglieder, da sie bei fast allen Aufnahmen beteiligt waren. U.a. rocken Creed, Aerosmith oder die Stone Temple Pilots. Weiterhin findet man zwei Doors-Alternativaufnahmen und die Teilnahme von William S. Burrooughs. Teilweise o.k., aber schon eher für Fans. (hs)

DR. CALYPSO
Barbarossaplatz (Groover Records)
10 köpfige spanische Band, die verteufelt gut Ska, Rocksteady, Reggae und eine Prise Soul vermischt. Musikalisch absolute Spitze zuckt das Tanzbein nach spätestens einem Song mit. Barcelona hat was zu bieten... (stb)

SUICIDAL TENDENCIES
Free your soul... and save my mind (Suicidal Records)
Highspeed-Gitarrensalven mit einer gehörigen Portion Metal lassen sich auch nach 18 Jahren nicht totkriegen. Mit neuem Line-up unterwegs knallt der groovige Metal-Punk der Kalifornier wieder und geht dabei sehr vielseitig und einfallsreich vor. (stb)

K'S CHOICE
Almost happy (Epic)
Zu ihrem 4. Album blieben die lauten Gitarren im Schrank und die Belgische Band um die fantastische Sängerin Sarah konzentrierte sich auf ruhige und ausdrucksstarke Pop-Songs. Insgesamt bis auf wenige Ausnahmen etwas langweilig. (stb)

ECHOPHONIC
Hotel "Underwater" (Weser Label)
Auch Österreich hat gute Musik zu bieten. Die drei Herren um Sängerin und Bassistin Tina mischen einen leckeren Long-Drink aus den punkigen Pop-Zutaten ELASTICA, BREEDERS und GOGO'S. Noch nicht an der Spitze aber auf besten Weg dorthin. Sehr nett! (stb)

LEO DÜLFER
Und damm wurde alles grün. Es kam. (andi bone records)
Der von den Elektroboys bekannte Serjoscha Emmert, gibt unter seinen Synonym sein Solodebüt. Beachtlich: Sämtliche Instrumente und Gesang stammen von ihm. Die Kombination aus Rock, Pop, Singer/Songwriter und teilweise Chansonansätzen führt Dülfer zu seinem eigenwilligen Stil zusammen.
Highlight: das traurig-melancholisch-schöne »Kinoleinwand« und feinster Pop mit »Alles kommt anders«, textlich und im Sound ein Genuss! Erhältlich unter www.leo-duelfer.de (hs)

CALVIN RUSSEL
Crossroad (Last Call/spv)
Der alte Herr der Singer/Songwriter Riege überzeugt mit einem atmosphärischen Livealbum. Calvin Russel verzaubert die Höhrer mit seiner prägnanten Stimme und seiner Akustikgitarre mit Unplugged Folk, Blues & Country. (hs)

MILA MAR
Elfensex (Strange Ways/Indigo)
Die Klangzauberer, deren Debüt »Nova« die Fachwelt staunen ließ, sind wieder da. Das Meditative, Mittelalterliche, Fantastische ist noch da, doch wurde es ergänzt, um ein laszives Element. Ja, diese Elfen haben Sex, das ist nun erstmals Pop-Musik, so dass man sich sogar an ein OMD-Cover heranwagen kann. Übersinnlich, aber auch sinnlich! (lj)

OUTKAST
Stankonia (Arista/BMG)
Sicher, es ist Geschmacksache - das Album. "Mrs. Jackson" kennt inzwischen fast jeder. Es ist bei weitem aber nicht das beste Stück aus dem Album. André und Big Boi, die Klangvirtuosen des HipHop, versprechen einen innovativen Sound. Psychedelisch bis romantisch. Experimentell, aber äußerst gelungen. Kaufen! (fb)

XZIBIT
Restless (epic)
Neues Jahr, neuer Sound, neues Glück ? Dreckige Beats, gehaltvolle Samples beherrschen das Album und stoßen einen so manches Mal vor den Kopf. Mit Dr. Dre als Co-Producer und  etlichen  Featurings von u.a. Eminem, Snoop Dog und Erik Sermon meldet er  sich zurück.  (fb)

V.A.
Red Ribbon Beatz (Bellaphon Records)
In Hip-Hop- und R'n'B-Form liefern diverse Artists in ihren deutschsprachigen Texten zum Teil eigene Erfahrungen mit dem Aids-Virus. Mit den Stieber-Twins, Brix und Blumentopf u.a. kommt ein sehr abwechslungsreiches und hörenswertes Album zustande. Das Thema geht schließlich jeden an. (fb)

COMMON
Like Water for Chocolate (MCA)
Man spürt die black roots. Souliger und schwärzer kann eine Hip-Hop Album kaum sein. Endlich geht es mal nicht bloß um "bitches, guns and drugs". Erstklassige Co-Produktion von Dj Premier. Mos Def höchstpersönlich bereichert das Album um seine Talente. Das hat funk, das hat groove. Danke Common. (fb)

OUTKAST
Stankonia (Arista/BMG)
Sicher, es ist Geschmacksache - das Album. "Mrs. Jackson" kennt inzwischen fast jeder. Es ist bei weitem aber nicht das beste Stück aus dem Album. André und Big Boi, die Klangvirtuosen des HipHop, versprechen einen innovativen Sound. Psychedelisch bis romantisch. Experimentell, aber äußerst gelungen. Kaufen! (fb)

PRODIGY OF MOBB DEEP
H.N.I.C. (Epic/Sony)
Längst nicht mehr so düster wie die Vorgänger, präsentiert sich dieses Soloalbum als gelungene Symbiose aus gehaltvollen Streichersets, verspielten Klaviersamples und altbewährten Rapskills. Hier und da haben sich sogar Electro-Einflüsse verirrt. Animiert mächtig zum Coolsein. (fb)

AMBIVALENCE
Music Treatment (Epic)
Ich weiss nicht wie ausgerechnet diese CD ihren Weg in die Redaktion geschafft hat. Sie zählt wahrscheinlich zu der Sorte HipHop-Releases, die man nur durch eine gehörige Portion Glück in die Finger bekommt. Vier würdige Repräsentanten des Hip Hop (Phife Dawg, J-Live, Rahzel, (???)) kreieren eine ansprechende Compilation, die anspruchsvollen Underground-HipHop beinhaltet. Mos Def selbst hat auch Hand angelegt. (fb)

CRASH TEST DUMMIES
I Don't Care That You Don't Mind (Cha-Ching Records/edel)
»Mmmh, mmmh, mmmh«, kaum einer der sich nicht an diesen Smash-Hit entsinnen kann. Seitdem hat sich viel getan. Von Solotouren des Mannes mit der Bass-Bariton Stimme, Brad Roberts, bis zu seinem tragischen Autounfall, der letztendlich entscheidend für die Entstehung dieses Albums war. Relaxt, nach feinster Singer/Songwriter Art, kommt die CD rüber und birgt neben vorzüglichen Songs wie »Little Secret« noch weitere gut abgehangene Stücke eines Geschichtenerzählers. (hs)

THE STRANGLERS
Live (SPV)
Die Punk/New Wave Legende zieht auf einer Doppel-CD mit insgesamt 25 Songs Bilanz. Sehr guter Sound macht das schwelgen in Erinnerungen zum Vergnügen. Mit dabei »Golden Brown«, »Always the sun« und »No more hereos.« Schönes Ding das. (stb)

RANTANPLAN
Samba (Rodrec)
Die grandiosen Hamburger Ska-Punker versuchen mit ihrem 3. Album an alte Erfolge anzuknüpfen. Leider bleiben sowohl Songwriting als auch Produktion etwas blass. Der Austieg von BUT ALIVE Sänger Marcus führte zu einem kleinen Identitätsverlust. Trotzdem live mit Sicherheit ein Ereignis. (stb)

MYBALLOON
Perfect View (BMG)
Netter Collegerock mit einer Prise Punkrock. WEEZER lassen grüßen und ein Haufen Teenies freuen sich auf den Starschnitt in der Bravo. Weiß zu gefallen, überrascht aber nicht. (stb)

HATTLER
No Eats Yes (Polydor)
Der KRAAN und TAB TWO Außnahmebassist Helmut Hattler geht mit seinem ersten Soloalbum seit 1978 neue Wege. So wurden die gewohnt eingängigen Jazzklänge durch eine gehörige Portion Pop angereichert. Unterhaltsam. (stb)

MANIC STREET PREACHERS
Know Your Enemy (Epic)
Mittlerweile gehören sie zu Englands ganz Großen. Hymnenhafte Stadionsongs zu komponieren, nicht verfehlbare Ohrwürmer zu kreieren, für die Preachers scheinbar ein Leichtes. Auch ihr neuester Longplayer wimmelt von solchen Songs. Besonders mutig waren sie bei der Single "So Why So Sad", das Stück kompositorisch schon fast in die Sechziger und zurück zu beamen, super! (hs)

JOHN FRUSCIANTE
To Record Only Water For Ten Days (WEA)
Bei den Red Hot Chili Peppers brachte er den künstlerischen, wie auch kommerziellen Erfolg mit Californication zurück. Auf seinem dritten Soloalbum zeigt der Peppers Gitarrist zwar, dass er nicht besonders gut singen kann, aber seine Songs doch nach einer gewissen Art hypnotisch wirken. Man kann das Album bezeichnen wie man möchte: von kontrovers bis cool dürfte alles passen. (hs)

NITROMINDS
Time to know (Vitami
nepillen Records)
Fast jeder Song unter 2 Minuten, verlieren die 3 brasilianischen High-Speed Punker keine Zeit. Man kommt schnell zur Sache und gibt alles. Rauh und ohne Kompromisse. Auch live ein Ereignis. (stb)

BAFFDECKS
Vergessene Träume (Dröönland Production)
Schon lange dabei, verstehen die süddeutschen HC-Punks ihre guten deutschen Texte mit Aggressivität zu paaren. Der Gesang ist Geschmackssache, die Band jedoch versteht ihr Handwerk und drückt mächtig aufs Gaspedal. Solide. (stb)

PROLLHEAD
Neue Alte (Dröönland Production)
Man kann sie nur lieben oder hassen, die Hamburger Vorzeigeprolls. Viel Hardrock mit einer guten Portion Punkrock wird gekonnt serviert. Die Texte jedoch sind anspruchslos und kurzlebig. Wer mag. (stb)

DER TRICK IST ZU ATMEN
Auf schlechte Zeiten... (Hula-Hoop Records)
Ebenfalls aus Hamburg stammend, orientieren sich die 4 Jungs an ihren Polit- Punk Vorbildern BUT ALIVE. Produktionstechnisch noch nicht ganz ausgereift, überzeugt man durch komplizierte und anspruchsvolle Songs, sowie gute deutsche Texte. Hier steckt viel Potenzial. Man darf auf das nächste Album gespannt sein. Schön. (stb)

KEMURI
Senka Senrui (Roadrunner Records)
Melodischer japanischer Skapunk im oberen Drehzahlmoment. Professionell gespielt und hervorragend produziert, wissen die 6 Jungs wo der gute Laune Hammer hängt. Schöne Songs, schöne Arrangements. Gefällt bestens. (stb)

PEARLS FOR PIGS
Nudge Nudge Wink Wink Know What I Mean (Schlecht & Schwindlig Rec.)
Punkrock Trio auf '77er Spuren. Melodisch, englischsprachig und mit einer rauhen Kante versehen. Live bestimmt sehr unterhaltsam. Endlich kommt mal guter Punkrock aus München. (stb)

THE TOY DOLLS
Anniversary Anthems (SPV)
Alles bleibt beim alten. Auch bei ihrer 21 Jahre Jubiläums-CD und mit dem mittlerweile 14. Schlagzeuger (!) rocken die verrückten Funpunker-Briten was das Zeug hält und bleiben unterhaltsam. Innovationen kann man auf einer TOY DOLLS Platte auch kaum erwarten. Der Spaß zählt. Sänger und Gitarrist Olga bringt ihn rüber, wie kaum ein Zweiter. (stb)

USE TU ABUSE
It's all about nothing (Hulk Räckorz)
Düster, schnell und böse. Die Regensburger Deathpunker um den 4. WIZO Mann Fratz rocken und rollen, was das Zeug hält. Da hat sich seit den ersten Gehversuchen der Band sehr viel getan. Hut ab, klingt cool. (stb)

SURFPATROUILLE / KILAUEAS
Venus Pussy Polka Riot / Magmanautic Inferno
Wie bescheuert. Eine Split CD mit getrenntem Titel muß nun wirklich sein. Überzeugender der Inhalt: Die Stadtallendorfer SURFPATROUILLE genauso wie die etwas trashigeren Stuttgarter KILAUEAS spielen erstklassige Surfmusik mit viel Hall und Spirit. Da gibt es nichts zu meckern und wird Lust auf Livekonzerte geweckt. (stb)

GERRY LEE AN THE WANTED MEN
Framed (Elmo Records)
Swing, Country, Rockabilly. Die Jungs haben's drauf und beherrschen ihre Instrumente. Es handelt sich um ein Sideproject dreier MONKEY SHOP Mitglieder. Macht gehörig Spaß und man beginnt unausweichlich mit den Fingern zu schnippen. Mit dabei als Gastsängerin Peta Devlin von der BRAUT HAUT INS AUGE. Sehr nett. (stb)

RICO
Get up your foot (Grover Records)
Die Posaunen-Legende des jamaikanischen Roots-Reggae kehrt zurück. Äußerst relaxt grooved er sich durch die überwiedend instrumental gehaltenen Nummern. Handwerklich unantastbar perfekt. Auf Dauer ein wenig zu entspannend, aber für den 5 Uhr Tee und Badewannensessions durchaus zu empfehlen. (stb)

CHURCH OF CONFIDENCE
Get down on your knees and pray! (Knock Out Records)
Schöne Punk & Roll Maxi-CD aus Berlin. Sehr melodisch mit dem richtigen Schuß Härte. Könnte durchaus auch als amerikainische Fat Wreck Band durchgehen. Schön, schön... (stb)

HOERSTUATZ
Komm raus (Plattenmeister)
Blöder Bandname, aber sehr nette Musik. Auf dieser Maxi-CD präsentieren sich 6 junge Musiker mit einer gelungenen Mischung aus Hip Hop und Punk. Vergleiche zu RAGE AGAINST THE MACHINE und ZEBRAHEAD müssen herhalten. Durch die eigenständigen und unpeinlichen deutschen Texte setzt man sich jedoch gut ab. (stb)

NEW YORK SKA-JAZZ ENSEMBLE
Live in Europe (Grover Records)
In technischer Perfektion zeigt das Ensemble, wozu es auf der Bühne fähig ist. Die vielen Jazzelemente geben viel Raum für Inprovisationen und geben der Aufnahme ihre Intensität. Der Gesangsanteil ist diesmal außergewöhnlich hoch ausgefallen, macht die Songs jedoch nur noch eingängiger. Schön. (stb)

JOHN FRUSCIANTE
To Record Only Water For Ten Days (WEA)
Bei den Red Hot Chili Peppers brachte er den künstlerischen, wie auch kommerziellen Erfolg mit Californication zurück. Auf seinem dritten Soloalbum zeigt der Peppers Gitarrist zwar, dass er nicht besonders gut singen kann, aber seine Songs doch nach einer gewissen Art hypnotisch wirken. Man kann das Album bezeichnen wie man möchte: von kontrovers bis cool dürfte alles passen. (hs)

HOERSTUATZ
Komm raus (Plattenmeister)
Blöder Bandname, aber sehr nette Musik. Auf dieser Maxi-CD präsentieren sich 6 junge Musiker mit einer gelungenen Mischung aus Hip Hop und Punk. Vergleiche zu RAGE AGAINST THE MACHINE und ZEBRAHEAD müssen herhalten. Durch die eigenständigen und unpeinlichen deutschen Texte setzt man sich jedoch gut ab. (stb)

NITROMINDS
Time to know (Vitami
nepillen Records)
Fast jeder Song unter 2 Minuten, verlieren die 3 brasilianischen High-Speed Punker keine Zeit. Man kommt schnell zur Sache und gibt alles. Rauh und ohne Kompromisse. Auch live ein Ereignis. (stb)

BAFFDECKS
Vergessene Träume (Dröönland Production)
Schon lange dabei, verstehen die süddeutschen HC-Punks ihre guten deutschen Texte mit Aggressivität zu paaren. Der Gesang ist Geschmackssache, die Band jedoch versteht ihr Handwerk und drückt mächtig aufs Gaspedal. Solide. (stb)

DER TRICK IST ZU ATMEN
Auf schlechte Zeiten... (Hula-Hoop Records)
Ebenfalls aus Hamburg stammend, orientieren sich die 4 Jungs an ihren Polit- Punk Vorbildern BUT ALIVE. Produktionstechnisch noch nicht ganz ausgereift, überzeugt man durch komplizierte und anspruchsvolle Songs, sowie gute deutsche Texte. Hier steckt viel Potenzial. Man darf auf das nächste Album gespannt sein. Schön. (stb)

PROLLHEAD
Neue Alte (Dröönland Production)
Man kann sie nur lieben oder hassen, die Hamburger Vorzeigeprolls. Viel Hardrock mit einer guten Portion Punkrock wird gekonnt serviert. Die Texte jedoch sind anspruchslos und kurzlebig. Wer's mag... (stb)

KEMURI
Senka Senrui (Roadrunner Records)
Melodischer japanischer Skapunk im oberen Drehzahlmoment. Professionell gespielt und hervorragend produziert, wissen die 6 Jungs wo der gute Laune Hammer hängt. Schöne Songs, schöne Arrangements. Gefällt bestens. (stb)

PEARLS FOR PIGS
Nudge Nudge Wink Wink Know What I Mean (Schlecht & Schwindlig Rec.)
Punkrock Trio auf '77er Spuren. Melodisch, englischsprachig und mit einer rauhen Kante versehen. Live bestimmt sehr unterhaltsam. Endlich kommt mal guter Punkrock aus München. (stb)

THE TOY DOLLS
Anniversary Anthems (SPV)
Alles bleibt beim alten. Auch bei ihrer 21 Jahre Jubiläums-CD und mit dem mittlerweile 14. Schlagzeuger (!) rocken die verrückten Funpunker-Briten was das Zeug hält und bleiben unterhaltsam. Innovationen kann man auf einer TOY DOLLS Platte auch kaum erwarten. Der Spaß zählt. Sänger und Gitarrist Olga bringt ihn rüber, wie kaum ein Zweiter. (stb)

USE TU ABUSE
It's all about nothing (Hulk Räckorz)
Düster, schnell und böse. Die Regensburger Deathpunker um den 4. WIZO Mann Fratz rocken und rollen, was das Zeug hält. Da hat sich seit den ersten Gehversuchen der Band sehr viel getan. Hut ab, klingt cool. (stb)

SURFPATROUILLE / KILAUEAS
Venus Pussy Polka Riot / Magmanautic Inferno
Wie bescheuert. Eine Split CD mit getrenntem Titel muß nun wirklich sein. Überzeugender der Inhalt: Die Stadtallendorfer SURFPATROUILLE genauso wie die etwas trashigeren Stuttgarter KILAUEAS spielen erstklassige Surfmusik mit viel Hall und Spirit. Da gibt es nichts zu meckern und wird Lust auf Livekonzerte geweckt. (stb)

GERRY LEE AN THE WANTED MEN
Framed (Elmo Records)
Swing, Country, Rockabilly. Die Jungs haben's drauf und beherrschen ihre Instrumente. Es handelt sich um ein Sideproject dreier MONKEY SHOP Mitglieder. Macht gehörig Spaß und man beginnt unausweichlich mit den Fingern zu schnippen. Mit dabei als Gastsängerin Peta Devlin von der BRAUT HAUT INS AUGE. Sehr nett. (stb)

RICO
Get up your foot (Grover Records)
Die Posaunen-Legende des jamaikanischen Roots-Reggae kehrt zurück. Äußerst relaxt grooved er sich durch die überwiedend instrumental gehaltenen Nummern. Handwerklich unantastbar perfekt. Auf Dauer ein wenig zu entspannend, aber für den 5 Uhr Tee und Badewannensessions durchaus zu empfehlen. (stb)

CHURCH OF CONFIDENCE
Get down on your knees and pray! (Knock Out Records)
Schöne Punk & Roll Maxi-CD aus Berlin. Sehr melodisch mit dem richtigen Schuß Härte. Könnte durchaus auch als amerikainische Fat Wreck Band durchgehen. Schön, schön... (stb)

NEW YORK SKA-JAZZ ENSEMBLE
Live in Europe (Grover Records)
In technischer Perfektion zeigt das Ensemble, wozu es auf der Bühne fähig ist. Die vielen Jazzelemente geben viel Raum für Inprovisationen und geben der Aufnahme ihre Intensität. Der Gesangsanteil ist diesmal außergewöhnlich hoch ausgefallen, macht die Songs jedoch nur noch eingängiger. Schön. (stb)

THE DOORS
Bright Midnight - Live in America (eastwest)
13 Liveaufnahmen aus dem Jahr 1970. Nachdem die Live CD auf der Doors Box bei den Fans so eingeschlagen hat, sollen nun über die Jahre verschiedene Livekonzerte der Kultband veröffentlicht werden. Grund ist, um den überteuerten und meist miesen Bootlegs den Garaus zu machen. Haltet davon was ihr wollt. Hier stimmt auf jeden Fall die Soundqualität. (hs)

DIVERSE
May Your Song Always Be Sung Again (BMG)
Bob Dylan und kein Ende, zu groß war der Einfluß des Meisters. Im  zweiten nun vorliegenden Teil von »The Songs of Bob Dylan« finden sich im Backkatalog zusammengesuchte Dylan Covers von Elvis, Patti Smith, Kenny Wayne Shepherd oder Harry Belafonte! Sehr durchwachsen und die Frage, wer  diesen Sampler eigentlich braucht? Schießlich gibt es unzählige, weitaus bessere Coverversionen als diese. (hs)

DIVERSE
Hut Recordings 1991-2001 (virgin)
Das englische Label gehört nicht nur zu den größten in England, sondern auch zu den einflußreichsten. Man schaue sich nur die Liste der auf der CD vertretenen Bands an: Smashing Pumpkins, David Gray, The Verve, Whale, Placebo oder Richard Ashcroft. Ganz klar: Mal 'ne feine Geburtstags Scheibe! Auf weitere 10 Jahre und vor allen Dingen weitere innovative Musik! (hs)

STONE TEMPLE PILOTS
Shangri-LA DEE DA (eastwest)
Phönix aus der Asche. 1999 erschien für viele überraschend ein neues Album der STP. Bis dort hatte man nur von Drogenproblemen oder Knastaufenthalten von Sänger Scott Weiland gehört. 2001 ist er frisch gebackener Vater und vor allem clean: Das macht sich auch in der Musik bemerkbar. Rock mit Psychedelic, mal rüde, mal poppig, aber immer interessant! (hs)

THE BLAKE BABIES
God Bless The Blake Babies (Blue Rose/Inakustik)
Die Amerikaner um die Ausnahme Songschreiberin und Sängerin Juliana Hatfield haben sich wieder gefunden. Sie überraschen mit einem mitreißenden und abwechslungsreichen Rockalbum. Gäste sind u.a. Ben Lee und Evan Dando von den Lemonheads. (hs)

DIVERSE
HOT FM - Blue Rose Broadcasts Vol.2 (Blue Rose/Inakustik)
Da gibt es einen kleinen Radiosender in Hof, wo immer wieder die Bands aus dem Blue Rose Stall gastieren, also feinster Country Rock und Americana. Auf 9m  wird dann meist spärlich instrumentiert feinstes geboten. Auf dieser DoCD: 10 Bands/Künstler, jeweils mit 3 oder gar 4 Songs, darunter Highlights wie Todd Thibaud, Continental Drifters oder Julian Dawson. (hs)

REAMONN
Dream No. 7 (Virgin)
Schwer: das Album nach dem Monsterhit »Supergirl«. Die gefeierte deutsch-irische Band geht mit ihrem Zweitwerk auf Nummer sicher. Hervorragend produziert, keine Experimente. Leider gefallen erst die letzten beiden Songs des Albums so richtig: das rockige »Life Is A Dream«, sowie die Single »Weep«. (hs)

PAUL WELLER
Days Of Speed (epic)
Als "Godfather of BritPop" gefeiert, veröffentlicht einer der besten Musiker Großbritanniens erstmals ein Solo Akustik Album. Paul Weller beeindruckt mit Songs von 1977 bis 2001, von den Anfängen von THE JAM oder STYLE COUNCIL bis zu den heutigen Solotagen. (hs)

ZEB.ROC.SKI FEAT. BLADE: On The Run
MZEE Records
Prägende Persönlichkeiten der frühen europäischen HipHop Szene haben eine kraftvoll-schroffe HipHop EP vorgelegt. On the Run erinnert an Britcore Zeiten und frühe N.W.A Werke. Inhaltlich volle Punkzahl da sich die Künstler jenseits von Glamour & Flashlight bewegen. Zur
Veröffentlichung haben die beiden zusammen mit alten Bombingpartnern  einen Graffiticlip gedreht. HipHop-Culture und-History pur. (tg)

ISOLATION YEARS
Inland Traveller (Stickman Records/Indigo)
Feinster Geheimtipp: Da scheren sich ein paar Schweden um keinerlei Vorgaben, jammen und landen letztendlich von den ursprünglichen 8-Spur Aufnahmen zu diesem beachtlichen Album mit einigen vorzüglich, eigenwilligen Popnummern, die man gerne an einem verschlafenen Sonntag zum morgendlichen Kaffee zu sich nehmen möchte. Hier gibt's was zu entdecken! (hs)

JAN DELAY: Vergiftet
Buback Tonträger (MAXI)
Hervorragendes Stück des Hamburger Allstars. Allein schon wegen des Covers eine Kaufempfehlung. Die beiden Remixe von Westbam und Tropf auf der B-Seite überzeugen ebenso wie die Original-Version. Top! (tg)

URBS & CUTEX: Breaks of Dawn
Hong Kong Recordings
Wer eine Platte für alle Gelegenheiten sucht wird hier fündig, eignet sich zum Kaffeetrinken ebenso wie zum Kopfnicken! Tolles Album, ohne weiteres auch zum Autofahren geeignet. »Breaks of Dawn« halt. (tg)

TESLA
RePlugged LIVE (Sanctuary Rec/Zomba)
Hat das 80er Revival im Pop wieder Schauerliches zu Tage gebracht, kann man sich im Hardrock doppelt über so manche Band freuen. Tesla sind wieder da und gibt es einen besseren, zweiten Einstand als ein Doppel-Live-Album? Waren die Platten schon gut, mußte man Tesla doch live erleben, um die elektrisiernde Hitze ihrer Songs zu spüren. So gibt es ein Wiederhören mit »Signs«, »The Way It Is« oder »Love Song«. Klasse!!! (hs)

THE YAYHOOS
Fear Not The Obvious (Blue Rose Rec/Zomba)
Wer kann sich noch an die Georgia Satellites erinnern?" ...and keep your hands to yourself...",  göttlich! Nun ist Sänger/Gitarrist Dan Baird wieder am Start. Hier mit einer Art Allstarband, handelt es sich doch um Tourmusiker von Tom Petty, Paul Westerberg oder Kenny Wanye Sheperd. Und lasst euch eins gesagt sein, dieses Album rockt! (hs)

STONE GOSSARD
Bayleaf (epic)
Hier ist es nun, das erste Soloalbum eines Pearl-Jam-Mitgliedes. Nichts großes, aber unspektakulär angenehm rockig, fernab jeder Musik-Mode. Gitarrist Stone Gossard hat unter anderem Hilfe bei Pete Droge oder Ty William geordert. Fans von PJ dürften zugreifen. (hs)

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