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In Extremo

In Extremo stammen aus Berlin. Eine Tatsache, die nicht symbolischer für ihre Musik sein könnte. Alt trifft auf neu. Moderner Rock auf mittelalterliche Klänge. Kein mainstreamtaugliches Konzept, doch trotzdem ist die Band auf den großen Festivals dieser Welt zu Hause und schnappte sich mit ihrem neuen Album “Sängerkrieg“ auf Anhieb Platz 1 der Albumcharts. Allerdings ist die Liebe zum Mittelalter sehr unterschiedlich  ausgeprägt, wie In Extremo-Bassist Kay Lutter im Ww-Interview preisgibt.

Die meisten Bands, die das Thema Mittelalter aufgreifen, trifft man im Insiderkreis auf Mittelaltermärkten an. Wie kommt es, dass gerade ihr so groß geworden seid? 
Ich glaube, es interessiert die Leute nicht, woher du kommst sondern, dass du etwas Besonderes machst. Wir legen viel Wert auf eine Bühnenshow. Außerdem spielen 90% der Bands englisch und wir machen halt verschiedene Sprachen.

Ihr habt schon viele Orte dieser Welt bereist und mit vielen tollen Künstlern gearbeitet. Gibt es ein Ziel, das ihr bisher noch nicht verwirklichen konntet?
Also wir würden gerne die Zeit haben, eine längere Tour in Südamerika oder Russland zu machen. Wir spielen da immer nur einzelne Konzerte und würden gern die Chance haben, Land und Leute anzugucken.

Was war das verrückteste Konzert, das ihr je gegeben habt?
2000 in Mexiko City. Dort haben wir bei einem “Umsonst und Draußen-Festival“ vor etwa 14.000 Menschen gespielt. Die sind auf Bäume geklettert und haben sich auf Autodächer gestellt. Das Konzert war wirklich unglaublich. Eigentlich war es so: Die Technik war schlecht, das Wetter war nicht besonders und trotzdem haben die Leute umso mehr Spaß gehabt.

Ihr habt 2006 beim Bundesvision Song Contest ganz gut abgeschnitten. Vielleicht hätte man euch zum Eurovision Song Contest schicken sollen!
Wir haben schon mal darüber nachgedacht. Für uns gibt es nicht so viele Möglichkeiten im Fernsehen aufzutreten, aber es ist natürlich ne alberne Sendung und man muss wissen, wofür man das macht. Wir gehen gerne Risiken ein, aber im Moment hat man dort mehr zu verlieren als zu gewinnen.

Was war die erste Platte, die du dir gekauft hast?
Die Frage ist unfair, im Osten war das Angebot ziemlich übersichtlich. Und welche Platte war es nun? “Dancing Queen“ von Abba. Das war mit 7.

Du hast von deinem Bandkollegen den Spitznamen “Die Lutter“ verpasst bekommen. Stört einen das irgendwann?
Kann ich mit leben. Ich unterschreibe mit Lutter und male ne Gitarre dahinter.

Woher kommt eigentlich deine Faszination zum Mittelalter?
Ich habe gar keine. Ich spiele mit meinem Instrument Rock. Die Dudelsack-Spieler würden die Frage wahrscheinlich anders beantworten.

» Diese Interview führten wir im Juni 2008

Von Wildwechsel

Online-Redaktion des Printmagazin Wildwechsel. Wildwechsel erscheint seit 1986 (Ausgabe Kassel/Marburg seit 1994). Auf Wildwechsel.de veröffentlichen wir ausgewählte Artikel der Printausgaben sowie Artikel die speziell für den Online-Auftritt geschrieben wurden.

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