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Malala Yousafzai (Foto: Claude Troung-Ngoc, Quelle: Wikipedia)
Malala Yousafzai (Foto: Claude Troung-Ngoc, Quelle: Wikipedia)

Kinder müssen zur Schule gehen und dürfen nicht finanziell ausgebeutet werden”, sagte der Präsident des Nobelkomitees Thorbjörn Jagland. Damit begründet er die Entscheidung des Komitees, dass der diesjährige Friedensnobelpreis  an zwei Kinderrechtsaktivisten, die erst 17-jährige Malala Yousafzai und den Inder Kailash Satyarthi geht.

Dass sie 2007 von der Schule ausgeschlossen werden sollte, passte der damals 9-jährigen Malala gar nicht. Nur weil sie ein Mädchen ist? Sie beginnt zu bloggen, über die Gewalt der Taliban und die Rechte von Kindern, besonders Mädchen. Dafür erhält sie  von der pakistanischen Regierung den Friedenspreis. Für den Friedensnobelpreis ist sie sechs Jahre später nominiert und das Times-Magazin wählte sie unter den wichtigsten Menschen 2012 auf Platz 2. Direkt hinter Barack Obama.

Ein Kind, ein Lehrer, ein Buch und ein Stift können die Welt verändern!“ Malala Yousafazai

Am 9. Oktober 2012 geschieht das Unfassbare: Ein Mann steigt in ihren Schulbus, fragt, wer Malala sei und schießt auf das Mädchen, die Kugeln treffen sie in Kopf und Hals.  Malala wird schwer verletzt. Ihre Schläfe, Ober und Unterkiefer sind zertrümmert.

Kurz darauf kommt sie nach England. In einer Spezialklinik findet sie nur langsam ins  Leben zurück. Trotzdem gibt sie ihr Anliegen nie auf. Mittlerweile lebt sie in England und geht dort wieder zur Schule. Ihr Vater arbeitet inzwischen im pakistanischen Konsulat in Birmingham.

Am 12.7.2013, ihrem 16. Geburtstag, durfte sie eine Rede vor der UNO halten. Die wiederum erklärten den Tag zum Malala-Tag. Kurz darauf tauchte ein offener Brief eines ranghohen Taliban-Vertreters auf. Die Tat habe ihn schockiert. Ob es jedoch richtig sei, sie zu attackieren, könne nur Allah entscheiden. Der Grund sei, dass die Taliban ihr Engagement als Hetzkampagne verstanden haben. Man habe nichts gegen die Bildung von Mädchen, solange es auf einer islamischen Schule geschehe, schrieb er dort.

Seit 2008 gilt das Swat-Tal, aus dem Malala stammt, als „bereinigt“ von den Taliban. Allein die Tatsache, dass sie Malala in den Kopf schossen, spricht eine andere Sprache.  Auch bedroht die Organisation weiterhin Familien, die ihre Töchter zur Schule  schicken wollen. Viele von Malalas früheren Nachbarn kritisieren das Mädchen  mittlerweile, behaupten, sie gebe nur Interviews gegen Geld. Sie sind verärgert, dass das Mädchen einen millionenschweren Buchvertrag erhalten hat. Zudem sei sie ja nun im fernen England, wo es kein Problem ist, dass Mädchen zur Schule gehen.

“ Die Taliban schossen mir in die linke Seite der Stirn. Sie schossen auch auf meine Freundinnen. Sie dachten, die Kugeln würden uns zum Schweigen bringen. Sie sind damit gescheitert.“

Das dementiert Malala in ihrer Rede vor der UN: „Ich bin dieselbe Malala, meine  Ambitionen sind dieselben. Meine Hoffnungen sind dieselben.“ Malalas Anliegen ist einfach: Sie wünscht sich, dass alle Mädchen auf der Welt die Möglichkeit haben sollen,  zur Schule zu gehen. Fast tausend Kinder und Jugendliche aus mehr als 100 Ländern sitzen im Sitzungssaal der Vereinten Nationen.

Ein Kind, ein Lehrer, ein Buch und ein Stift können die Welt verändern!“, sagt sie. „Wir alle sitzen hier, mit einem heilen Kopf, sicher und gebildet, und alles was wir uns sagen ist: ‘Ich kann ja eh nichts machen. Einer allein kann ja eh nichts machen‘“, erklärte sie in ihrer flammenden Rede.

Malala Yousafzai teilt sich den Preis mit dem Kinderrechtler Kailash Satyarthi. Man möchte damit, begründete das Kommitee weiter, ihr Eintreten gegen die Unterdrückung von jungen Menschen und das Recht auf Bildung würdigen.

Der 60-jährige Inder Satyarthi sieht sich selbst in der Tradtion von Mahatma Gandhi und setzt sich mit friedlichen Demonstrationen gegen die Ausbeutung von Kindern ein. Er habe großen Mut bewiesen, bestätigte ihm das Kommitee. Die Preisverleihung findet am 10.12.2014, dem Todestag des Preisstifters und Dynamiterfinders Alfred Nobel in Oslo statt.

 

Von Maria Blömeke

Ehemaligen Ww-Redakteurin

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