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Die Kinder des Ukraine-Krieges bleiben verständnislos und angstvoll zurück. Um zu überleben, müssen sie in Deutschland neu anfangen. Vor allem neue Freundschaften sind diesbezüglich essentiell, wie das neue Marburger Theaterstück »Тримай мене!« zeigt. | (c) pixabay
Die Kinder des Ukraine-Krieges bleiben verständnislos und angstvoll zurück. Um zu überleben, müssen sie in Deutschland neu anfangen. Vor allem neue Freundschaften sind diesbezüglich essentiell, wie das neue Marburger Theaterstück »Тримай мене!« zeigt. | (c) pixabay

(Marburg) In wenigen Monaten wird sich der russische Angriff auf die Ukraine zum ersten Mal jähren. Denn seit Februar 2022 wütet die Truppen Russlands in dem osteuropäischen Land, um es gewaltvoll an sich zu reißen. Insbesondere die ukrainischen Kinder müssen zusehen, wie ihre jungen Erinnerungen und ihre Familien zerstört werden. Um ihre Gefühle zu verdeutlichen, bringt das Theater Neben Dem Turm nun das ukrainische Theaterstück »Тримай мене!« auf die Bühne.

Das Weihnachtsfest 2022 wird für viele der jüngsten ukrainischen Kriegsopfer der erste Feiertag ohne so manches geliebte Familienmitglied. Umso wichtiger sind nun die Freund:innen im neuen Land. Welche Hindernisse trotzdem bleiben, zeigt die Theatergruppe in Marburg.

Worum geht es in der neuen Produktion »Тримай мене!«?

Das neue künstlerische Werk der Regisseur:innen Ekaterina Khmara und Matthias Faltz heißt übersetzt »Halte mich!«. Gemeinsam mit ukrainischen und deutschen Jugendlichen hat sie ein Theaterstück geschaffen, für welches der Titel zweierlei Bedeutung hat.

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Auf sie wird keine Rücksicht genommen: Unter den verstorbenen Kriegsopfern in der Ukraine sind auch immer wieder Kinder & Jugendliche gefunden worden. Umso wichtiger ist es, dass sie in Deutschland ein sicheres Zuhause erhalten.

Einerseits spielen die Künstler:innen auf die Emotionalität an, die hinter der Aussage steckt. Denn die ukrainischen Kinder kommen ohne jegliche Bezugsperson ihres Alters in Deutschland an. Sie sind angehalten, neue Freundschaften zu schließen, um sich an die neue Umgebung zu gewöhnen.

Nichts bleibt, wie es ist, wenn man in einem fremden Land zur Schule geht, die „alten“ Freund:innen in fremden Städten oder Ländern leben und niemand sagen kann, wann die Zeit der Unsicherheit zu Ende sein könnte.

Die Macher:innen der neuen Produktion

Hinzu kommt, dass sich die kleinsten Kriegsopfer oftmals zwischen zwei Welten gefangen fühlen. Sie leben in völliger Ungewissheit darüber, ob sie jemals zurück dürfen in ihre Heimat. Ihr neues Zuhause in Deutschland ist geprägt von etlichen neuen Erfahrungen. Vor allem dann benötigt es Gleichaltrige, auf die sie sich verlassen können.

»Тримай мене!« hat auch eine körperliche Komponente

Andererseits meinen die Regisseur:innen ebenfalls die körperliche Bewegung hinter dem Prozess des Vertrauens. Denn viele Freundschaften basieren auf den gleichen Interessen, beispielsweise Sportarten. Man spielt im Team und hält sich fest, sodass alle gemeinsam gewinnen.

Der Ukraine-Konflikt hält seit mehreren Monaten an, zig Betroffene leben in Armut und Ungewissheit. Wie stark Kinder unter der Situation leiden, wird in Marburg im neuen ukrainisches Theaterstück »Тримай мене!« ersichtlich.  | (c) Pixabay
Der Ukraine-Konflikt hält seit mehreren Monaten an, zig Betroffene leben in Armut und Ungewissheit. Wie stark Kinder unter der Situation leiden, wird in Marburg im neuen ukrainischen Theaterstück »Тримай мене!« ersichtlich. | (c) Pixabay

Diese Symbolik liegt auch dem neuen Theaterstück zu Grunde. Die Darstellenden bewegen sich gleichsam im Takt. Sie tanzen miteinander, um die kulturellen Hürden zu überwinden. In erster Linie sind sie so verbunden, um die Sorgen für einen Moment zu vergessen.

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Wer ebenfalls Teil der gemeinsamen Bewegung sein möchte, kann dies am 26. und am 27. November 2022 tun. Wenn alle zusammenhalten, erleben die ukrainischen Geflüchteten ein Stückchen Normalität.

Hilfreiche Links zum Thema

Drei Ww-Artikel zu »Was ist los in Marburg«

Von Julia Gogolok

Online-Redakteurin

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