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Torsten Sträter in Delbrück: Es ist nie zu spät, unpünktlich zu sein
Torsten Sträter in Delbrück: Es ist nie zu spät, unpünktlich zu sein

Von Beruf Ruhrpott! Torsten Sträter ist ein Kabarettist, wie kein anderer. Klatsch, Satz aus der Konservenbüchse. Alt, kann mana ber noch verdauen. Oder? Zunächst fängt es schon einmal damit an, dass er, den man selten ohne Beanie auf der Bühne sieht, sich dieser exklusiven Berufsbezeichnung verwehren würde.

Denn Sträter ist so viel mehr als nur ein Kabarettist. Er ist Schriftsteller und vor allem ein Beobachter. Nebenbei betreibt er zusammen mit Hennes Bender und Gerry Streberg auch den Podcast „Lutsch mich rund und nenn mich Bärbel“. Geboren wurde Sträter am 4. September 1966 in Dortmund und absolvierte eine Ausbildung zum Herrenschneider, als der er auch einige Jahre lang arbeitete, bevor er sich umorientierte und zwölf Jahre lang für eine Spedition arbeitete.

Die Neunziger Jahre sind, so Sträter in seiner Vita selbst, „von völliger Orientierungslosigkeit“ geprägt. Erst 2004, angeregt durch eine schlechte Lektüre, beginnt Sträter selbst zu schreiben, so zum Beispiel „Jacks Gutenachtgeschichten“ oder „Brainspam“. Vier Jahre später lädt ihn ein Freund zum Poetry Slam in eine Dortmunder Hafenkneipe ein – und es hat ZOOM gemacht.

Torsten Sträter hatte seine Bestimmung gefunden. 2009, 2010 und 2012 wurde er NRW-Poetry-Slam-Champion und ist seitdem inmitten der deutschen Autorenlandschaft angekommen, was nicht zuletzt an seinem einzigartigen Vortrag liegt. Puristen würden es wohl „minimalistisch“ nennen. Mitunter braucht Sträter nicht viele Worte, sondern lässt diejenigen, die ihm zuhören, in den Möglichkeiten der von ihm gewählten Peripherbegriffe schwimmen.

Geprägt ist Torsten Sträters Bühnenvortrag von Geschichten, die direkt aus dem Leben stammen. Erlebnisse, die ihm selbst widerfahren sind, die durch Freunde an ihn herangetragen werden oder einfach nur solche, die frei erfunden sind aber in unserer verrückten Welt durchaus im Bereich des Möglichen liegen. Nicht selten findet man sich nach einer Sträter‘schen Geschichte, nachdem die Zwerchfellschmerzen abgeklungen sind, mit einem nachdenklichen Blick wieder und merkt, dass bei allem Humor auch ein lebensbejahender Weitblick mitklingt.

» 5. Mai 2017, Torsten Sträter, Stadthalle, Delbrück
» www.torsten-straeter.de

» Weitere Termine mit Torsten Sträter in der Region

Von Frank Booth

Freier Autor

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