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Suzi Quatro – Energiebündel mit 65: Kulturhalle Schwalmstadt war mit 600 Besuchern ausverkauft

am 25 April 2016 von Rainer Sander

Suzi Quatro – Energiebündel mit 65: Kulturhalle Schwalmstadt war mit 600 Besuchern ausverkauft
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Überzeugte in der Kulturhalle Ziegenhain: Suzi Quatro (Foto: Rainer Sander)

Überzeugte in der Kulturhalle Ziegenhain: Suzi Quatro (Foto: Rainer Sander)

Der Altersdurchschnitt war beachtlich gestern Abend in der Ziegenhainer Kulturhalle und so mancher Gast beim mitreißenden Konzert von Suzi Quatro dürfte sich im Stillen erhofft haben, mit 65 auch noch so gelenkig in der Disco rocken zu können. In sechs Wochen, am 3. Juni, wird die „Rockerin“ aus Detroit, wohnhaft in Hamburg, mit – der Name verrät es – italienischen und ungarischen Wurzeln, 66 Jahre alt. Die Herkunft mag das Temperament erklären, denn wie eine Rentnerin, wirkte Suzi Quatro nun überhaupt nicht. „I May Be Too Young“ lautet ein Hit von ihr und es scheint so, als wäre dieser ihr lebenslanges Lebensmotto. 

Von der ersten Minute an wirbelte sie mit ihrem Bass, der immer noch irgendwie überdimensioniert an der kleinen Musikerin (etwa 1,00 Meter : 1,52 Meter) wirkt über die Bühne in der heruntergekommenen Kulturhalle, die gestern Abend auf jeden Fall deutlich älter wirkte, als die Band. Sie hüpfte, drehte Pirouetten und ließ ihren Emotionen stets freien Lauf: ihr Gesicht zeigte Lachen, Nachdenken, Freude, Witz, Ironie und herzlich wenig Trauer. Weshalb auch?

Von Can The Can bis Stumblin‘ In

Mit ihren ersten Hits „Can The Can“ oder „48 Crash“ sorgte sie Anfang der siebziger Jahre (1973) für Aufregung, als es selbst in der Zeit nach 68 und mitten im aufblühenden Feminismus noch eine Sensation war, dass eine Frau Rockmusik spielt und dazu noch Bass zupft und super aussieht. Dank Nicky Chinn und Mike Chapman, die gefühlt für alle Glam-Rock-Band getextet und komponiert haben, kam der Erfolg schnell und er kam gewaltig, Suzi stand nicht unbedingt für ausgefeilte Kompositionen, Chinn/Chapmann schon gar nicht und schon Ende 70er wurde es deutlich ruhiger um dem Schreihals mit der Bassgitarre. Den Ausflug in seichtere Gefilde – unter anderen mit Chris Norman (Smokie) nahmen ihr viele Fans übel, aber mit „Stumblin‘ In“ fand sie 1978 noch neue Fans hinzu und die waren alle gemeinsam gestern in Schwalmstadt.

Die Autokennzeichen vor der Halle verrieten, dass der Fanclub ordentlich mobil gemacht hat, es waren nicht nur Schwälmer in der Arena. Und alle miteinander waren überrascht, wie viel musikalisches Potenzial Suzi Quatro in den vergangenen 45 Jahren nicht gezeigt hat. Die Brass-Section stand nicht nur zum Spaß auf der Bühne, sondern prägte den Sound hörbar und erlaubte beispielsweise bei „I Don’t Do Gentle“, Ausflüge in eine Mischung aus Blues und Rockabilly. Von Zuhause her muss sie das kennen, ihr Vater war schließlich Jazzmusiker. Und bei „Your Mamma Won’t Like Me“ gab es deutliche Stevie Wonder-Anleihen. Reg Webb ist wie der King of Soul blind und spielt gerne diese Rolle.

Überzeugender Auftritt – auch der Supportbands

Mit Tim Smith an der Gitarre versteht sich Suzi in der Tat blind und gut einstudiert sind Piano-Solo und ein Ausflug an das Schlagzeug. Nicht fehlen durften Titel wie „If You Can’t Give Me Love“. Alles in allem lieferten Suzi und Ihre Band einen – von 600 Besucher gefeierten – überzeugenden Auftritt auf der altehrwürdige Bühne in Schwalmstadt ab und sie durften auch erst nach einer Zugabe die Halle verlassen.

Als Supportband ist bei den Veranstaltungen von Thorsten Laabs die Steven Stealer Band gesetzt. Sie garantierte – wie immer – einen überzeugenden Start, der unter die Haut ging. Sänger Michael Wiebusch ist inzwischen in der Band angekommen und gewinnt die notwendige Souveränität. „SSB“ werden immer mehr zu einer Band, die mit klassischen Rocktiteln punktet, statt Rockparties zu veranstalten. Ein guter Weg. Aus Kasseler war außerdem die Band „Topper Mo & the Mission 69“ angereist.

Vorfreude auf Seniorennachmittage

Eines ist am Samstagabend klar geworden: auf Seniorennachmittagen werden demnächst nicht mehr Ernst Mosch und James Last gespielt, sondern Deep Purple, Rolling Stones, Sweet und Suzi Quatro. Apropos Sweet: die spielen am 20. August 2016 in der Hessenhalle Alsfeld, Veranstalter ist ebenfalls Thorsten Laabs und Support Band ist wieder die Steven Stealer Band. Man darf sich freuen! (rs)

Text und Fotos: Rainer Sander


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