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Powerwolf
Powerwolf treten als Headliner beim Ragnarock Open Air in Wohratal-Langendorf auf.

Es muss nicht immer Wacken sein: 430 Seelen groß ist das Örtchen Langendorf in der Gemeinde Wohratal im Landkreis Marburg-Biedenkopf. Hier herrscht Idylle pur, Jeder kennt Jeden und selbst die Kühe dürften Vornamen haben.

Doch einmal im Jahr, im Juli, wird das kleine Dorf in Oberhessen – ganz ähnlich wie beim legendären „Wacken Open Air“ für drei Tage zum Mekka für Metal-Fans. Dann feiert Langendorf auf dem örtlichen Sportplatz das „Ragnarock“-Festival – 2012 im nunmehr elften Jahr. Organisiert von Privatpersonen ohne kommerzielle Absichten, die Spaß an der Metal-Musik haben, und finanziert mit privatem Geld auf eigenes Risiko, ist das Festival zu einem echten Geheimtipp geworden und kann mit szenebekannten Namen aufwarten – rund 1.000 Fans pilgern alljährlich nach Langendorf, um an dem Spektakel teilzuhaben.Von Donnerstag, 19., bis Samstag, 21. Juli, wartet das „Ragnarock“ dieses Mal mit so namhaften Bands wie den deutschen Power-Metallern Powerwolf und den polnischen Death-Metallern von Vader auf.

Bei ihnen dreht sich alles um das Thema Ziegen: Milking the Goatmachine.

Insgesamt 25 Bands geben sich an den drei Tagen die Ehre. Weitere große Namen im Programm sind die Deathgrinder Milking the Goatmachine, bei denen sich alles rund um das Thema Ziegen dreht, die schwedischen Death-Metaller Demonical, die Stuttgarter Stoner Rocker von King Chrome, die Oldenburger von Craving (Pagan Metal/Melodic Death Metal) und die Hamburger Dark-Rock-Durchstarter [soon]. Mit Lay Down Rotten aus Herborn steht auch ein echter Metal-Hochkaräter aus Mittelhessen mit auf dem Programm.

Weitere Bands sind Odium (Trash Metal) sowie die Frankfurter von Vinion (Trash Metal/Melodic Death Metal) und Sapiency (Melodic Death Metal/Hardcore), Necrosphere aus Siegen (Oldschool Death Metal), die Kölner von A-Rise (Death Metal) und Bleeding Red aus Baden-Württemberg. Für den nötigen Lokalkolorit sorgen zahlreiche Gruppen aus dem benachbarten Marburg und dem Umland: Mit dabei sind Face Down Hero (Trash Metal), Existence Failed aus Marburg und Gießen (Melodic Death Metal), Amazing Grave (Brutal Death Metal), Granator (Shitcore), Saw Blade (Heavy Metal), Once I saw a Ghost (Metalcore), Amber (Postcore aus Marburg und Gießen), Skinjob (Sludge/Marburg), die Gießener Black-Metaller Vae Tertium sowie die Nachwuchsband Haunt the City aus Kirchhain und dem Ebsdorfergrund (Screamo/Hardcore).

Eröffnet wird das Festival bei der „WarmUp“-Party am Donnerstag, 19. Juli, von Mandowar aus dem Lahn-Dill-Kreis: Diese verrückten Jungs spielen Metal-Klassiker auf Mandolinen und stecken sie so in ein frisches und nicht ganz ernst gemeintes Country-Gewand. Außerdem gibt es zum Auftakt am Donnerstag Rock- und Metal-Karaoke sowie eine Happy Hour ab 19 Uhr.

Wir machen uns damit nicht die Taschen voll!

Einer der Organisatoren ist Dany Reinhardt aus Marburg, er ist seit dem allerersten Jahr mit dabei. Mit einem kleinen Team, bestehend Martin und Nancy Schwab, Björn Drott und Tobias Krappweis sowie vielen weiteren Helfern während der Festivaltage schafft Reinhardt alljährlich ein zweites Wacken – im Kleinen, ganz familiär, auf eigenes Risiko. „Wir machen uns damit nicht die Taschen voll“, sagt er,  wie auch, meistens bleibe ja nichts übrig. Und wenn doch, dann kommt das Geld in den „Festival-Topf“ – fürs nächste Jahr. Selbst die Älteren im Dorf wissen das Festival zu schätzen, helfen während der tollen Tage am Grill oder freuen sich einfach „über die wirklich netten Leute“.

Anlässlich ihres zehnten Geburtstages haben die Organisatoren sich und ihren Fans ein ganz besonderes Geschenk gemacht: Eine eigene Festival-DVD. Darauf ist nicht etwa ein Konzert-Mitschnitt zu sehen, das könnte ja jeder, sondern eine eigene rund 30-minütige Dokumentation mit dem Titel A Metal Hamlet zum Jubiläumsfestival. Gefilmt und produziert hat das Ganze Tobias Krappweis aus dem Ragnarock-Orga-Team. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Hier ist eine hochwertige Dokumentation entstanden, die problemlos neben den „Großen“ auf den Spartenkanälen von ARD und ZDF oder Arte laufen könnte.

Der Film bringt vor allem ein Gefühl rüber, das sich rundum den Metal kreiert hat: Familiär, gemütlich, verbunden. Und natürlich zeigt er auch, wie schwer es ist, so ein Festival überhaupt auf die Beine zu stellen und dafür seine Freizeit zu opfern, erzählt von den Problemen mit Stromaggregaten genauso, wie vom kaum zu bewältigenden Müllproblem, von Freibierdiebstählen und unfairen Menschen, die sich ohne Eintritt ins Festival mogeln. Und die Musik an sich sowie typische Bilder vom Campinggelände kommen selbstverständlich auch nicht zu kurz. Drei ebenfalls von Krappweis produzierte Videoclips von Metal-Bands runden als Bonus-Material die DVD ab.
Das Drei-Tagesticket für das Ragnarock kostet im Vorverkauf 30 Euro zuzüglich Gebühren. Auch die DVD mit der Dokumentation ist käuflich zu erwerben.

» Vorverkaufsstellen und weitere Infos: [ www.roa-festival.de ]
» 19.-21.7., Ragnarock Open Air, Sportplatz, Wohratal-Langendorf

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